Ich war ungeheuer erleichtert, als ich damals erfuhr, daß JOE DANTE, der Regisseur von "Gremlins 1+ 2", "Meine teuflischen Nachbarn", "Die Reise ins Ich" und "Small Soldiers", den neuen Kinofilm der Looney Tunes machen würde.
Ich war sehr enttäuscht von "Space Jam", der im Grunde nur ein abendfüllender Werbespot für Michael Jordan (mieser Schauspieler) war. Und wer auch immer auf die Idee kam, die Looney Tunes Basketball spielen zu lassen gehört gesteinigt.
-Aber zum Thema:
Dieser Film hier ist im Großen und Ganzen sehr unterhaltsam und gag-geladen.
Es werden nicht wie in "Space Jam" immer nur die uralten Gags aus den Cartoons der 40er, 50er und 60er Jahre wiedergekäut, sondern es wird sich eher an deren Stil und der erwachseneren Ausrichtung orientiert, mit einem gehörigen Schuß Selbstironie.
Die Besetzung ist großartig.
BRENDAN FRASIER spielt mit gewohnter liebenwerter Naivität und Unbedarftheit, während JENNA ELFMAN gekonnt eine eiskalte Studioproduzentin mimt, die versucht die Looney Tunes zu modernisieren.
Die Krönung ist aber sicherlich STEVE MARTIN als durchgeknallter Vorsitzender des allmächtigen ACME-Konzerns.
Die Handlung ist wenn man sie bewusst verfolgt sehr zusammengestückelt und unlogisch, was ein kleines Manko des Films darstellt (aber bei dieser Art Film kommt es nicht auf die Story an, oder? *grins*).
Ein anderes Problem ist, das die realen Darsteller nicht wirklich überzeugend mit den Toons interagieren. Es gibt erstaunlich wenig Augenkontakt und Dialoge zwischen Menschen und Toons und im Verlauf des Films reden immer mehr nur noch Menschen mit Menschen und auch die Toons bleiben unter sich.
Es wäre besser gewesen, wenn man es weiter durchgezogen hätte, daß Bugs mit Jenna und Duffy mit Brendan unterwegs ist, was aber die obligatorische Liebesgeschichte unmöglich gemacht hätte.
"Falsches Spiel mit Roger Rabbit" stellt nach wie vor die perfekte Symbiose zwischen Zeichentrick und Realität dar, nirgends arbeiten Toons und Menschen besser und glaubwürdiger zusammen.
Dennoch ist "LT:BiA" ein empfehlenswerter Film.
Es gibt viel Selbstironie, schwarzen Humor, Filmparodien (besonders auf James Bond, Hollywood und alte Sci-Fi-Streifen) und einen etwas erwachseneren Humor zu sehen, als in "Space Jam" der eher für kleine Kids gedacht ist.
FAZIT:
"LT:BiA" zeigt uns die die Looney Tunes in Höchstform und endlich kriegt Duffy Duck mal Gelegenheit, Bugs Bunny die Show zu stehlen. Es wäre aber schön gewesen, wenn die Toons mehr im Mittelpunkt gestanden hätten als die 08/15-Liebesgeschichte der realen Protagonisten, die aber an sich ideal besetzt sind.