Mit den Lonely Planet Guides und dem Reiseziel Frankreich verhält es sich wie mit Löwe und Tiger - normalerweise begegnen sie sich nie. Der Lonely Planet, meiner Ansicht nach eine der besten Reiheführerreihen der Welt, ist in Burma, BanglaDesch, in Papua und Tibet unschlagbar für alle, die bei knapper Reisekasse ihre Tour selbst organisieren wollen . Frankreich dagegen ist ein Reiseland, dessen kulturelle Feinheiten man erst versteht und dessen Preise man erst bezahlen kann, wenn man schon ein erkleckliches Alter auf dem Buckel hat. Wie also passen Reisebuchdesign und Reiseziel zusammen?
Meine Antwort: anders als sonst. Das Buch ist, von Paris einmal abgesehen, primär kein Führer zu preiswerten Unterkünften, ganz einfach weil es die in Frankreich - am LP Standard gemessen - kaum gibt. Viele typische Aktivitäten, die man auf dem Hintergrund einer fetten Reisekasse in Frankreich, unternimmt wie etwa Bootstouren auf den Kanälen des Languedoc oder Burgunds sind in dem Buch nicht verzeichnet. Es ist auch kein sonderlich exakter Reiseführer, denn dafür ist landesweit die Menge dessen, was es zu sehen gibt, einfach zu groß ( die Geburtsstätte Flauberts oder seinen Pavillon sucht man etwa im Kapitel über Rouen vergebens.) Wozu also dieses Buch? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht recht, denn ich habe es gekauft, musste aber vor Ort immer auf Spezialführer wie Provence, Aquitanien oder Elsass zurückgreifen. Am ehesten vermittelt es mit seinen 1000 Seiten eine Vorstellung von der Größe des französischen Kulturraumes, in den die 21 Kapitel immerhin einen eigenwilligen Einstieg (mit Auflistung aller Wäschereien, Intenetcafes und Gay- und Lesben Szenetreffs) liefern.