Also das, was mir mit diesem Film in die Finger kam, übertrifft alles, was ich erwartet hatte. Ich hatte mir gedacht, nach dem Hai-Schocker "Red Water" gebe ich Lou Diamond Philipps nochmal eine Chance, denn als Kämpfer gegen den Hai war er wirklich gut. Dass er als mordlüsterner Biker auch eine gute Figur machen würde, hatte ich bezweifelt - und war echt überrascht. Der Film ist einer jener billigst herunmtergekurbelten und daher umso spannenderen Trash-Action-Filmchen, die ich so schätze. Eine Biker-Gang zieht mordend und raubend durch Amerika und kommt in ein verschlafenes Westernstädtchen, das von Westernaufführungen für Touristen lebt. Prompt mischen sie den Laden kräftig auf und legen sich ausgerechnet mit einem jungen Darsteller der Wildwestshow an, der flugs den richtigen Umgang mit scharf geladenen 45er Colts lernt und dann als einsamer Rächer der Geknechteten grausam zurückschlägt. Leute, das ist der Hammer. Western meets Rockerfilm! Da wird geballert, was das Zeug hält, die Bösen sind abgrundtief böse, die Guten stolz und heldenhaft, und anderthalb kurzweilige Stunden bei Popcorn und einem kühlen Drink sind garantiert...aber nur, wenn man die Story des Ganzen nicht verzweifelt sucht oder sie hinterfragt, wenn man sie gefunden hat. Man darf eben von Trash nur Trash erwarten, aber wenn man das tut, wird man nicht enttäuscht. Dieser Film ist ein kleiner Schatz in meiner bescheidenen Sammlung und wird auch noch ein zweites oder drittes Mal für kurzweilige Unterhaltung sorgen. Da der Film allerdings, wie eigentlich nicht üblich, auf eine gutaussehende Leading Lady verzichtet, gibt's einen Stern Abzug. Ansonsten wünsch ich mir mehr trashige Knaller von dieser Qualität.
Jasper P. Morgan