Lost Children lässt vier ehemalige Kindersoldaten aus Uganda zu Wort kommen und von ihren Erlebnissen berichten. Sie waren Mitglieder der LRA (Lord's Resistance Army) und waren bei schrecklichen Greueltaten anwesend, mussten sie teilweise selbst ausführen und/oder waren Opfer dieser Taten.
Dabei bleibt die Kamera immer dicht an den Kindern dran, ohne jedoch voyeristisch zu wirken. Wenn man sieht, wie die Kinder in der Auffangstation behandelt werden und wie sie allein schon von ihren Eltern oder Großeltern missbilligend gescholten werden, wird einem schon anders. Und immer wieder drängt sich mir die Frage auf: Die haben kein Wasser, kaum etwas zu essen ... woher bekommen die ihre Waffen?
Geht man dieser Frage nach und stellt fest, dass Deutschland mindestens auf Platz 5 der größten Waffenlieferanten der Welt liegt, wird einem spätestens anders.
Diese Waffen werden in Kinderhände gegeben um Kriege zu führen, die keinen Sinn, kein Ziel haben, Kriege, die nur die Waffenlieferanten und -hersteller reich machen und einen ohnehin schon daniederliegenden Kontinent vollends vernichten.
Die vier Kinder sind ein Beispiel dafür, was mit Menschen, mit Kindern in Kriegsgebieten passiert, an denen international niemand Anstoß nimmt.
Da muss man sich als Europäer schon sehr, sehr schämen.
Und Scham bleibt zurück. Betroffenheit, Scham und Hilflosigkeit. Jedoch ist letzteres eine reine Einbildung: Jeder kann in kleinen Schritten helfen!