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Lolita lesen in Teheran [Gebundene Ausgabe]

Azar Nafisi , Maja Ueberle-Pfaff
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

11. August 2005
Als die iranische Literaturprofessorin Azar Nafisi den Schleier nicht länger tragen will, wird sie von der Universität Teheran verwiesen – und erfüllt sich einen Traum. Zwei Jahre lang kommen sie und sieben ihrer besten Studentinnen jeden Donnerstag morgen heimlich zusammen, um verbotene Klassiker der westlichen Literatur zu lesen. Mit der Lektüre von Nabokov, Austen, James und Fitzgerald schaffen sie sich Freiräume in der ihnen aufgezwungenen Enge der Islamischen Republik Iran. Aus verstohlen in ihr Haus huschenden schwarz verschleierten Schatten werden junge Frauen in Jeans und bunten Kleidern. Sie öffnen sich in der Diskussion über die literarischen Werke und beginnen die eigene Realität, der gegenüber sie sich lange sprachlos und ohnmächtig fühlten, zu hinterfragen und zu verändern.


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 424 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 4 (11. August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421058512
  • ISBN-13: 978-3421058515
  • Originaltitel: Reading Lolita in Tehran. A Memoir in Books
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,2 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 525.027 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Literatur, wie alle Künste, kann nur in Freiheit gedeihen. Und mit der ist es im Iran, wie auch immer man zu dem ihm vorangegangenen Schah-Regime stehen mag, nicht weit her seit der islamischen Revolution. Darüber, und wie sie sich mit einer handverlesenen Auswahl ihrer Studentinnen in ihrem Haus die Freiheit zurückeroberte, die Bücher zu lesen (und vor allem frei über sie zu reden), die sie, aus welchen Gründen auch immer, für lesenswert hielt -- darüber berichtet dieses seinerseits unbedingt lesenswerte Buch der iranischen Literaturprofessorin Azar Nafisi.

Das Buch selbst entstand im amerikanischen Exil. Was sie berichtet, ereignete sich noch in Teheran, wo sie nach ihrer freiwilligen Demission aus dem Hochschuldienst im Schutz ihrer Wohnung mit den Teilnehmerinnen an ihrem Privatseminar konspirativ Werke der Weltliteratur studierte. Unter anderem die titelgebende Lolita Vladimir Nabokovs oder auch Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald. Allesamt Werke jedenfalls, die im Zuge der islamischen Kulturrevolution als dem organisierten "Versuch, den Iran von der so genannten dekadenten westlichen Kultur zu säubern" von den Leselisten an den Universitäten verschwanden. Bei der gemeinsamen Lektüre lernen sich die Frauen von Seiten kennen, die sie in ihrem sonstigen Leben sorgsam verbergen müssen, wie ihr Haar unter dem Schleier. Und auch für uns Leser eröffnet sich eine völlig neue Sicht auf den Iran und die Menschen, die sich dort auch unter widrigen Umständen die Freiheit ihres Intellekts erhalten…

Dass das Buch ausgerechnet in Amerika so rege Aufmerksamkeit gefunden hat und dort viele Wochen ganz oben auf den Bestsellerlisten stand, ist ein gutes Zeichen und wirft ganz nebenbei auch auf dieses Land ein neues Licht. Eines, das ebenfalls Anlass zur Hoffnung gibt. -- Hasso Greb

Pressestimmen

"Bemerkenswert ... ein großartiges Plädoyer für die verändernde Wirkung von Literatur." -- The New York Times

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Kraft der Literatur 14. Juli 2006
Von Floetelei TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Lolita lesen in Teheran" ist eines der besten Bücher über Literatur UND Politik, das in den letzten Jahren erschienen ist. Die Autorin, Literaturdozentin, behandelt das bereits paradox klingende Thema: "Westliche Literatur lesen in einem Gottesstaat" in seiner ganzen Vielschichtigkeit. Der westliche Leser mag zunächst einmal überrascht sein, dass dies, zumindest teilweise, sogar mit Billigung des islamischen Regimes möglich war / ist, dass nach der "Revolution" überhaupt noch Anglistik mit literarischem Anspruch und nicht als reine anti-westliche Propagandaveranstaltung an iranischen Unis gelehrt wurde. Zwiwchen den Zeilen macht die Autorin deutlich, auch wenn dies nicht ihre primäre Absicht sein dürfte, dass auch der Westen in punkto Iran an einem Klischee klebt. Wer erinnert sich nicht an die Fernsehbilder der scheinbar uniformen Masse fanatischer Anhänger, die 1989 den Tod Khomeinis beklagten? Doch nicht alle Iraner waren untröstlich, zeigt die Autorin, noch nicht einmal all derjenigen, die zum Begräbnis geeilt waren. Doch obwohl die Autorin unerwartete Nischen in diesem für uns so monolithisch erscheinenden Staat aufzeigt, stellt sie glasklar und auf bedrückende Weise die Unmenschlichkeit eines Systems dar, in dem Frauen wegen zu langer Fingernägel und anderer Nichtigkeiten gedemütigt, verfolgt, verhaftet werden und "Regimekritiker" bereits oft wegen kleiner Vergehen gefoltert und ermordet werden. Auch ein Gottesstaat wird nur von Menschen regiert. Und wie jede Diktatur bietet er Unmenschen ungeahnte "Karrierechancen", den Hardlinern, den Sadisten, den Opportunisten. Doch das eigentlich Erstaunliche ist, dass es in jeder Diktatur, so auch im Iran, Menschen gibt, die sich nicht verbiegen und verblenden lassen. Bei der Autorin und ihren Studenten hat die Literatur daran großen Anteil. Denn große Romane stellen den Menschen nie eindimensional, sondern mit all seinen Facetten dar. Wie groß diese Kraft der Literatur ist, zeigt sich etwa daran, dass sich die Autorin, trotz ihrer Wut auf die Islamisten, versucht, in die Psyche eines Fanatikers zu versetzen, der in der Uni öffentlich Selbstmord begeht. Denn, so überlegt sie, geschult etwa an der Lektüre der Romane Henry James, auch diese Person habe vielleicht mehrere Gesichter.

