Walther Hill hält sich in diesem Werk so gut es geht (ohne die Legende allerdings ganz zu zerstören) an die historischen Fakten gehalten ,wenn auch vieles heutzutage etwas geschönt wirkt ,sollte man dabei die damligen Wertevorstellungen nicht ganz ausser acht lassen , wo die James & Younger Gang ja keine "absolute" Outlawbande war ,sondern immer noch in einem festen sozialen Netz ihrer direkten Umwelt und deren Werte eingebunden war , was der Film schön vermittelt , jenem Spagat zwischen bürgerlichen Leben ,sozialer Anerkennung und dem Kampf gegen vermeintliche und wirkliche Ungerechtigkeit,verbunden mit einer Veranlagung zu Gewalt ,Macht ,Annerkennung und Dominanz und archaisch menschlichen Rachegelüsten . Die schauspielrischen Leistungen bestechen durch ihre Nüchternheit und dem Zusammenspiel der Brüder .
Hier hat Walther Hill einen Glücksgriff getan ,den Film mit echten Brüdern zu besetzen ,die dadurch sehr überzeugend wirken .
Wie schon viele Rezensenten es sagten ,viele Scenen sind inzwischen Kult und wurden of kopiert (aber nie erreicht).
Besonderes Lob verdient auch dei Ausstattung,wo man sich um authentisches Ambiente bemühte , es tauchen keine tiefhängenden Holster auf ,es werden zb seltene Originalwaffen verwendet ,die es damals oder überhaupt nicht als Nachbauten gab und gibt , so sieht man zb einen Merwin & Hulbert Revolver der 1870er Jahre ,was zu jener Zeit ,als es noch keinen riesigen Reenacment Markt und Hersteller für Ausrüstung jener Zeit , sowie Fachliteratur gab und manches einfach noch kein Forschungsfeld war , sicher kein leichtes Unterfangen war, und
so seinen einige Schnitzer verziehen ,wenn in Texas eben doch am Rande noch "Faschingskostümcowboys" stehen , mit karierten Hemden ,und großen Gürtelschnallen oder Kavalleristen mit gelben Halstüchern und Uniformen ,die geradewegs aus einem John Wayne Film stammen könnten ,oder mitunter Waffen zum Einsatz kommen , wie der SAA 1872 Peacemaker, die erst um 1875 oder Revolver die gar erst in den 1880er Jahren auf dem zivilen Mark kamen verziehen .
Einige Scenen sind natürlich übertreiben ,so kann man mit einem Sharps Derringer im Kaliber 32 keinen Kronleuchter von der Decke schiessen ,das hätte selbst Annie Oakley als beste Schützin der welt kaum geschafft .Sehr gut ist auch der Soundtrack zum Film, der nicht mit orchestralem Hollywood Geklimper ,sondern mit zeitgenössiscehr Musik und Instrumentierung sehr zur Atmosphäre beiträgt .Dieser Film ist ein Meisterwerk .