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Lolita, 2 Audio-CDs Audio-CD – 1. Januar 1999

4.5 von 5 Sternen 253 Kundenrezensionen

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Pressestimmen

Nabokov markiert unstreitig einen Höhepunkt der modernen Weltliteratur. (Neue Zürcher Zeitung)

Das zentrale Thema dieses Romans ist die sexuelle Hörigkeit. (Marcel Reich-Ranicki) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Lolita
OT Lolita OA 1955 DE 1959Form Roman Epoche Moderne
Der zunächst 1955 im Pariser Olympia-Press-Verlag erschienene Roman von Vladimir Nabokov erreichte einen mehr als zwei Jahre währenden Untergrundruhm; die 1958 veröffentlichte US-amerikanische Ausgabe geriet zum Skandalerfolg. Lolita ist ein virtuoses, ironisch-frivoles Meisterwerk der Weltliteratur und avancierte rasch zu einem Klassiker der Moderne.
Entstehung: Nabokovs Suche nach einem renommierten Verlag für seinen zwischen 1949 und Ende 1953 entstandenen Roman scheiterte, nachdem fünf Verlagshäuser die Veröffentlichung u. a. wegen Pornografieverdachts abgelehnt hatten. So erschien Lolita in englischer Sprache in dem auf mehr oder weniger anspruchsvolle literarische Erotika spezialisierten Olympia-Press-Verlag in Paris. Eine Art Vorstudie bildete die 1939 geschriebene, erst 1986 postum veröffentlichte Novelle Der Zauberer.
Inhalt: Der Roman schildert die unselige Leidenschaft des 1910 in Frankreich geborenen Literaturwissenschaftlers und Privatlehrers Humbert Humbert zu der kindhaften und gleichzeitig frühreifen 12-jährigen Dolores (Lolita) Haze. Humbert Humbert ist Mädchen zwischen neun und vierzehn Jahren verfallen; deren vollkommene Inkarnation findet er in Lolita. Um in ihrer Nähe bleiben zu können, heiratet er ihre Mutter, die Witwe Charlotte Haze; er verursacht indirekt deren Tod und beginnt mit Lolita – aus Furcht vor Entdeckung seiner verbotenen Leidenschaft – ein unstetes Reiseleben durch die USA. Humbert Humbert stellt bald fest, dass sie verfolgt werden, und eines Tages ist Lolita, offenbar mit dem Verfolger im Bunde, verschwunden. Als er sie nach Jahren wiedersieht – verheiratet, schwanger und in ärmlichen Verhältnissen lebend –, weigert sie sich, zu ihm zurückzukehren, doch gelingt es ihm, den Namen des damaligen Nebenbuhlers zu erfahren. Es ist der Dramatiker Clare Quilty, den er in einer furiosen Racheszene erschießt.
Mit sprachlicher und stilistischer Virtuosität geschrieben, zahlreiche literarische Anspielungen aufweisend und mit distanzierender Ironie unterlegt, ist der Roman weder Schilderung der Überschreitung moralischer Schranken noch Diagnose einer dekadenten Epoche, sondern am ehesten die Geschichte einer tragischen Leidenschaft, die ihren Gegenstand – wenn überhaupt – nur um den Preis der Zerstörung erreichen kann. Versuche, den Roman allegorisch zu deuten, wonach sein Thema v. a. in der Konfrontation des alten Europa (Humbert Humbert) mit dem jungen Amerika (Lolita) zu sehen sei, hat Nabokov zurückgewiesen.
Wirkung: Der anfangs heftig umstrittene Roman, der die Mitgliedschaft des Dichters im Kollegium der Universität zu gefährden drohte, entwickelte sich zu einem außerordentlichen kommerziellen Erfolg und verhalf Nabokov zur finanziellen Unabhängigkeit. Für die Verfilmung durch Regisseur Stanley Kubrick (1928–99) im Jahr 1962 hatte Nabokov auch das Drehbuch verfasst. J. R. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch.

