Aus der Amazon.de-Redaktion
Systematisch entwickelt die Autorin ihren Gedankengang: Der Entgrenzung der Markträume -- nichts anderes ist Globalisierung -- folgt keineswegs die so oft vorhergesagte regellose globale Anarchie beziehungsweise die schöne neue Welt der großen Vielfalt. Vielmehr ist die Folge der Entgrenzung die Beschneidung der individuellen Freiheit, die Beschränkung der Auswahl sowie die Einebnung kultureller Heterogenität durch die Herrschaft der großen, weltweit agierenden Konzerne. Microsoft, Shell und Ko., die sich zusammengetan haben, um die "de facto Weltregierung" zu bilden, erklärt Klein zum Feindbild. Mit vielen gut ausgewählten Beispielen zeigt sie, dass sich aber auch seit einigen Jahren weltweit eine Bewegung etabliert hat, die gegen die Konzernherrschaft ankämpft.
Es ist vor allem die Art und Weise, wie Naomi Klein ihre persönlichen Erfahrungen, Beobachtungen und Schlussfolgerungen in den Text einbaut, die den Reiz des Buches ausmacht. In der Tradition amerikanischer Essayistik stehend, verschweigt sie ihre persönliche Betroffenheit nicht, sondern setzt sie bewusst ein. Damit vermischt sich objektive, faktenreiche Darstellung mit subjektiver Bewertung zu einem aufrüttelnden Appell an den Leser. --Dr. Manfred Schwarzmeier -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Die 29-jährige Journalistin Naomi Klein analysiert, was die viel beschworene Globalisierung den Menschen tatsächlich an Freiheit, Vielfalt und Wohlstand gebracht hat. Das Ergebnis ihrer Studie ist erschütternd. Denn während Großunternehmen die freie Wahl der Verbraucher propagieren, beherrschen sie mit ihren Marken die Medien, den öffentlichen Raum und machen selbst vor Sc hulen und Bildungseinrichtungen nicht Halt. Den finanziellen Aufwand, den sie erbringen müssen, um ihre Marken zu managen, sparen sie bei der Herstellung der Produkte ein. In Indonesien, China, Mexiko, Vietnam oder auf den Philippinen produzieren sie in Freihandelszonen, in ghettoähnlich abgeschirmten "sweatshops", frei von Steuern, Umweltauflagen und Sozialabgaben so billig, dass Gewinnspannen bis zu 400 Prozent erzielt werden.
Naomi Kleins Buch bringt eine kulturkritische Auseinandersetzung in Gang. Ihre Kritik richtet sich nicht nur gegen die Irrwege multinationalen Marketings, sondern ebenso gegen unsere Gesellschaft, die es versäumt, relevante Fragen rechtzeitig aufzugreifen und das Feld den Marketingmanagern und Werbestrategen überlässt. Dieses Versagen bewirkte, dass Gleichheit, Toleranz und andere ethische Werte plötzlich von Marken wie Nike oder Calvin Klein besetzt werden konnten und die Diskussion über die Todesstrafe in den Vereinigten Staaten auf den Werbeplakaten von Be netton stattfand. Naomi Klein registriert aber auch eine gegenläufige Entwicklung. Im vierten Teil ihres Buches spürt sie beeindruckende Aktivitäten von Menschen auf, die es nicht länger hinnehmen, dass die Dritte Welt zur Steigerung des Komforts in der Ersten Welt missbraucht wird, dass Kinder unter katastrophalen Arbeitsbedingungen Computer bauen, die sie niemals in ihrem Leben werden besitzen oder auch nur bedienen können, und dass die Freiheit des Wortes in kommerzieller Kakophonie untergeht. Die Boykotte gegen Pepsi, Shell, McDonald's und andere zeigten, dass Konzerne sehr wohl verletzlich sind. Vor diesem Hintergrund ist Naomi Klein überzeugt: Je mehr Menschen das hässliche Gesicht hinter der glänzenden Maske des Logos entdecken, umso mächtiger wird die Welle des Widerstandes gegen multinationale Konzerne, die den Verbraucher täuschen und die Globalisierung der Arbeitsplätze zur Ausbeutung missbrauchen.
Klappentext
Die Woche
»Eine vernichtende Studie über Trendmacher unserer Zeit.«
Berliner Zeitung
»Naomi Klein zeigt in ihrem furiosen Buch, wie der Macht der globalen Unternehmen begegnet werden kann.«
Die Zeit
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.