Sie waren der Grund für den kometenhaften Aufstieg der Neptunes: die Brüder Malice und Pusha T alias Clipse. Bereits im Jahr 1993 freundeten sie sich mit Pharrell an und begannen drei Jahre später mit den Aufnahmen zu ihrem Debüt "Exclusive Audio Footage", welches 1999 in die Läden kommen sollte, leider aber wieder gestrichen wurde. "Lord Willin" ist der Nachfolger, der ebenfalls von Pharrell Williams und Chad Hugo komplett alleine produziert wurde. Manchmal klingt dies vielleicht etwas eintönig, dafür kann sich aber keiner beschweren, dass es hier keinen roten Faden gäbe. Die Leichtigkeit, die das bunte Cover versprüht, wird im ersten Song "Young Boy" wunderbar umgesetzt. Auf Grund des schnellen Saxofonspiels im Hintergrund und Pharrell's Gesang im Hook entsteht ein Gute-Laune-Gefühl, welches perfekt zu den lockeren Rhymes der Clipse-Brüder passt. Etwas finsterer geht es da bei "Virginia" und "Grindin'" zu. Ersteres gefällt mir nicht so besonders, dafür das Zweite umso mehr. Der Beat von den Neptunes hämmert hart und schnell, ergibt somit einen perfekten Club-Hit, zu dem es nur noch guter Verses der beiden Jungs bedarf. Noch besser finde ich die beiden "Grindin'" Remixe am Ende des Albums. Das düstere und harte Instrumental blieb das Selbe, dafür rappen auf dem ersten Remix N.O.R.E., Baby und Lil Wayne mit, auf dem zweiten sind die Dancehall-Interpreten Sean Paul, Bless und Kardinal Official mit am Start. Beide Versionen sind einfach erste Sahne. Ebenfalls nicht von schlechten Eltern ist "Cot Damn". Der Beat ist von der mittelschnellen Sorte und sehr angenehm anzuhören, Clipse performen sehr gut und stellen ihre Features in Form von Ab-Liva, Pharrell und Rosco P. Goldchain locker in den Schatten. Der ein oder andere, der sich etwas für Clipse und die Neptunes interessiert, sollte schon einmal "When The Last Time" gehört haben. Das Instrumental ist hart, aggressiv und geizt nicht mit abgefahrenen Synthesizer-Sounds, dazu rappen Malice und Pusha T ohne Punkt und Komma, was sich in Kombination mit Pharrell's Refrain richtig geil anhört und diesen Song damit zu einem der besten des Albums macht. Wer das 2001 erschienene Album "Instructions" von Jermaine Dupri kennt, hat unter Garantie noch den Ohrwurm "Let's Talk About It" im Kopf. Dieser Song wurde zum Glück auch auf "Lord Willin'" mit drauf gepackt und besticht mit seinem klasse Gitarrenbeat, bei dem man einfach anfangen muss sich im Takt dazu zu bewegen. Sowohl Clipse als auch JD rappen über diesen Partytrack wie es sich gehört: lässig, schnell und mit Lyrics, die man nicht all zu ernst nehmen sollte. Ein echtes Brett! Der letzte Song, auf den ich noch näher eingehen möchte, ist "Gangsta Lean", eine richtig chillige Nummer, deren Instrumental, das mit einem dynamischen Beat, der von einer schönen Geigenmelodie begleitet wird, überzeugt und bei der auch die Rhymes von Malice und Pusha T stimmen und Pharrell einen tollen Hook beisteuert. Wirklich ein klasse Stück. Recht ordentlich, wenn auch nicht besonders herausstechend sind das entspannte "Ma, I Don't Love Her" mit Faith Evans, der sehr gute "Famlay Freestyle" von Famlay, das schnelle "Ego" und das New York typische "I'm Not You" mit Jadakiss, Styles P und Rosco P. Goldchain. Dies sind zwar keine Hits, doch man kann sie sich gut durchhören, ohne zu Skippen. Die Beats der Neptunes sind fast immer gelungen, wenn auch etwas eintönig. Auch Malice und Pusha T überzeugen so gut wie immer. Ihr Flow ist makellos, die Lyrics sind jedoch ab und zu mal etwas schwachsinnig, doch bei einem Dirty South Album stört das sowieso keinen. Alle, die in den letzten Jahren Gefallen an den Produktionen der Neptunes gefallen haben, können zweifellos zugreifen, Fans von den Clipse-Brüdern ebenfalls.