Lancre, das kleine Königreich wird Schauplatz turbulenter Ereignisse. Kein Wunder, wohnen dort doch die 3 Hexen Oma Wetterwachs, Nanny Ogg und Magrat Knobloch, die schon in Pratchetts Romanen "MacBest" und "Total verhext" für vollkommen chaotische Verhältnisse sorgten. Nicht diese, sondern ein paar Nachwuchs-Hexen sind jedoch daran schuld, daß die Elfen (die im Titel genannten "Lords und Ladies") auf Lancre aufmerksam werden. Und Elfen sind nicht niedlich oder gut - sie sind gemein. So sorgt die Elfenwelt auch dafür, daß DER TOD ein bisschen Arbeit bekommt. Nebenbei hat dieser einen wunderschönen Auftritt, als er sich von Jason Ogg das Pferd beschlagen läßt - und versucht, hinter das Geheimnis zu kommen, wie die Schokolade in den Keks kommt.
Es ist schwierig, mehr über die Geschichte zu verraten, ohne zu viel preiszugeben. Aber wer wissen möchte, - warum eine Hexe (Magrat) plötzlich schwer gerüstet auf Elfenjagd geht, - wieso Froschpillen gut für Gesundheit sind, - wie Morriskentänzer zur einzigen Hoffnung Lancres werden, - wieso Elfen eine Neigung zu Sonnenbrand haben, der sollte sich schon einmal das Buch durchlesen. Mindestens 3 Gags pro Seite, eine Menge gut durchdachter Philosophie, eine Story, die genauso irrsinnig wie gut ist - Pratchett war noch nie SO gut.
Vor dem Fazit aber noch eine kleine Anmerkung: Elfen sind in der Fantasy häufig das bestmöglichste Mittel, um einen Roman zu einem sehr schlechten zu machen. Nur wenige - hauptsächlich ist da J.R.R. Tolkien zu nennen - schaffen es, aus Elfen tatsächlich Wesen zu machen, die nicht nur Menschen mit spitzen Ohren oder niedliche Kuschel-Feen sind.
Terry Pratchett schafft es tatsächlich. Bei ihm sind Elfen nicht niedlich - obwohl das einige Akteure dieses Romans erst auf schmerzliche Art und Weise erfahren. Sie sind einfach anders, sie kommen aus einer anderen Welt, und sie sind weder gut noch böse - aber sehr gefährlich für die Einwohner von Lancre.
Fazit: meiner Meinung nach der beste Scheibenwelt-Roman, und somit DER herausragende Fantasy-Roman der 90er Jahre. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)