Archive legen mit ihrem dritten Album ein wahrhaft großartiges Werk vor.
Bereits der wundervolle Opener "Again" zeigt, wie man über 16 Minuten großartige Klangcollagen bauen kann, und trotzdem überraschend und spannend bleibt. Danach ruht sich die Platte mit "Numb" und "Meon" aus. ("Numb" ist meiner Meinung nach das mit Abstand schwächste Stück auf dem Album) bevor Craig Walker bei "Goodbye" herzzerreißend traurig und voller Gefühl zum Ende einer Beziehung singt. "Now and then" schließt sich direkt an und scheint die (nicht minder melancholische) Antwort auf "Goodbye" zu sein.
Nach dem Übergangs-Track "Seamless" geht's bei "Finding it so hard" wieder richtig zur Sache. Die hämmernden Breakbeats vereinigen sich kunstvoll mit Orgel, Streichern, Synthi und Walkers sehnsüchtiger Stimme, die immer wieder "I'm finding it so hard" predigt. Wie auch bei "Again" verstehen es Archive hier über 15 Minuten Überraschung und Dynamik miteinander zu kombinieren.
Im Anschluß kommt "Fool" mit schleppenden Beats daher und erinnert am ehesten an "Londinium", ihr Debut-Album. Aber zum Glück fängt auf "You all look the same to me" niemand an zu Rappen.
Gegen Ende wird das Album weicher, und hat nicht mehr so viele harte Übergänge und fiese Sounds. "Hate" kann man trotz des Titels eher als Ballade bezeichnen. Leider jedoch etwas zahnlos.
"Need" kommt eher in klassischem Singer-Songwriter-Kostüm daher und überzeugt als gefühlvolles Lied, das nur mit Akustikgitarre und Gesang auskommt.
"Absurd" ist eine Art Zusammenfassung der anderen Lieder mit Abschiedscharakter. Es vereint die die Weichheit von Hate mit der Dynamik von "Again"
Dies ist meiner Meinung nach das beste Album von Archive. Wem "Londinium" zu Rap-lastig und "Take my Head" zu kantenlos war, findet hier was er sucht.
Beste Songs: Again, Goodbye
Schlechtester Song: Numb
EDIT: Die Rezension bezieht sich auf die 1xCD-Version des Albums mit 11 Titeln und nicht auf die 2xCD-Ausgabe.