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Format: Taschenbuch
Der Fall scheint eigentlich sonnenklar: Humbert Humbert, ein Mann schon in den reiferen Jahre, heiratet eine Frau, die er eigentlich garnicht liebt, nur um an sein wahres Objekt der Begierde zu gelangen: Deren Tochter, Dolores Haze, genannt Lolita, gerade mal 12 Jahre alt. Durch Ereignisse die hier nicht verraten werden sollen, gelangt er im Laufe des Romans in den alleinigen "Besitz" Lolitas. Diese hat dann, bevor er ihr das Frühstück gestattet, ihre "morning duty" zu erfüllen. Wie diese genau aussieht, bleibt der Phntasie des Lesers überlassen.
Ein Dreckskerl also, oder? Klar, nur merkt man das beim Lesen nicht so schnell wie bei einem flüchtigen Blick auf eine Inhaltsangabe. Die Geschichte wird uns nämlich von Humbert Humbert persönlich erzählt. Und dieser ist durchaus eloquent und hat gute Gründe für all seine verwerflichen Taten vorzubringen. Als Leser neigt man ja in den meisten Fällen dazu, die Autorität des Ich-Erzählers zu akzeptieren und sein (oder ihr) Wertesystem zu übernehmen, wenn dieser oder diese sich nicht allzu plump anstellt.
Humbert Humbert tut dies nicht. Er beschreibt nicht, wie er sabbernd, geiffernd und Lolita beim Duschen zuschaut. Vielmehr legt er in geradezu poetischer Art und Weise seine wohl ehrliche Liebe zu dem jungen Mädchen dar. Dass dieses Gefühl nicht auf Gegenseitigkeit beruht, verschweigt er. Dies wird nur an einigen wenigen Textstellen, wie an der oben zitierten, implizit deutlich.
"Lolita" verlangt somit einen kritischen Leser, der sich der manipuliernden Erzählweise Humbert Humberts bewusst ist und sich nicht dem Charme und rhetorischem Geschick des pädophielen Protagonisten hingibt.
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Format: Taschenbuch
"There is no such thing as a moral or an immoral book. Books are well written, or badly written. That is all." --Oscar Wilde
Often banned by those who consider it "immoral," LOLITA is far better than just "well written." Stylistically, there are few novels in English that match Nabokov's masterpiece for the seriously playful love and use of language. And English was at least Nabokov's third tongue! LOLITA is neither a moral nor an immoral book. It is brilliantly written. But Wilde was slightly off: that is NOT all.
French academic Humbert Humbert comes to America to renew his life after stagnation and divorce in Paris. He soon meets the 12-year-old Dolores Haze. Lolita. She who reminds him so powerfully of the young Annabel he so innocently fell in love with on the Riviera when he was thirteen. The trouble is, Humbert was thirteen twenty-five years before and he wants to love Dolores as if he were thirteen again. It's just not so innocent this time around, and the fact that he knows this does not stop him.
That LOLITA is a love story cannot be convincingly denied any more than that it is a twisted tale of illicit, deranged obsession--novels, like life, often revel in ambiguity. Nabokov encourages these multiple shades of gray by employing one of the most enchanting yet unreliable narrators I've ever encountered. We see not only his obsessive, unheathily insatiable lust for the young girl, but also what life with him does to her: how she cries at night despite her brave front during the day, how she learns to manipulate him, how she grows to hate him. How much of what Humbert says can really be believed? Trying to figure that out is part of the enjoyment.
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Format: Taschenbuch
"Lolita" ist für mich ein Werk, das in einen Literaturkanon aufgenommen gehört (wenn es denn einen gäbe). Erzählt wird die verzweifelte Liebe eines mittelalten Mannes zu einem kleinen Mädchen. Diese unmögliche und kriminelle Liebe war der Grund, warum das Buch lange Zeit verboten war und in manchen Ländern sogar immer noch ist.
Aber Nabokov schreibt keineswegs obszön oder sensationsgierig, sondern melancholisch, trüb, analytisch, doch oft auch einfach nur witzig. Die Selbstironie, das Selbstmitleid und das harte, aber oft auch vor Wahrheit strotzende Urteil des Erzählers "Humbert Humbert" sind kraftvoll und sympathisch.
Die Sprache Nabokovs ist meiner Ansicht nach unübertroffen. Und damit meine ich ernsthaft, daß sie die Virtuosität z.B. Goethes, Döblins oder Hesses in den Schatten stellt. Ein großes Lob an dieser Stelle auch an die Übersetzer, die Großes vollbracht haben, so daß viele Wortspiele auch im Deutschen erhalten und v.a. auch nicht gekünstelt sind.
Nabokovs Sprache ist treffend, phantasievoll und immens kreativ. Oft fragt man sich, woher er diese wohlüberlegten Vergleiche und Assoziationen und Ausdrücke sowie Redewendungen hernimmt.
Zum Schluß sei noch erwähnt, daß es in "Lolita" vor Anspielungen auf die Literatur, insbesondere die französische, nur so wimmelt. So sind Kenntnisse auf diesem Gebiet und in der französischen Sprache zwar hilfreich und nett, jedoch kinesfalls für das Verständnis oder den Genuß des Buches notwendig.
Fazit: Ein Meisterwerk, das vor die Lesebrille eines jeden Literaturfans und dessen, der es werden will, gehört.
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