Ich bin hin und hergerissen: Auf der einen Seite findet man das eine oder andere inhaltliche Detail, das wirklich interessant, spannend und augenöffnend ist. Seien es Sachen an die man bisher nicht oder nicht mehr gedacht hat, ein paar neue Ideen, oder die eine oder andere gut recherchierte Historie von bestehenden Logos. Auf der anderen Seite sind Sachen enthalten, bei denen man sich denken muss "wie bitte?". Warum werden z.B. *alle* Pfeilformen von Illustrator aufgelistet? Kann man damit auch nur ein vernünftiges Logo gestalten? Was hat Cinema4D mit ernsthafter Logogestaltung zu tun?
Das ganze ist offenbar kein Buch für Gestalter, sondern vielleicht für Firmenchefs kleiner und mittelständischer Unternehmen, die sich mal gedacht haben "hmm, Logo, da war doch was, lesen wir mal was drüber". Und die dann *hoffentlich*, nicht, wie im Buch eingeladen wird, selbst hand an legen, sondern das ganze doch richtig machen lassen. Ansonsten ist die Welt um ein "nicht-Logo" reicher.
Zu allem kommt eine Gestaltung und Textsatz, wie man sie von einem Verlag wie MITP eigentlich erwarten hätte sollen, hätte man sich nicht vom Cover täuschen lassen, das noch bei weitem das beste an der Gestaltung ist (auch wenn es nicht so ganz zum Thema passen will). Die Schrift ist zu groß, der Satz löchrig, Kapitelangaben, Seitenzahlen und Kolumnentitel unansehlich. Schade um den vielleicht streckenweise guten Inhalt.