Ishmael Beah erzählt seine beeindruckende aber auch sehr bedrückende Geschichte als Kindersoldat während des Bürgerkriegs in Sierra Leone. Inhaltlich verdient das Buch die Bestnote, da es den Leser fesselt. Es ist mir (und ihm selbst wahrscheinlich auch) unbegreiflich, wie Beah diesen Krieg überleben konnte. Die Erlebnisse sind zwangsläufig brutal, aber nicht auf reißerische Weise erzählt. Die Kapitel über seine Zeit unmittelbar nach der Entwaffnung geben herausragende Einblicke in die Psyche von Kindersoldaten!
Das Buch ist geschickt aufgebaut: Es beginnt in der Gegenwart und springt anschließend zu Beahs Kindheit, mehrfach wird kurz wieder zur Gegenwart geblendet. Dadurch bekommt man einen guten Einblick von den psychischen Folgen der Erlebnisse als Kindersoldat. Schwach ist, dass der Teil zwischen Flucht nach Guinea und Beahs Ausreise in die USA völlig fehlt. Das Buch endet abrupt, mindestens ein weiteres Kapitel wäre wünschenswert gewesen.
Die Sprache ist einfaches Englisch, nicht kindlich, aber zumindest ohne langjährige Englischkenntnisse problemlos zu verstehen. Thumbs up!