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Australien, 1931. Die 14-jährige Molly Craig wird mit ihrer Schwester und ihrer Cousine ins Camp Moore River "umgesiedelt". Doch schon wenige Tage später beschließen die drei Mischlings-Mädchen auszureißen. Als Anhaltspunkt für den langen Weg nach Hause dient ihnen der so genannte "Rabbit-Proof Fence" (Originaltitel), der Kaninchen vom wertvollen Farmland fernhalten soll. Als A.O. Neville, Chief Protector of Aborigines, von der Flucht des Trios erfährt, setzt er alles daran, die Halbwüchsigen ins Camp zurückzubringen.
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Eine aufrüttelnde "Geschichtsstunde" in Sachen Rassismus, inszeniert vom Australier Phillip Noyce ("Der stille Amerikaner"). Sein überaus poetisches Werk wird getragen von drei großartig ausgesuchten, ausdrucksstarken und glaubwürdigen "Heldinnen" und besticht in Sachen Rhythmus, Schnitt sowie Timing. Nachhaltig beeindrucken die wohlkomponierten Bilder von Wong Kar-Wais Stammkameramann Christopher Doyle. Ein kleines Meisterwerk für Cinephile, das auch auf dem Bildschirm nichts von seiner Wucht verliert.
Blickpunkt: Film
Nach 15 Jahren Hollywood-Mainstream Kino kehrt Regisseur Phillip Noyce ('Todesstille') in seine Heimat Australien zurück - und widmet sich einem Thema, mit dem man sich down under bis heute schwer tut. Anfang des 20. Jahrhunderts und bis in die siebziger Jahre hinein wurden dort Mischlingskinder von ihren Aborigine-Müttern getrennt und in Internierungslager gesteckt. Die weißen Kolonialisten hatten die These entwickelt, dass das 'Eingeborenen-Blut' innerhalb von drei Generationen zu eliminieren sei. Darüber hinaus dienten die Lager zum Heranziehen billigen Dienstpersonals für die herrschende Klasse. Dass dabei im letzten Jahrhundert die gewachsenen Strukturen der als 'steinzeitliche Rasse' verunglimpften Eingeborenen zerstört wurden, die 'travelling people' am Umherwandern gehindert, in feste soziale Ordnungen gezwängt und Krankheiten und Alkoholismus ausgesetzt wurden, findet erst langsam die entsprechende Wahrnehmung auf dem fernen Kontinent.
All seine Professionalität steckte Phillip Noyce in das anspruchsvolle Projekt nach dem Buch 'Follow the Rabbit-Proof Fence', das die Tochter der Protagonistin Molly Craig geschrieben hat. Mit Hilfe der exzellenten Kamera von Wong Kar-Wais Starfilmer Christopher Doyle, ebenfalls Australier, gelingt ihm eine bewegende Geschichte nach einer wahren Begebenheit, die ohne moralische Attitüde daherkommt und mitten ins Herz trifft. Das ist vor allem den souverän agierenden Kinderdarstellern zu verdanken, allen voran die junge Aborigine Everlyn Sampi als Molly Craig. Ans Ende setzt der versierte Geschichtenerzähler Noyce noch einen emotionalen Höhepunkt, wenn er die alt gewordene echte Molly und ihre Schwester Daisy zeigt, unterlegt mit einem Rolltext, der erzählt, wie ihr Leben verlief. Dass sie sich trotz aller Hindernisse ein authentisches Dasein erkämpft haben, verleiht der Geschichte Tiefe und Hoffnung.
Im Westaustralien des Jahres 1931 wird Molly zusammen mit ihrer Schwester Daisy und Cousine Gracie in der abgelegenen Aborigine-Siedlung Jigalong aufgegriffen, gewaltsam von Mutter und Großmutter getrennt und per Zug und Lastwagen ins 1200 Meilen entfernte Reservat Moore River transportiert. Unter der rigiden Herrschaft britischer Frauen soll ihnen dort englisches Benehmen und Sprache vermittelt werden. Wer flieht, wird mit Hilfe des Aborigine-Trackers Moodoo eingefangen und bestraft. Doch die 14jährige Molly ist stolz und unabhängig und nimmt mit ihren jüngeren Schützlingen die erste Gelegenheit zur Flucht war. Verfolgt von Moodoo (David Gulpilil, der schon in Nicolas Roegs 'Walkabout' spielte) und weißen Polizisten orientieren sie sich an dem großen Zaun, der quer durchs Land von der Süd- zur Nordküste gebaut wurde, um Kaninchen vom Farmland fernzuhalten. Durch die traditionelle Lebensweise ihres Stammes haben die Kinder gelernt, in der Wildnis zu überleben. Doch der in Perth angesiedelte Eingeborenen-Beauftragte A. O. Neville (Kenneth Branagh) macht es zur Chefsache, die Mädchen wieder einzufangen...
Es bedarf schon der Erfahrung eines Regisseurs, der oft bewiesen hat, wieviel er vom Spannungsaufbau versteht, um die Zuschauer 94 Minuten lang fasziniert den Mädchen auf ihrem weiten Weg folgen zu lassen, dessen Ausgang man schnell ahnt. Peter Gabriel unterstreicht die Emotionalität mit einem wunderschönen Score, für den er auch Aborigine-Instrumente und -Musikstücke verwendet. Ein Film, der in Australien mit ca. 3,8 Mio. Dollar Boxoffice nicht gerade ein Hit war, dem aber ein Leben jenseits der Festivalleinwände unbedingt zu wünschen wäre. boe.
