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Lokaltermin, Roman, [Unbekannter Einband]

Stanislaw: Lem
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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Frankfurt/Main, Insel 1985, (1985)
  • ASIN: B005KS809U
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lem in Bestform 15. Januar 2003
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Wie verpackt man Gesellschaftskritik möglichst unauffällig? Richtig, in einem satirisch-philosophischen Science-Fiction-Roman! Das mag nicht sofort einleuchten, aber wer wissen möchte, wie so etwas funktioniert, dem sei dieses Buch aufs wärmste empfohlen.

Stanislaw Lem lässt den Leser zusammen mit der Hauptfigur Ion Tichy durch drei völlig unterschiedliche Geschichten gehen:

Während man in der ersten erfährt, welche juristischen Verwicklungen Immobiliengeschenke in der Schweiz zur Folge haben können, kommt unserem Helden im zweiten Abschnitt ein Auftrag als Botschafter auf einem fernen Planeten gerade Recht, um der Schweizer Justiz zu entfliehen.

Der Planet selbst ist ein alter bekannter, Ion Tichy hat ihn selbst entdeckt, dabei aber einen schwerwiegenden Fehler begangen (welchen, wird nicht verraten ;-). Um nun vor weiteren Fettnäpfchen sicher zu sein, ist erst einmal Informationsbeschaffung angesagt.
Lem nutzt hier Tichys Aufenthalt in einer "Bibliothek", um dem Leser einen Zerrspiegel aller möglichen menschlichen Verhaltensweisen vorzuhalten. Egal was - Politik, Wirtschaft, Kultur, Religion, Sport, Sex - die "Manschen" machen alles völlig anders, trotzdem erkennt man aber schnell: Manschen sind auch nur Menschen.

Für mich ist allerdings der dritte Abschnitt des Buches der absolute Höhepunkt, in dem Tichy den Planeten dann endlich besucht. Hier nimmt Lem die Ost-West-Beziehungen in den 80ern so auf die Schippe, dass man sich wundert, dass das Buch damals auch in der DDR veröffentlicht wurde. Da ist nichts mehr übrig von dem Autor solcher prokommunistischen Frühwerke, wie etwa "Gast im Weltraum".

Bleibt nur noch zu sagen, dass Lem das Werk mit soviel Humor gewürzt hat, wie selten ein anderes. Wem's nicht gefällt, der braucht sich "Kyberiade" auch nicht durchzulesen ;-)

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Wieder ist es Lem gelungen, Science-Fiction, Humor, Philosophie und Gesellschaftskritik erfolgreich unter einen Hut zu bringen. Er nimmt dabei sowohl die heutige "Schadenersatzklage"- Kultur aufs Korn sondern behandelt satirisch auch die Themen Propaganda, Beeinflussung des Individuums durch die Regierung, völlig unsinnige prophetische Pseudowissenschafter, die absolute Technikgläubigkeit und dergleichen mehr. Auch dieses wahnwitzige Kaleidoskop an Ideen sollte sich kein philosophisch oder ironisch veranlagter Science-Fiction Fan oder jemand, der Spaß am Denken hat, entgehen lassen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das tiefste Werk Lems 23. Juli 2002
Format:Taschenbuch
"Der Lokaltermin" ist wohl das tiefste Romanwerk Lems. Wie oft man es auch lesen mag, man findet immer wieder eine neue Facette, eine verborgene (oder auch offensichtliche) Bedeutung, die vorher der Aufmerksamkeit entging. Das Buch ist eine Parabel zum Ost-West-Konflikt, zur Verlogenheit der Politik, zum Irrwitz der Technologie, zum "Zanna" des Kampfes philosophischer Schulen und zur Festkörperphysik der Zukunft. Vor allem aber ist es immer eines: unglaublich komisch.

Keiner, der den "Lokaltermin" zu lesen beginnt, legt ihn vor dem Ende wieder aus der Hand. Versprochen.

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