Aus der Amazon.de-Redaktion
Die junge Ailis, die mehr aus Versehen an dieser Jagd teilgenommen hat, ist tief erschüttert. Es will ihr nicht gelingen, die Hilferufe der Kleinen aus ihren Gedanken zu bannen. Auch das Verhältnis zu ihrer Freundin Fee, der Tochter des Burgherren, leidet unter der unerklärlichen Tat. Ailis führt ein ereignisloses Leben als Lehrmädchen des Schmiedes. Ein Besuch des Spielmanns Jammrich bringt etwas Farbe in ihren Alltag, doch auch er will ihr nicht sagen, was es mit ihrem außergewöhnlich guten Gehör und der "Musik hinter der Musik" auf sich hat. Erst die Hochzeit von Fee mit dem Ritter Baan und der damit verbundene Abschied von ihrer besten Freundin wecken sie aus ihren Tagträumen, und nun beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Sie ergreift die Gelegenheit und folgt dem Spielmann in eine andere Welt.
Auf den ersten Blick könnte der Eindruck entstehen, Kai Meyer würde sich Buch um Buch durch die deutsche Sagen- und Legendenwelt arbeiten, um von der Bekanntheit der Figuren und Geschichten zu profitieren. So weit hergeholt ist das sicher nicht, allerdings geht er seinen Themen stets an die Wurzel und kümmert sich um weniger bekannte Aspekte. Hatte er in Der Rattenzauber der Legende vom Rattenfänger von Hameln neues Leben eingehaucht, so gelingt ihm dies mit der Loreley fast noch überzeugender. Und damit ist Kai Meyer einer der ganz wenigen Autoren, die beweisen, dass man eigenständige, überzeugende Fantasy-Romane schreiben kann, ohne Tolkiens Fußstapfen noch tiefer auszutreten. --Felix Darwin -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.