All seine Professionalität steckte Phillip Noyce in das anspruchsvolle Projekt nach dem Buch 'Follow the Rabbit-Proof Fence', das die Tochter der Protagonistin Molly Craig geschrieben hat. Mit Hilfe der exzellenten Kamera von Wong Kar-Wais Starfilmer Christopher Doyle, ebenfalls Australier, gelingt ihm eine bewegende Geschichte nach einer wahren Begebenheit, die ohne moralische Attitüde daherkommt und mitten ins Herz trifft. Das ist vor allem den souverän agierenden Kinderdarstellern zu verdanken, allen voran die junge Aborigine Everlyn Sampi als Molly Craig. Ans Ende setzt der versierte Geschichtenerzähler Noyce noch einen emotionalen Höhepunkt, wenn er die alt gewordene echte Molly und ihre Schwester Daisy zeigt, unterlegt mit einem Rolltext, der erzählt, wie ihr Leben verlief. Dass sie sich trotz aller Hindernisse ein authentisches Dasein erkämpft haben, verleiht der Geschichte Tiefe und Hoffnung.
Im Westaustralien des Jahres 1931 wird Molly zusammen mit ihrer Schwester Daisy und Cousine Gracie in der abgelegenen Aborigine-Siedlung Jigalong aufgegriffen, gewaltsam von Mutter und Großmutter getrennt und per Zug und Lastwagen ins 1200 Meilen entfernte Reservat Moore River transportiert. Unter der rigiden Herrschaft britischer Frauen soll ihnen dort englisches Benehmen und Sprache vermittelt werden. Wer flieht, wird mit Hilfe des Aborigine-Trackers Moodoo eingefangen und bestraft. Doch die 14jährige Molly ist stolz und unabhängig und nimmt mit ihren jüngeren Schützlingen die erste Gelegenheit zur Flucht war. Verfolgt von Moodoo (David Gulpilil, der schon in Nicolas Roegs 'Walkabout' spielte) und weißen Polizisten orientieren sie sich an dem großen Zaun, der quer durchs Land von der Süd- zur Nordküste gebaut wurde, um Kaninchen vom Farmland fernzuhalten. Durch die traditionelle Lebensweise ihres Stammes haben die Kinder gelernt, in der Wildnis zu überleben. Doch der in Perth angesiedelte Eingeborenen-Beauftragte A. O. Neville (Kenneth Branagh) macht es zur Chefsache, die Mädchen wieder einzufangen...
Es bedarf schon der Erfahrung eines Regisseurs, der oft bewiesen hat, wieviel er vom Spannungsaufbau versteht, um die Zuschauer 94 Minuten lang fasziniert den Mädchen auf ihrem weiten Weg folgen zu lassen, dessen Ausgang man schnell ahnt. Peter Gabriel unterstreicht die Emotionalität mit einem wunderschönen Score, für den er auch Aborigine-Instrumente und -Musikstücke verwendet. Ein Film, der in Australien mit ca. 3,8 Mio. Dollar Boxoffice nicht gerade ein Hit war, dem aber ein Leben jenseits der Festivalleinwände unbedingt zu wünschen wäre. boe.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Bewegendes Abenteuer dreier Mischlingskinder im Australien der 30er Jahre, von Philipp Noyce nach einer wahren Begebenheit erzählt.
Kurzbeschreibung
Zusammen mit ihrer Schwester wird die 14-jährige Molly 1931 in einer Aborigine-Siedlung aufgegriffen, brutal von der Mutter getrennt und in ein Reservat transportiert. Unter der Herrschaft britischer Frauen soll ihnen dort englisches Benehmen vermittelt werden. Als die Schwestern fliehen, nimmt ein Eingeborenen-Beauftragter die Verfolgung auf.
Produktbeschreibungen
Australien, 1931, in einem Aborigine Dorf namens Jigalong Ein heranrasendes Auto zieht eine gewaltige Staubwolke hinter sich her. Plötzlich stürmen Männer aus dem Wagen. Wenige Augenblicke später verflüchtigt sich der Staub - und drei Kinder sind verschwunden. Gewaltsam haben die Männer die 14-jährige Molly, ihre achtjährige Schwester Daisy sowie deren zehnjährige Cousine Gracie aus ihren Familien gerissen. Ganz legal, im Namen der Regierung, denn die australische Rassenpolitik duldet keine Mischlingskinder. Oberster Sittenwächter ist der Eingeborenen Beauftragte A. O. Neville. Tausende von Kindern lässt er mit Polizeigewalt aus ihrer Heimat verschleppen, um sie in zuchthausartigen Heimen zu einfachen Bediensteten für die weiße Oberschicht umzuerziehen - "für ein neues Leben in einer weißen Gesellschaft", wie Neville betont. Quer durch den Kontinent werden Molly, Daisy und Gracie in das fast 2.500 Kilometer entfernte Erziehungsheim Camp Moore River transportiert. Zwei Nächte halten es die Mädchen in ihrem Gefängnis aus. Dann wagen sie das Unmögliche Sie treten die nahezu endlose Flucht nach Hause an. Dabei orientieren sie sich an dem großen Zaun, der den Kontinent zerteilt, um Kaninchen vom Farmland fernzuhalten, dem Rabbit-Proof Fence. Doch den müssen sie erst einmal finden. Monatelang sind Molly, Daisy und Gracie in der lebensfeindlichen Einöde auf sich gestellt - verfolgt vom unbarmherzigen Fährtensucher Moodoo. Die naturverbundene Lebensweise ihres Stammes hilft den Kindern, in der Wüste zu überleben. Doch überzeugt von seinen martialischen Erziehungsmethoden setzt Neville alles daran, die Mädchen wieder einzufangen...