Die Pretenders haben ihre wichtige Zeit hinter sich gebracht. Ende der Siebziger, bis hinein zum Anfang der Achtziger, waren sie eine gerngehöhrte Partyband, die mit ihrer cleveren musikalischen Sixtiesbezogenheit und natürlich mit Chrissie Hynde am Mikrophon, eine der markantesten Frauenstimmen der Popmusik der letzten dreizig Jahre, einige Ohrwürmer an den Start gebracht haben. Dann wurden die Platten der Pretenders einfältiger, Reggae sollte aus dem kreativen Loch helfen, doch die Reise führte zu der Sorte Mainstream, die nicht mehr aufpeppt, sondern langweilt. Wie auch immer, mit "Loose Screw" hat Chrissie Hynde nicht nur die beste Pretendersbesetzung überhaupt gefunden, sondern präsentiert einen Hit nach dem nächsten. Jemand, der die Pretenders das ersta Mal höhrt und die Discography dieser Band nicht kennt, könnte unzweifelhaft vermuten, es handele sich hier um ein Greatest Hits Album. Hier höhrt der interessierte Musikliebhaber eingängige Songs, Rock, Ballade und einige Male Reggae, gekonnt arangiert, prima gespielt und eine Sängerin in Hochform. Mir gefällt nur das siebte Stück "Nothing Breaks A Heart" überhaupt nicht, alle Anderen leben vom Charme der Bandleaderin und vom Ideenreichtum toller Musiker.