Wer kennt sie nicht, Vicco von Bülows (=Loriots) köstliche Sketche vom sprechenden Hund, den Herren im Bad, von der Eheberatung, vom schiefen Bild oder der Weihnachtsfeier der deutschen Vorzeigefamilie Hoppenstedt. Ohne diese Kleinodien wäre der deutsche Humor (nicht nur der 70er Jahre) um einiges ärmer. Was viele vielleicht nicht wissen: Alle diese Sketche liegen auch in schriftlicher Form vor, nämlich in "Loriots dramatische Werke". Freilich verlieren einige der Gags im Medium des Buchs viel von ihrer Komik, nämlich gerade die, die fast ausschließlich der visuellen Komik, dem Slapstick und dem körperbetonten Witz entspringen: man denke etwa an den Sketch "Die Nudel" oder "Konzertbesuch". Andererseits tritt durch die Verschriftlichung die Rafinesse jener Sketche, die auf Wortwitz und Sprachspiel basieren, umso deutlicher zutage: hier sind etwa Sketche wie "Bundestagsrede" oder "Die englische Zusammenfassung" zu nennen. Auch zeigen andere Sketche, wie elaboriert sie eigentlich sind, etwa der blühende Blösinn der Politesse im "Parkgebühren"-Sketch: "Nach Einwurf der Münze in den für den Münzeinwurf betsimmten Münzeinwurf..." oder des betrunkenen Vertreters im "Vertreterbesuch": "Ich muß nur noch den Stauchschlecker ... den Schlauchstecker in die Schnut ... in die Schlauchnut schieben." So zeigt sich in Loriots fünfzig Kleindramen seine ganze Bandbreite als Wortkünstler. Viele Bilder aus den Sketchen runden den Band gelungen ab. Deutscher Humor at its best. Ein sehr empfehlenswertes Buch. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)