Man merkt diesem Reiseführer an, dass er von Amerikanern für Amerikaner geschrieben wurde. Die Übersetzung ist teilweise sehr holprig, und der lockere Ton wirkt sehr verkrampft und stellenweise deplaziert. Auch die Bewertung der Attraktionen richtet sich wohl eher an das amerikanische Publikum, das z.B. auf total kommerzialisierte Touristen-Kulturshows wert legt. Dadurch entstehen Empfehlungen, über die man als deutscher Tourist nur den Kopf schütteln kann (Beispiel: Touristenfalle Rotorua).
Es gibt aber auch ganz handfeste Kritikpunkte: mangelnde Aktualität (insbesondere nach dem Erdbeben in Christchurch), falsche/nicht mehr gültige Telefonnummern, schlecht lesbare Karten (schwarz/weiß), viel zu wenig farbige Abbildungen, fehlende Tipps.
Wir haben mit dem Reiseführer mehrfach Reinfälle aufgrund unzureichender und im nachhinein "falscher" Empfehlungen erlitten. Dazu kommt, dass Unterkünfte, die im LP einmal empfohlen worden sind, von Touristen überrannt werden und deshalb kaum nutzbar sind. Besonders ärgerlich ist die völlig unverständliche Schwerpunktsetzung der Beschreibung z.B. der Unterkünfte -- da schwadroniert der Autor von "entzückenden Art-Deco-Bädern" und vergisst dabei zu erwähnen, dass das Badezimmer teil des Wohnzimmers ist -- ohne Tür! Das zu wissen wäre viel wichtiger gewesen als der Art-Deco-Kram, so nett er auch sein mag.
Alles in allem: nicht zu empfehlen! Wir hatten parallel den Reiseführer von Dumont im Einsatz, der um ein Vielfaches nützlicher und aktueller war (siehe Rezension dort). Bei meinen nächsten Reisen werde ich jedenfalls um den LP einen weiten Bogen machen.