Auf dieser CD hören wir südamerikanische Musik, dargeboten von dem Barockensemble l'Arpeggiata unter der bewährten Leitung von Christina Pluhar. Wer nun glaubt, Barockmusik aus Südamerika geboten zu bekommen, liegt falsch, obwohl die Wurzeln natürlich aus der Zeit des 17. Jahrhunderts stammen, als die Spanier und Portugiesen den Kontinent kolonialisierten.
Rhythmisch gesehen handelt es sich um Zambas, polcas, nanas, joropos, boleros…, Tänze die auf dem gesamten Kontinent verbreitet sind und die Freunde der südamerikanischen Musik kennen und lieben. Vielfach ist diese Musik auf herkömmlichen CDs aber auf dem Niveau der Fernseh-Volksmusik in Deutschland, weil Anbiederung an den dumpfen Massengeschmack Umsatz bedeutet.
Das darf man von einer solchen engagierten Künstlerin, wie das Christina Pluhar nun mal ist, natürlich nicht erwarten: Sie weiß, dass das Volk nicht tümlich ist. Und deshalb ist ihr Ensemble mit ausgezeichneten Musikern besetzt und die Vokalsolisten stehen ihnen in nichts nach: Philippe Jaroussky, der bezaubernde Countertenor, über den man nichts mehr zu sagen braucht, da er die Garde außerordentlich guter Sänger seines Faches anführt. Wie er die beiden Lieder Los Pájaros perdidos und Duerme negrito darbietet, bringt auch das härteste Herz zum Schmelzen, ist unvergesslich.
Aber auch die Mezzosopranistin Luciana Mancini, die Sopranistin Raquel Andueza, die Sängerin Lucilla Galeazzi und der neapolitanische Sänger Vincenzo Capezzuto legen Proben ihres großen Könnens ab.
Keine einziges Lied ist aufgrund des großen Könnens des Ensembles und der Sänger 08/15, zeichnet sich durch subtile Linienführung und Ausdrucksstärke aus.
Musik zum Lauschen, aufgrund der animierenden Rhythmen natürlich auch zum Mitbewegen, ohne aber jemals zu reiner Tanzmusik abzuflachen.
Musik zum Träumen!