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Logoland: Roman
 
 
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Logoland: Roman [Taschenbuch]

Max Barry , Anja Schünemann
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (29 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Gegen Barrys Marketingwelt wirken die albtraumhaften Werbelandschaften aus Minority Report geradezu harmlos." (New York Times Book Review )

"Max Barry hat mit 'Logoland' eine beunruhigende und gleichzeitig unglaublich witzige Satire abgeliefert." (Esquire )

"In Max Barry turbulenter Satire gegen den globalen Kapitalismus bleibt im Kampf um Marktanteile kein Stein auf dem anderen." (Entertainment Weekly )

Kurzbeschreibung

Der Roman zur neuen Weltordnung

Eine gnadenlose Verkaufsidee: Um die Nachfrage auf einen 2500 Dollar teuren Turnschuh weiter anzuheizen, sollen zehn Kunden im Einkaufstrubel erschossen werden. Doch in der Welt von morgen ist alles käuflich, und so wandert der Mordauftrag in immer neue Hände.

• Ein bitterböser Globalisierungsthriller über die schöne neue Welt, in der wir leben.
• Eine Mischung aus "Fight Club" und "Minority Report" für die neue Weltordnung.

Der Verlag über das Buch

Ein hochaktueller Roman über die schöne neue Welt, in der wir leben -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Klappentext

"Gegen Barrys Marketingwelt wirken die albtraumhaften Werbelandschaften aus Minority Report geradezu harmlos."
New York Times Book Review

"Max Barry hat mit 'Logoland' eine beunruhigende und gleichzeitig unglaublich witzige Satire abgeliefert."
Esquire

"In Max Barry turbulenter Satire gegen den globalen Kapitalismus bleibt im Kampf um Marktanteile kein Stein auf dem anderen."
Entertainment Weekly

Über den Autor

Max Barry wurde am 18.März 1973 geboren und lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Melbourne Australien. Seine besten Jahre verbrachte er bei Hewlett-Packard, bevor er seine Festanstellung gegen die Produktion von Romanen eintauschte. Zusätzlich zu seinen ersten drei Romanen entwickelte er das Online-Spiel NationStates und arbeitete an allerhand Software-Projekten mit. Bei allen seinen Romanen wurden die Filmrechte verkauft.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Teil l

