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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
High-Class-Erotik mit literarischem Stil, 9. September 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Lord Byrons Schatten (Gebundene Ausgabe)
Im ersten Moment ist man schon enttäuscht, da das Buch leider nur 190 Seiten hat, doch hier ist es wichtig, was darauf steht. Man sollte es auf jeden Fall auf einmal durchlesen, damit man dem Autor gerecht werden kann. Wer mit Lord Byron und dessen Umfeld vertraut ist, wird diese Zeilen von Anfang bis zum Ende verschlingen und spüren, wie der Adrenalin-Pegel ins grenzenlose steigt. Nicht allein die Sprache von Andahazi, die er sich direkt vom Dichter geliehen hat, sondern auch die subtile Steigerung der Erzählung treibt den Leser durch das Buch. Nicht schamlos, sondern lebensnotwendig sind die Aktionen, die dort beschrieben werden. Dieses Buch ist ein Muß für jeden, der schöne Worte und extravagante Geschichten mag - am besten bei Novembernebel und einem guten Glas Rotwein lesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Kalkulierter Ekelfaktor, 10. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Lord Byrons Schatten (Gebundene Ausgabe)
Was soll das werden? Was soll das sein? Oder schlicht und einfach: was soll der Unfug? Der äußere Rahmen der Geschichte ist bekannt: Sommer 1816, Byron, Shelley, Mary Shelley und Jane alias Claire Clairmont bewohnen die Villa Diodati am Genfersee. Mit von der Partie ist Dr. Polidori als Arzt Lord Byrons. Es ist ein produktiver Sommer: der Roman "Frankenstein" entsteht, ebenso wie Polidoris "Vampyr", die Mutter aller Vampirgeschichten. Der Autor setzt Dr. Polidori in den Mittelpunkt, der Lord Byron verehrte, Shelley hasste (Eifersucht?) und sich aufgrund seiner Position als bezahlter Angestellter Byrons zurückgesetzt fühlt. Auch er will schreiben, aber es gelingt ihm nicht. In dieser Situation erreicht ihn der Brief eines Wesens - einer Art weiblichen Ungeheuers, Mittelding zwischen Mensch und Dämon, das ihm einen Austausch vorschlägt. Das Wesen will nicht etwa Blut als Gegenleistung für Dichtkunst, sondern eine Substanz, die sie braucht, als weibliches Wesen aber selbst nicht herstellen kann (so umschreibt es der Autor; deutlicher muß ich nicht werden.) Daß literarische Produktivität einen gewissen Zusammenhang mit sexuellem Erleben (bei manchen Autoren, bei anderen ist die Triebfeder gerade das Fehlen dieses Erlebens) haben kann, ist eine Binsenweisheit. Warum Dr. P. in geistige Umnachtung fällt, als er erkennt, daß andere aus der gleichen Quelle schöpften, erschließt sich nicht und warum der Autor den Schlüssel zu diesem unglaublichen Geheimnis in einer verfallenden Villa in Buenos Aires erhalten haben will: man muß es nicht übertreiben, oder?
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Futter für verregnetes Wochenende, 31. August 2001
Rezension bezieht sich auf: Lord Byrons Schatten (Gebundene Ausgabe)
Das Buch bietet eine weitere Variante des Vampirstoffes. Im Umfeld Lord Byrons zu Beginn des 19. Jahrh. entstand nicht nur Frankenstein sondern auch die Vampirerzählung Polidoris. Diesen Hintergrund schmückt der Roman fiktional aus. Polidori als schreibgehemmter Neider des Lords erhält das Manuskript der Erzählung von einer mysteriösen Frau zugesandt, die als Gegenleistung ein Geschäft vorschlägt, das Andahazi der einen oder anderen Interpretation von Bram Stokers Dracula entnommen haben mag: Während dort die drei Vampirinnen scheinbar nicht nur auf das Blut ihres Opfers Jonathan aus sind, braucht der weibliche Vampir bei Andahazi den Samen Polidoris um weiterleben zu können. Die Idee scheint viel Atmosphäre, vor allem dunkle und erotische, zu versprechen. Leider bleibt Andahazi meiner Meinung nach aber hinter den Möglichkeiten des Stoffes zurück. Die Charaktere erscheinen wenig komplex, ähnlich die Handlung. Allerdings kann man das Buch recht gut an einem Stück weglesen, also ein paar Stunden guter Unterhaltung im Sessel an einem Regenwochenende. Eine faszinierende Neubearbeitung des Vampirstoffes sucht man hier jedoch vergeblich.
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