Der Film zum gleichnamigen Buch ist detailgetreu gedreht worden. Hatte mich bereits das Buch gefesselt, aber auch entsetzt, so ist es dem Film gelungen, die ganze menschenverachtende Grausamkeit der Handlanger der australischen Regierung in den 30er Jahren gnadenlos darzustellen. Wer hätte gedacht, dass es die Praxis der australischen Behörden war, Aborigine-Müttern ihre Kinder wegzunehmen, die einen weißen Vater hatten, um sie in Missionsstationen zu „besseren" Australiern umzuerziehen - und dies seit ca. der Jahrhundertwende bis noch in die 60er (!) Jahre! Das dunkelste Kapitel in der Geschichte der stolzen australischen Nation, für das sich der Premierminister bis heute bei den Aborigines nicht entschuldigt hat.
Dieser Film ist nichts für „nebenbei". Man muß ihn auf sich wirken lassen mit all seiner Schrecklichkeit, wie zwei Aborigine-Müttern ihre drei Mädchen ohne Gnade und grausam entrissen werden und diese sich von der Missionsstation aus, auf die sie verschleppt wurden, 1.500 km weit auf den langen Weg zu Fuß nach Hause aufmachen, entlang dem Kaninchen-Schutzzaun, der sich längs durch ganz West-Australien zieht. Die Mädchen werden wochenlang durch die Behörden und einen eingeborenen Spurenleser verfolgt. Der Grund zu dieser „Heimkehr" und die Gefahren, die den dreien auf dem Weg zurück drohen, ist eindrucksvoll in Szene gesetzt worden. Man leidet selber mit und fragt sich ständig: wie ist so etwas möglich gewesen? Der Schluß des Films dokumentiert auch, was aus den Mädchen wurde und wie ihr Leben weiter verlief - ich hatte einige schlaflose Nächte danach. Dieses gezeigte menschliche Drama (nur eines von vielen in 70 Jahren) dokumentiert wieder einmal: Die Würde des Menschen ist unantastbar!