Nike

Hack hörte am Wasserspender zum ersten Mal von Jennifer Government. Dass er sich überhaupt dort aufhielt, lag nur daran, dass das Gerät auf seiner Etage leer war. Das Gesetz werde über Nature's Springs hereinbrechen wie eine Tonne Scheiße, jede Wette. Hack war Merchandise Distribution Officer. Das hieß im Klartext: Wenn Nike eine neue Serie Plakate oder Kappen oder Strandlaken herausbrachte, hatte Hack dafür zu sorgen, dass sie ihren Bestimmungsort erreichten. Und wenn irgendwo Plakate oder Kappen oder Strandlaken fehlten, dann musste Hack sich mit den Beschwerdeanrufen herumschlagen. Auf die Dauer war das nicht besonders spannend.
»Eine Katastrophe ist das«, sagte einer der Männer am Wasserspender. »Nur noch vier Tage, bis wir die Dinger auf den Markt werfen, und ich hab Jennifer Government am Arsch.«
»Schöne Scheiße«, sagte der andere. »Und was jetzt?«
»Wir müssen uns schnell was einfallen lassen.« Er bemerkte Hack, der gerade seinen Becher füllte. »Hi.«
Hack blickte auf. Die Männer lächelten ihn an, als ob sie ihn für ihresgleichen hielten — was natürlich nur daran lag, dass Hack sich auf einer fremden Etage befand. Sie wussten nicht, dass er nur ein Merc Officer war. »Hi.«
»Hab dich hier noch nie gesehen«, sagte der Katastrophen-Typ. »Neu?«
»Nein, ich arbeite im Merc.«
Naserümpfen. »Ach so.«
»Bei uns ist das Wasser alle«, erklärte Hack und wollte eilig wieder verschwinden.
»He, wart mal«, sagte der Typ im Anzug. »Hast du schon mal was mit Marketing zu tun gehabt?«
»Ahm ...« Hack wusste nicht recht, ob das ein Scherz sein sollte. »Nein.«
Die Anzugtypen wechselten einen Blick. Der Katastrophen-Typ zuckte mit den Schultern. Dann streckten beide Hack die Hände entgegen. »Ich bin John Nike, Guerilla Marketing Operative, Produkt-Neueinführungen.«
»John Nike, Vice-President Guerilla Marketing, Produkt-Neueinführungen«, sagte der andere.
»Hack Nike«, sagte Hack und schlug ein.
»Hack, ich bin zu Personalentscheidungen mittlerer Reichweite befugt«, sagte Vice-President John. »Hättest du vielleicht Interesse an einem Job?«
»Im ... Marketing?« Hack spürte einen Kloß im Hals.
»Natürlich keine Festanstellung, nur auf Honorarbasis«, stellte der andere John klar. Hack brach in Tränen aus.
»Hier«, sagte einer der Johns und reichte ihm ein Taschentuch. »Geht's wieder?«
Hack nickte beschämt. »Tut mir Leid.«
»Schon in Ordnung, kein Problem«, sagte Vice-President John. »Berufliche Veränderungen können sehr belastend wirken. Hab ich mal irgendwo gelesen.«
»Hier, lass uns den Papierkram erledigen.« Der andere John drückte ihm einen Stift und einen Stapel Blätter in die Hand. Auf der ersten Seite stand VERTRAG ÜBER ZU ERBRINGENDE LEISTUNGEN, die übrigen Seiten waren unleserlich klein bedruckt.
Hack zögerte. »Soll ich das jetzt sofort unterschreiben?«
»Keine Sorge — nur die üblichen Konkurrenzklauseln und Geheimhaltungsverpflichtungen.«
»Na ja, aber ...« Die Unternehmen wurden in letzter Zeit immer heikler mit ihren vertraglichen Bestimmungen. Hack hatte da Geschichten gehört — bei Adidas konnte man, wenn man kündigte und der Nachfolger nicht dasselbe leistete, wegen Gewinneinbußen verklagt werden.
»Hack, das hier ist was für Kurzentschlossene. Wir brauchen jemanden, der aus dem Stand entscheiden kann.«
»Einen, der nicht lange rumfackelt, sondern den Stier bei den Hörnern packt.«
»Wenn das allerdings nicht dein Ding ist ... vergessen wir das Ganze einfach. Schwamm drüber, dieses Gespräch hat nie stattgefunden, und du bleibst eben im Merchandising.« Vice-President John wollte ihm den Vertrag wieder aus der Hand nehmen.
»Doch, doch, ich kann sofort unterschreiben«, protestierte Hack und hielt die Papiere fester.
»Liegt ganz bei dir«, sagte der andere John und setzte sich auf den Stuhl neben Hack. Er schlug die Beine übereinander, verschränkte die Hände über dem Knie und lächelte. Im Lächeln waren sie beide gut, bemerkte Hack. Wie wahrscheinlich alle diese Marketing-Fuzzis. Auch ihre Gesichter ähnelten sich auffällig. »Nur eine Unterschrift da unten.«
