Was erwartet man von einem Buch, dessen Plot daraus besteht, daß ein abgebrannter, stark zur Travestie neigender britischer Adliger aus den schottischen Highlands versucht, Geld aufzutreiben, um seinen Stammsitz zu retten? Alles und Nichts, zumindest wenn man den Autor dieses schräg-amüsanten Werkes kennt: Bruce Dickinson, einst bei der englischen Band Iron Maiden unter "air raid siren" als Sänger bekannt und mit diesen knapp 30 Mio Platten verkaufend, weckt schon einzig und allein durch das Schreiben eines Romans Interesse, egal wie auch immer der Inhalt geartet sein sollte. Daß die Erwartungen unter dieser Prämisse nicht enttäuscht werden können, ist offensichtlich. Aber das Buch besitzt tatsächlich seine Qualitäten. Der stets in Netzstrümpfen und Stöckelschuhen auftretende Lord Iffy Boatrace stolziert so eindrücklich durch das Buch, daß Langeweile nicht aufkommen mag. Auch seine Geschäftsidee zur Abhilfe für die ständig quälende Illiquidität - die Ausrichtung einer Jagd auf schottische Moorhühner für ehemalige Internatsmitschüler - sorgt dafür, daß im Verlauf kein Auge trocken bleibt. Daß die Hühner Spionageroboter und die eingeladenen Mitschüler allesamt die gleichen Verlierertypen wie der Lord selbst sind, ist amüsant. Richtig schräg wird die Sache, wenn gevögelt wird, bis dadurch zwei Tote zu beklagen sind. Und wenn schließlich die vom Butler entwickelte Penetrationsmaschine den Widersacher des Lords anal torpediert, malträtiert und schließlich zum Exitus bringt, dann hat auch die Handlung ihren finalen Höhepunkt erreicht. Wer eine Ader für sexuelle und auch anders geartete Ausschweifungen hat und pervers angehauchten britischen Humor als Anreiz sieht, der sollte hier bedenkenlos zugreifen. Allerdings ist zu bemerken, daß die englische Orginalausgabe sprachlich farbiger und insgesamt um einiges besser wirkt als die Übersetzung, because "it's mad, it's hilarious, and so is Bruce!". J.S.