Jennifer ist ein dickes lispelndes Kind, das in der Schule gehänselt und fertig gemacht wird. Ihre alleinerziehende Mutter geht zur Arbeit und zur Schule und überlässt das Kind praktisch ständig sich selbst.
Cameron wächst in einer Familie auf, in der psychische Gewalt an der Tagesordnung ist, sein Vater ist ein grausamer Tyrann. Die beiden Kinder verbindet ihr Schicksal, gemeinsam, als beste Freunde stehen sie fest zueinander und geben sich Halt. Doch dann geschieht etwas an Jennifers 9. Geburtstag, dass beide Kinder traumatisiert. Was genau, wird erst nach und nach beim Lesen klar. Kurz darauf ist Cameron verschwunden. Für Jenny bricht die Welt zusammen, denn sie erfährt, dass er gestorben ist.
8 Jahre später: Jenny nennt sich jetzt Jenna. Sie geht auf eine andere Schule, sieht toll aus, hat Freunde und einen festen Freund. Das alles kostete sie viel Arbeit und Kraft, doch hat sie es geschafft, nicht mehr die kleine häßliche Jenny zu sein. Doch dann geschieht das Unglaubliche: Plötzlich ist da Cameron, groß und gut aussehend ist er der neue Schüler in ihrer Klasse. Ihre ganze Fassade droht auseinander zu brechen und ihr Leben gerät aus den Fugen, während die beiden Jugendlichen ihr Trauma aufarbeiten und sich näher kommen.
Dieser Roman ist eine sehr einfühlsam geschriebene Geschichte über zwei verwundete Seelen, die verwandt sind. Cameron und Jenna sind mehr als Bruder und Schwester, mehr als eine Beziehung und doch ist nichts davon genug. Sie wollen zusammen sein und brauchen sich, doch ihr Leben ist zu kompliziert. Als Leser wünschte ich den beiden, dass sie zueinander finden und glücklich sind. Doch dieses Buch ist sehr real geschrieben und im wahren Leben läuft es eben nicht immer so wie es sollte. Die Autorin beschreibt die Charaktere der beiden ganz wunderbar, lässt sie Fehler haben und falsche Dinge sagen. Die beiden wirken dadurch sehr echt und authentisch.
"Long lost friend" ist eine bittersüße und wunderschöne Geschichte vom Erwachsenwerden, die mich sehr berührt hat.