Joachim Bahler: ekz-informationsdienst, 09/2000
Die Lokale Agenda 21 hat ausgehend von der UN-Konferenz in Rio 1992 auf kommunaler Ebene inzwischen einige, wenn auch kleine Folgen in der Kommunalpolitik: an vielen Orten sind Gruppen entstanden, die aus einer gesamtheitlichen Sicht ökonomische und ökologische Prozesse so gestalten wollen, dass damit den Prinzipien der Nachhaltigkeit und Zukunftsbeständigkeit entsprochen werden kann. In diesem Band werden die historische Entwicklung bis zum Beschluss der Agenda 21 und die theoretischen Ansprüche insbesondere der Beteiligungskonzepte der Agenda 21 dargestellt. Im Zentrum steht eine kleine empirische Untersuchung an 5 unterschiedlichen Kommunen zur Umsetzung des Aktionsprogramms in partizipatorischer und ökologischer Hinsicht.
Kurzbeschreibung
Seit auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 ein Aktionsprogramm beschlossen wurde, das die sozialen und ökonomischen Bedingungen für eine ökologische Wandel hin zu einer nachhaltigen Entwicklung festschreiben sollte, ist der Name dieses Programms polpulär: Die Lokale Agenda 21. Ein besonderer Schwerpunkt dieser "Tagesordnung (Agenda) für das 21. Jahrhundert" bildet die Einbeziehung der Kommunen in diesen globalen Entwicklungsplan und die Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung. Die Umsetzung der Leitlinien von Rio de Janeiro auf kommunaler Ebene ist das Ziel der "Lokalen Agenda 21". Der Unterschied zur herkömmlichen Politik besteht darin, daß ökonomische, soziale und ökologische Prozesse erstmals als Einheit begriffen werden, an deren Ausgestaltung die Bürger einer Kommune als Akteure direkt beteiligt sind. Ulrike Schönborn verfolgt die Intention, die Entstehungszusammenhänge wie auch die theoretischen Ansprüche der Lokalen Agenda 21 in Deutschland darzustellen. Ihre Absicht war, den aktuellen Stand der Umsetzung - national und internatio-nal - sieben Jahre nach der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro zu analysieren. Anhand von fünf nach dem Zufallsprinzip und unterschiedlichen Größenordnungen ausgesuchten größeren und kleineren Kommunen untersuchte Ulrike Schönborn des weiteren, wie die Einbeziehung der Bevölkerung in diesen Prozeß im einzelnen gelungen ist.