Sich auf eine Vision des dunklen Propheten Kadann stützend hat der ehemalige Slavelord von Kessel Trioculus, unterstützt von Moff Hissa den Handschuh Darth Vaders geborgen, denn nur wer diesen Handschuh trägt soll den Thron des Imperators besteigen können. Der selbst ernannte Sohn Palpatines hat jedoch noch ein anderes Ziel, den mysteriösen "Jedi Prinz" welcher die Macht besitzen soll Trioculus zu vernichten, sollte ihm das nicht als ersten gelingen. Versteckt soll der Junge in einer geheimen Stadt der Jedi sein.
Nach einem Bombenanschlag auf Bespin wird Luke von Han und Chewie nach Yavin 4 gebracht, wo er die Vision einer geheimen von Droiden verwalteten und erhalteten Stadt der Jedi hat. Dort befindet sich derweil der 12jährige Ken, der von den Droiden erzogen wurde, sich jedoch nichts sehnlicher wünscht als die Stadt zu verlassen und sich der Rebellion anzuschließen...
1992 veröffentlicht gehört die Jed Prince-Reihe von Paul and Hollace Davids noch zum Urgestein des Expanded Universe, das zu einer Zeit entstand als Timothy Zahn gerade seinen ersten Band der Thrawn-Trilogie veröffentlicht hatte und ebenso wie Dark Empire die Zukunft der weit weit entfernten Galaxie nach der Schlacht um Endor zu definieren begann. Doch im Gegensatz zu diesen beiden Klassikern sind die Jedi Prince Werke heute aus gutem Grund vergessen, stellten sie doch die später entwickelte Kontinuität in Frage, besonders weil in der Reihe eine Hochzeit Han und Leias stattfindet, die einen klaren Widerspruch zu Dave Wolvertons 1994 veröffentlichtem Bestseller "The Courtship of Princess Leia" darstellt. Es ist eine kluge Entscheidung gewesen die Jedi Prince Bücher bisher nicht in den Kanon einzubeziehen, auch wenn man die Propheten der dunklen Seite notgedrungen über Matthew Stovers "Luke Skywalker and the Shadows of Mindor" zum fixen Bestandteil des EU erklärt hat. Also vielleicht sollte man die Jedi Prince ebenfalls zum unkanonischen "Holothriller" erklären, denn reich an Absurditäten und Widersprüchen (wovon die vorgezogene Heirat von Han und Leia nur einer von vielen ist) ist sie allemal. Man braucht die Reihe wirklich nicht gelesen haben oder auch nur zu kennen.
Als zweiter Band der heute glücklicherweise nur noch antiquarisch erhältlichen Reihe knüpft Lost City of the Jedi wohl dort an wo The Glove of Darth Vader endete. Der dreiäugige Trioculus ist in den Besitz der Sith-Reliquie gelangt und will sich nun seinen Thronanspruch von Supreme Prophet Kadann bestätigten lassen, doch der weiß natürlich dass der ehemalige Slavelord weder Machtbenutzer noch wirklich der Sohn Palpatines ist. Stattdessen prophezeit er ihm dass ein Jedi Prinz kommen und ihn vernichten wird, sollte er des Jungen nicht vorher habhaft werden. Soweit so gut, Vaders Handschuh zerfrisst Trioculus, der diese dunkle Macht nicht beherrschen kann und natürlich weiß jeder alles, weshalb schon bald alle auf der Jagd nach der Verlorenen Stadt sind. Ja vielleicht sollte man diesen Fakt noch extra betonen, jeder Charakter weiß einfach alles, Geheimnisse scheint es nicht zu geben, da kennt sich der jahrelang unter der Erde versteckte Ken genauso gut aus wie imperiale Moffs oder Rebellen die jahrelang auf Yavin 4 lebten ohne eine Spur der verlorenen Stadt zu finden.
Liest man Jedi Prince ist man sogar geneigt die Judgenbücher Jude Watsons und Elizabeth Hands als gehobene Literatur anzusehen. Es passt einfach hinten und vorne nicht zusammen, weder mit den anderen zeitgleich erschienen Interpretationen des EU nach Endor (wo wäre denn Ken in Dark Empire oder der Thrawn-Trilogie) oder auch nur vom Stil her, die meisten Charaktere wirken nicht wirklich wie sie selbst. Das einzig wirkliche Glück ist der minimalistische Umfang dieses Bändchen, der dank Glossar und einem interessanten Vorspann, der die Ereignisse der vorigen Bände immer schön zusammenfasst, noch geringer wird, so dass die schwarz-weiß Illustrationen mancher Szenen noch weniger ins Gewicht fallen. Ja, diese sind gewissermaßen das Highlight des Buchs und erinnern ein wenig an die alte Essential Chronology aus dem Jahr 2000, wobei sie natürlich deutlich einfacher gehalten sind.