Hack unterschrieb.
»Und da noch eine«, sagte der eine John. »Und dann noch auf der nächsten Seite ... und da. Und da.«
»Willkommen im Team, Hack.« Vice-President John nahm den Vertrag und ließ ihn in einer Schublade verschwinden. »Und jetzt: Was weißt du über Nike Mercurys?«
Hack blinzelte.»Das ist unsere neueste Entwicklung. Ich habe sie noch nicht selbst gesehen, aber ... ich hab gehört, dass sie fantastisch sind.«
Die Johns lächelten. »Wir haben vor einem halben Jahr die ersten Mercurys auf den Markt gebracht. Und weißt du, wie viele Paar seitdem abgesetzt wurden?«
Hack schüttelte den Kopf. Mercurys kosteten Tausende Dollar pro Paar, aber das hielt die Leute sicher nicht davon ab, sie zu kaufen. Sie waren die heißesten Sneakers der Welt. »Eine Million?«
»Zweihundert.«
»Zweihundert Millionen?«
»Nein, zweihundert Paar.«
»John hatte die bahnbrechende Idee, das Produkt zurückzuhalten, um den Markt anzuheizen. Das steigert die Nachfrage bis zur Ekstase.«
»Und jetzt ist es Zeit abzukassieren. Am Freitag werfen wir 400 000 Paar auf den Markt, und zwar zum Preis von jeweils zweieinhalb Riesen.«
»Was uns bei Produktionskosten von — wie viel war das noch mal?«
»85.«
»... bei Produktionskosten von 85 Cent einen Bruttogewinn von knapp einer Milliarde Dollar einbringt.« Der andere John blickte Vice-President John an. »Genialer Schachzug.«
»Im Grunde ein ganz simpler Trick«, sagte der Vice-President. »Aber jetzt kommt der Haken: Wenn die Leute merken, dass es die Mercurys in jeder Mall im ganzen Land gibt, dann ist die Nachfrage, die wir so mühsam aufgebaut haben, mit einem Schlag wieder dahin. Hab ich Recht?«
»Klar.« Hack hoffte, dass das überzeugend klänge. Eigentlich verstand er rein gar nichts von Marketing.
»Und weißt du, wie wir das verhindern werden?«
Er schüttelte den Kopf.
»Wir knallen die Leute, die welche kaufen, einfach ab.«
Schweigen. »Was?«, fragte Hack ungläubig.
»Na ja, natürlich nicht alle«, schränkte der andere John ein. »Wir haben uns überlegt, dass wir nur ... was hatten wir gesagt, wie viele wir kaltmachen? Fünf?«
»Zehn«, korrigierte Vice-President John. »Sicher ist sicher.«
»Genau. Wir legen zehn Käufer um, lassen es so aussehen, als wären es Getto-Kids gewesen, und schon haben wir Street Credibility bis zum Abwinken. Ich wette, wir werden auf die Art und Weise unseren gesamten Bestand in 24 Stunden los.«
»Ich weiß noch, früher ... da war auf diese kleinen Straßengören echt Verlass. Haben immer irgendwen für die neuesten Nikes abgeknallt«, sinnierte Vice-President John. »Heutzutage gehen sie den Leuten schon für Reeboks ans Leder, für Adidas — und sogar für gottverdammte Billig-Imitate.«
»Kein Modebewusstsein mehr auf der Straße«, seufzte der andere John. »Die würden wahrhaftig jeden Schrott anziehen.«
»Es ist eine Schande! Na ja — Hack, ich denke, du hast kapiert, worum es geht. Wir reden hier von einer bahnbrechenden Kampagne.«
»Das ist mehr als provokant — es ist der Inbegriff des Provokanten«, ergänzte der andere John.
»Ähm ...« Hack schluckte.»Ist das nicht irgendwie ... illegal?«
»Er fragt, ob es illegal ist!«, sagte der eine John belustigt. »Du bist ein echter Witzbold, Hack. Ja, es ist allerdings illegal, Leute ohne deren Zustimmung umzubringen. Das ist sogar ganz verdammt illegal!«
Vice-President John ergriff wieder das Wort. »Aber die entscheidende Frage für uns lautet: Was kostet es uns? Selbst wenn man uns auf die Schliche kommt — dann gehen eben ein paar Millionen für Anwaltskosten drauf, ein paar Millionen für Geldstrafen ... Aber unterm Strich haben wir immer noch einen riesigen Schnitt gemacht.«
Eine ganz bestimmte Frage brannte Hack gewaltig auf den Nägeln. »Und dieser...
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