Nach über 20 Jahren Spiegelreflex-Erfahrung (analog und digital) wurde für mich folgende Erkenntnis immer deutlicher: digitale Fotografie ist bei Benutzung einer guten Kamera überlegen in punkto Bildqualität und Brillanz. Insbesondere, wenn man die Möglichkeiten der nachträglichen Bildbearbeitung berücksichtigt, wird man hier in der Regel bessere Ergebnisse erzielen als bei einem gescannten Negativ.
Aber die analoge Fotografie hat Ihren eigenen Reiz: sie bietet durch die Bandbreite an verschiedenem Filmmaterial und an grundsätzlich unterschiedlichen Kameras wesentlich mehr Freiraum für Experimente und künstlerischen Anspruch. Die Ergebnisse von interessantem Film in Kombination mit einer guten Kamera sind gelegentlich auch völlig überraschend.
Unter diesem Gesichtspunkt habe ich den Redscale Film bei einem Ausflug in Schneelandschaft in einer guten SLR aus den 80er Jahren eingesetzt und bin von den Landschaftsaufnahmen begeistert: es entstand eine orangefarbene Phantasielandschaft, wobei die Tönung je nach Sonneneinstrahlung von fast natürlich bis knallorange variierte. Die Personenportraits haben mich dagegen ein wenig enttäuscht, weil hier meist kontrastarmes Mittelrot dominiert. Die Körnung würde ich als mittelgut beschreiben. Die Entwicklung beim Drogeriemarkt hat geklappt (normaler C41-Prozess), aber den nächsten Film möchte ich testweise zum Fachmann geben.
Mein Tipp: bei viel Licht oder starkem Hell-Dunkel-Kontrast testen. Die Ergebnisse können überwältigend sein.