Aus der Amazon.de-Redaktion
Slut aus Ingolstadt haben sich seit und mit Alben wie
For Exercise And Amusement und
Interference sowie quasi ununterbrochenem Touren einen ausgezeichneten Ruf als Live- und Studio-Outfit beim Indie-Publikum erspielt. Nun, da zwei von ihnen just mit dem Studium fertig sind und zudem durch die Filmmusik zu Hans-Christian Schmidts Kinoerfolg "Crazy" ein bisschen in andere, auch größere Töpfe geschaut werden konnte, wird die Schlampe (engl.: slut) ein bisschen teurer. Und klingt auch so. Ein wenig scheint das Quintett den Weg von Radiohead, weg von einer gitarrenlastigen, mitunter überfallartigen Brüchigkeit hin zu mehr Fluss zu gehen, die den Zwielichtigkeiten Platz im musikalischen Subtext einräumt.
Ein überaus subtiles Unterfangen, das den Ingolstädtern noch nicht so ganz gelingt und in den resultierenden, weicheren Klangkonditionen das Spektrum ihrer emotionalen Kräfte beieinander zu halten versucht. Oft, nach viel versprechenden Anfängen, finden sich die fragenden, zweifelnden Melodien (ein Markenzeichen der Band) in pittoresk-melancholischer Schmusigkeit wieder -- etwas, dass die Band bis dato hervorragend zu vermeiden verstand. Was Christian, Matthias, René, Rainer und Gerd zwar vermutlich einen erweiterten, wenn vielleicht auch anderen Hörerkreis erschließen dürfte, aber doch bedauerlich für die Songs als solche ist. Denn dass Slut welche schreiben können, das bleibt auch hier ohne Zweifel. --Rolf Jäger
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