Der Film basiert auf der authentischen Geschichte eines Mörderpärchens, das einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA sein Unwesen trieb. Ein Hochstapler, Betrüger und Heiratsschwindler (dargestellt von Jared Leto) begegnet einer psychisch instabilen, aber sexuell attraktiven - und manipulativen - Frau (Salma Hayek) und geht mit ihr ein unheiliges Bündnis ein. Er trifft über Brieffreundschaften Frauen, die mutmaßlich Ersparnisse haben, tritt als schleimiger Charmeur auf, begleitet von seiner Freundin, die sich als seine fürsorgliche Schwester ausgibt. Die Opfer werden erst um ihr Geld und dann um ihr Leben gebracht. Auf die Spur dieses Soziopathen-Pärchens setzt sich ein Mordermittler, dargestellt von John Travolta. Er geht, anfänglich belächelt, vielen Hinweisen nach, bis sich schließlich der Kreis um die Mörder immer enger zieht.
Der Film hat ein langsames Erzähltempo. Dies sollte aber nicht mit Beschaulichkeit verwechselt werden. Als Zuschauer verfolgt man das Geschehen gebannt, das Verhängnis entwickelt sich in kleinen Schritten, grausam und unerbittlich fortschreitend. Gegen Ende freilich, als die Mörder allmählich die Kontrolle über ihre Impulse verlieren, nimmt die Handlung "etwas Fahrt auf". Dieser Film ist kein versöhnlicher Film. Genauso widerlich und abstoßend, wie die Mörder ihre Opfer ins Jenseits befördern - man sieht zum Glück nur zwei Morde, ein dritter wird angedeutet -, ist am Ende das Wirken der "Gerechtigkeit" zu beobachten, als die Missetäter buchstäblich auf dem elektrischen Stuhl gebraten werden.
Die Charakterzeichnung gefällt mir im Wesentlichen sehr gut. Ohne mit historischen Fakten und Darstellungen "belastet" zu sein, kann ich sagen, dass ich die mörderische Dynamik des Verbrecherpärchens nachvollziehbar finde. Er ein labiles Subjekt, heimatlos und im Grunde beziehungsunfähig, sie eine sexuell missbrauchte Frau, die nun ihrerseits Sexualität als Machtmittel einsetzt, um die Beziehung der beiden Gescheiterten in einem fragilen Gleichgewicht zu halten. Jeder für sich kaum lebensfähig, entwickeln sie gemeinsam eine hohe zerstörerische Kraft. Denn die weiblichen Kontakte, die er für seinen "Lebensunterhalt" benötigt, empfindet sie als Bedrohung ihrer Mesalliance. Auch John Travolta, der Mordermittler, liefert eine gute Leistung ab. Er spielt den verbitterten, subdepressiven, illusionslosen Cop überzeugend. Eine gewisse dramaturgische Schwäche sehe ich darin, dass das bestimmende Trauma des Cops - der Suizid seiner Frau einige Jahre zuvor - durch die Hinrichtung der Mörder gleichsam in einer heilenden Läuterung überwunden wird. Das kommt mir etwas aufgesetzt vor, auch wenn ich, wie gesagt, die True-Crime-Geschichte nicht kenne. Vielleicht will man so in diesem für amerikanische Verhältnisse sehr düsteren Film dem Zuschauer noch einen Lichtblick auf den Weg geben. Und, ehrlich gesagt, diesen Lichtblick kann man am Ende des Films wirklich gebrauchen.