Das fragt man sich, wenn man Lone Justices gleichnamiges Debütalbum anhört. Die Platte der Band um Maria McKee erschien 1985 und wurde fast durchweg nicht wahrgenommen, vor allem von der plattenkaufenden Mehrheit.
Was hier geboten wird, ist Gitarrenpop vom Feinsten, ab und an mit Country-, Folk- und Gospel-Einlagen. Nichts wirklich Außergewöhnliches, aber auf hohem musikalischem Niveau. Und mit Maria McKee hatte die Band eine Frontfrau, die nicht nur gut aussah und eine Wahnsinnsröhre hatte, sondern auch tolle Songs schreiben konnte. Am besten gefallen von dieser Platte die beiden Singleauskopplungen "Ways to be wicked" (geschrieben von Tom Petty & Mike Campbell von den Heartbreakers) und "Sweet sweet baby", aber auch Songs wie das beschwingte "After the flood", das eher sakrale "You are the light" oder das poppig-schmissige "Wait till we get home" können gefallen. Einzig der etwas mißtönende Opener "East of Eden" (wohl der Versuch, etwas abzurocken) paßt nicht ins ansonsten homogene Gesamtbild.
Letztendlich hat die Platte nur einen wirklichen Schwachpunkt: nämlich die kurze Laufzeit, nach 36 Minuten ist der Spaß schon vorbei. Wer sich davon veräppelt fühlt, hat dieses wunderschöne Album nicht verdient; alle anderen dürfen sich auf Pop-Perlen oberster Güte freuen.