Durch Nafisis Buch kann man mehr über die jüngere Geschichte des Irans erfahren als aus dicken politischen und historischen Kompendien, da die Geschichte der Menschen aus mehr besteht als aus chronologischen Abläufen stringenter Fakten.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Stück Leben in Teheran 13. Oktober 2006
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Die Autorin, kurz vor der islamischen Revolution als Dozentin für Literatur in den Iran zurückgekehrt, hat nach ihrer Entlassung von der Universität einen privaten Literaturkreis mit ihren besten Schülerinnen gegründet. Hier lesen sie die inzwischen verbotenen Klassiker und beziehen sie teilweise auch auf ihre eigene Situation. so erfährt man, was es wirklich bedeutet, als Frau im islamischen Iran aufwachsen zu müssen, und wie die verschiedenen Charaktere mit den strengen Beschränkungen umgehen. Man bekommt so einen guten Eindruck in den Iran kurz vor der Jahrtausendwende.

Im zweiten Teil schildert die Autorin in Rückblicken, wie es ihr selbst seit ihrer Ankunft im Iran ergangen ist. Sie hat sich bis zu ihrer Entlassung von der Universität geweigert, das Kopftuch zu tragen und sich auch sonst gegen die Repressalien (vor allem bezügl. ihres Unterrichtsstoffes) zu wehren, was jedoch ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr möglich war. Erschreckend ist, wie auch viele nicht fundamental-islamische Gruppen wenig Verständnis für sie aufbringen konnten. So erfährt man nebenbei auch viel über die Wirren der Revolution selbst und die Errichtung dieses Regimes.

Allerdings muß gesagt werden, daß dies kein Buch ist, das man einfach so "runterliest". Durch die vielen Bezüge zu verschiedenen Werken der Weltliteratur ist es vor allem auch für Literaturfans interessant. Die hochwertigen und oft mitreißenden Kommentare lassen die Qualität der Autorin als Literaturwissenschaftlerin erahnen. Daher sicher nicht für jeden geeignet, aber aus meiner Sicht ein ganz hervorragendes Buch!
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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Iran - eine ganz private Wirklichkeit 24. Juni 2005
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Endlich mal ein Buch das die iranische Situation am Beispiel Einzelner darstellt und kritisch reflektiert, ohne ausschließlich anzuklagen.
Die Autorin selbst, ist Iranerin und arbeitete als Dozentin für englische Literatur an verschiedenen Universitäten in Tehran. Als sie die Lehrtätigkeit aufgrund der Repressalien aufgibt, gründet sie einen privaten Studentenzirkel, der sich heimlich trifft, um Bücher zu besprechen. Dabei werden private Erlebnisse und die alltäglichen Erfahrungen genauso diskutiert, wie die politische Situation des Landes. Dieses Buch stellt die politischen und kulturellen Entwicklungen im Iran in den Jahren seit der Revolution in eindrucksvoller Weise dar. Sehr spannend zu lesen und sehr beeindruckende Darstellung der realen Situation junger Menschen im Iran.
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4.0 von 5 Sternen Wie Literatur zum Lebensretter werden kann
Dieses Buch handelt von wahren Ereignissen, von der verändernden Kraft der Literatur - und es hat viele Vorschusslorbeeren und gute Rezensionen kassiert. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von T. Jannusch veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Literaturtheorie in Romanform gegossen - herausragend
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Vor 10 Monaten von Iris Weiss veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Als Perserin ein Genuss
Dieses Buch ist für mich als Perserin/Iranerin ein Lesegenuss. Ich erkannte so viele Erinnerungen aus meiner Kindheit in dieser Geschichte. Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Sali veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Schöner Einblick in die Seele Irans
Mir gefiel dieses Buch einfach schon deshalb, weil in ihm eine gebildete Frau ihre Welt plastisch darstellt und Macht wie Ohnmacht in allen Farben darstellt. Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Aragon66 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Lolita lesen in Teheran
Ob und inwieweit Literatur die Welt verändern kann, darüber ist schon viel spekuliert worden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. Mai 2011 von Ferdinand
4.0 von 5 Sternen Irgendwie unzufriedenstellend...
Ich weiß nicht genau, welche Erwartungen ich bei diesem Buch hatte, aber sicherlich waren sie anders, als das was ich letztlich geliefert bekommen habe. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. April 2011 von Janie
4.0 von 5 Sternen Interessant
Das Buch hat mich nicht von Anfang an mitgerissen, aber es ist einfühlsam geschrieben, man kann ein bisschen verstehen wie sich die, ganz in Schleiern verhüllten, Frauen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. September 2010 von andrea müller
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend
Ich fand das Buch einfach langweilig. Ist das ein Anglistisches Proseminar, oder geht es um das Leben unter den Mullahs im Iran? Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. August 2009 von Tilo
3.0 von 5 Sternen Für Kenner der "Klassischen Literatur"
Bezüglich des Lebens im Iran und speziell der Situation der Frauen im Iran fand ich dieses Buch wirklich sehr interessant. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. Dezember 2008 von Hochzeitsfee
5.0 von 5 Sternen Sehr lesenswert - nicht nur für Literaturbegeisterte . .
Azar Nafisi ist Professorin für englische Literatur und lehrte an der Universität Teheran kurz nach der Revolution und der Übernahme des Staates durch Ayatollah... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. November 2007 von Mariposa
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