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Produktinformation
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Systematisch entwickelt die Autorin ihren Gedankengang: Der Entgrenzung der Markträume -- nichts anderes ist Globalisierung -- folgt keineswegs die so oft vorhergesagte regellose globale Anarchie beziehungsweise die schöne neue Welt der großen Vielfalt. Vielmehr ist die Folge der Entgrenzung die Beschneidung der individuellen Freiheit, die Beschränkung der Auswahl sowie die Einebnung kultureller Heterogenität durch die Herrschaft der großen, weltweit agierenden Konzerne. Microsoft, Shell und Ko., die sich zusammengetan haben, um die "de facto Weltregierung" zu bilden, erklärt Klein zum Feindbild. Mit vielen gut ausgewählten Beispielen zeigt sie, dass sich aber auch seit einigen Jahren weltweit eine Bewegung etabliert hat, die gegen die Konzernherrschaft ankämpft.
Es ist vor allem die Art und Weise, wie Naomi Klein ihre persönlichen Erfahrungen, Beobachtungen und Schlussfolgerungen in den Text einbaut, die den Reiz des Buches ausmacht. In der Tradition amerikanischer Essayistik stehend, verschweigt sie ihre persönliche Betroffenheit nicht, sondern setzt sie bewusst ein. Damit vermischt sich objektive, faktenreiche Darstellung mit subjektiver Bewertung zu einem aufrüttelnden Appell an den Leser. --Dr. Manfred Schwarzmeier -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Einerseits nicht verwunderlich, da die gesamte Argumentation des Buches auf dieser Grundlage aufbaut, andererseits aber sehr respektabel, da sie die Wirkungsweise des Marketing und die dahinter stehenden Philosophien besser identifiziert und durchschaut als dies in manchem Marketing-Lehrbuch und bei dem einen oder anderen (Fach)Hochschul-Lehrer in Deutschland der Fall ist. Das Prinzip „Marken keine Produkte" wird von letzteren mitunter noch heute nicht verstanden. Die "Times" sprach in diesem Zusammenhang von einem "faszinierenden Ritt durch die Geschichte des Marketing". Dieser erfolgt in den ersten Kapiteln gewissermaßen als Grundlegung für die im weiteren Verlauf des Buches formulierte Kritik an den Auswüchsen der "Globalisierung".
Insofern ist dieses Buch auch für Marketing- und Marken-Befürworter und -kenner absolut lesenswert. Gleichwohl ist die Absicht des Buches eine völlig andere.
Eine der Kernthesen von Klein lautet, dass sich die Welt der Wirtschaft willenlos ausgeliefert hat. Auch die Politik sei vielfach nur noch ein verlängerter Arm der Global Player.
Klein benutzt die überragende Bekanntheit weltweit führender Markenartikler wie Nike, Starbucks, Virgin, Gap, Wal-Mart und Tommy Hilfiger dazu, um damit verbundene Probleme wie bspw. "Sweatshops" in Dritte Welt-Ländern auf die politische Agenda zu setzen.
Derartige Niedriglohn-Produktionstätten in Asien, in denen Arbeiter für 37 Pfennig Stundenlohn 11 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche Nike-Schuhe zusammenkleben, die anschließend für 150 Euro verkauft werden, sind eine Ausgeburt der schönen neuen Markenwelt wie sie Klein kritisiert.
Markenvernichtung ist dagegen nicht - wie man möglicherweise vermuten könnte - das Ziel der Autorin. Jedoch verurteilt sie das immer weitere Vordringen der Lifestyle-Marken in den öffentlichen Raum, wie Schulen und Universitäten, Innenstädten usw. Die Kulturelle Szene wird bekanntlicherweise schon seit längerem durch die sogenannten "Superbrands" okkupiert.
"No Logo" ist eine brillante Mischung aus Journalismus, Marketing-Lehrbuch, Theorie, Sachbuch, moralischer Empörung und subjektiven, autobiografischen Einsprengseln. Statt zu moralisieren und zu agitieren, lässt Klein jedoch die Fakten für sich sprechen.
Globalisierung, Marketing und Werbung sind per se sicherlich nicht schlecht. Die damit verbundenen Auswüchse sind es mitunter allerdings schon, weswegen eine moralische Überprüfung wie Klein sie praktiziert mehr als Not tut. Eine gewisse Bereitschaft sich mit "linken Thesen" auseinanderzusetzen ist eine Grundvoraussetzung zur Lektüre des Buches. Für intelligente und aufgeschlossene Menschen sollte dies allerdings kein Problem sein. Also: unbedingt lesen!
Daher leistet Naomi Klein mit diesem Buch grandiose Aufklärungsarbeit zu Themen, die jeden betreffen und somit auch für alle interessant sein müssten, für mich als Schüler genauso - oder sogar in besonderem Maße - wie für Menschen, die aus dem Erwerbsleben gehen, egal ob freiwillig oder ob sie "gegangen werden", wie man in No Logo erfahren kann. Ja, vielleicht ist es auch interessant für die darin beschriebenen Manager, die zwar sowieso wissen, was sie lesen werden, aber ein anderer Blickwinkel kann ja nicht schaden.
Bleibt nur noch zu sagen, dass ich Ihnen leider gar keinen Spaß beim Lesen wünschen kann, weil der Inhalt sicherlich nicht zu Jubelschreien führen wird. Aber Spaß zu haben, das sollte definitiv nicht der Grund sein, sich diesem Buch zu widmen.
Ich möchte jedoch auf einen Aspekt hinweisen, der mir wichtig scheint und nicht erkannt wird:
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