Der Lonely Planet Berlin besteht wie alle Publikationen des Verlages vor allem aus Texten mit einigen Karten und wenigen Fotos. Dementsprechend findet man viel Text in diesem Buch - und muss bereit sein, diesen auch zu lesen. Wer nur schnell durch den Reiseführer blättern will, der wird sich einen anderen Verlag suchen müssen. Der Lonely Planet eignet sich selbst bei Städtereisen nur, wenn man etwas Zeit in Vorbereitung und Planung investieren will - und sei es nur in die Frage am Frühstückstisch Und was machen wir heute?". Trotzdem ist das Buch übersichtlich und man findet sich schnell in die Aufteilung ein.
Praktisch sind die Infokästen, die schon bei der Reiseplanung mit Informationen zur Reservierung oder etwa den durchschnittlichen Preisen in der Stadt helfen. Ebenso hilfreich sind die Top-Picks, die nicht nur Sehenswürdigkeiten nochmals besonders in den Vordergrund stellen, sondern auch Empfehlungen etwa zum passenden Lesestoff geben.
Die Seiten mit den Stadtvierteln sind schnell zu finden, da man sie schwarz gefärbt hat und sie sich so gut gegenüber dem Rest des Buches abheben.
Die Karten sind unterschiedlich gut gelungen. Die Übersichtskarten für ein Viertel sind etwas klein und wirken in ihrer Farbgebung auch etwas anstrengend für die Augen, wenn man wirklich längere Zeit etwas darauf suchen muss. Dafür sind hier auch die Namen der Nebenstraßen verzeichnet. Diese fehlen zum Teil bei den Tourenkarten, dafür hilft hier eine markierte Wegstrecke bei der Orientierung.
Eher unpraktisch ist dagegen der beigelegte Cityplan. Im Buch angeklebt, muss man ihn erst herauslösen, bevor man ihn benutzen kann. Danach gibt es aber nichts im Buch, wo man ihn befestigen kann. Zwar ist der Plan farbig und bietet auch Extra-Karten, etwa zum Potsdamer Platz, aber auch hier fehlen viele Straßennamen, so dass es fraglich ist, wie gut man sich wirklich mit dem Plan orientieren kann, wenn man keine Ahnung hat, wo man gerade ist.
Die Tipps sind nett und sicher auch zahlreich, aber nicht so besonders und individuell, wie man beim Namen Lonely Planet vielleicht denken würde. Sie sind sicher in einigen Bereichen hipper und trendiger als bei einigen anderen Reiseführern - aber beispielsweise bei den Hotels findet man eben auch viele großen Grandhotels der Stadt, die man sich als Backpacker eher nicht leisten wird.
Wer vom Konzept der Lonely Planet-Reiseführer überzeugt ist, der wird auch mit diesem Exemplar zufrieden sein. Allerdings bietet der Reiseführer keine herausragenden Informationen und muss seine Leser deswegen durch Aufbau und Konzept überzeugen - ansonsten könnte man ihn zu leicht durch ähnlich gute Exemplare anderer Verlage ersetzen.