Ich benutze das Gerät ausschließlich für folgende Anwendungsfälle:
- Abspielen von Musik im FLAC-Format von externer USB-Festplatte
- Internet-Radio (über Ethernetkabel)
Verbunden ist die Squeezebox mit meinem AV-Receiver per digitalem Koaxkabel.
Bei der Ersteinrichtung fällt zunächst auf, dass sich das Gerät ohne Internetzugang nicht in Betrieb nehmen lässt. Der Hinweis aus dem Quick Start Guide, dass man zum Benutzen einen Breitband-Internetanschluss haben müsse, ist also ernst zu nehmen. Bei der Einrichtung muss man seine E-Mail-Adresse und ein Passwort für ein Benutzerkonto bei mysqueezebox.com angeben.
Nach der Ersteinrichtung hörte ich zunächst gar nichts aus meinen Lautsprechern - bis ich herausfand, dass auch der digitale Ausgang über den Lautstärkeregler der Squeezebox geregelt wird. Beim Kopfhörerausgang der Squeezebox macht das ja Sinn, aber wozu soll das beim digitalen Ausgang gut sein?
Die Squeezebox macht insgesamt einen sehr wertigen Eindruck. Sie ist erstaunlich schwer, so dass man den Touchscreen bedienen kann, ohne das Gerät immer festhalten zu müssen. Einziger Wermutstropfen in der Verarbeitung: In der Ethernetbuchse hat das Ethernetkabel etwas zu viel Spiel, so dass die Ethernetverbindung gerne mal unterbrochen wird.
Das Handbuch (im Englischen treffender als "Quick Start Guide" bezeichnet) ist sehr knapp gehalten. Es wird darauf verwiesen, dass man das Funktionshandbuch im Internet herunterladen könne - allerdings stimmt das für die Squeezebox Touch (noch) nicht. Man muss sich also durch einiges Herumprobieren mit der Bedienung zurecht finden.
Internetradio funktioniert sehr gut. Auch das Abspielen der FLAC-Dateien von der externen USB-Platte funktioniert prima. Anfangs kann man die Musik nur per Ordnernavigation abspielen - bis man herausgefunden hat, dass die Squeezebox nach Drücken des Buttons "Neue Musik" die Tags der FLAC-Dateien importiert und in einer internen Datenbank abspeichert. Anschließend - und das kann recht lange dauern - kann man bequem nach Album, Interpret, Erscheinungsjahr, Genre... navigieren. Auch Albumcover werden - sofern vorhanden - dargestellt.
Kinderkrankheit: Ist das Gerät beim Einschalten nicht ans Ethernet angeschlossen, so lässt sich nicht mehr ausschalten (der Netzstecker muss gezogen werden).
Die Squeezebox hängt bei mir an einer abschaltbaren Steckdosenleiste. Zum Glück überlebt die interne Musikdatenbank die Trennung der Squeezebox vom Stromanschluss. Man muss die FLAC-Tags also nicht jedes Mal erneut importieren lassen.
Das Booten der Squeezebox dauert - zumindest nach Trennen vom Stromanschluss - 40 Sekunden. Das ist für mich gerade noch akzeptabel.
Insgesamt bin ich mit der Squeezebox sehr zufrieden. Was fehlt ist eine ausführlichere Dokumentation, eine bessere Ethernetbuchse und eine komfortablere Möglichkeit, Musik von der USB-Festplatte zu hören.
Nachtrag:
Man kann die Musik von der USB-Platte auch ohne Ethernet-Anschluss anhören. Vorgehensweise:
1. Squeezebox Touch einschalten.
2. "Eigene Musik" wählen.
3. Beim Fenster mit der Meldung, dass kein Netzwerkkabel angeschlossen sei, den Scrollbalken rechts nach unten scrollen.
4. "Ohne Netzwerk fortfahren" wählen.
5. "Eigene Musik" wählen (erneut...)
6. "Alben" wählen.
7. Beim Fenster mit der Meldung, dass kein Netzwerkkabel angeschlossen sei, den Scrollbalken rechts nach unten scrollen.
8. "Ohne Netzwerk fortfahren" wählen (erneut...)
9. Album auswählen und abspielen lassen.
Es geht also - aber nicht besonders komfortabel. Für meinen Geschmack ist die Bedienoberfläche zu technisch, und zu wenig anwendungsorientiert. Verbindungen interessieren mich nicht, sondern die Anwendungen. Wenn ich "Internetradio" auswähle, dann darf sich die Squeezbox über eine fehlende Internetverbindung beschweren. Wenn ich aber die Musik von der USB-Platte hören möchte, dann sollte sie mich nicht auf eine fehlende Ethernetverbindung hinweisen.
Auch beim Wechseln von USB-Musik auf Festplatte zu Internetradio muss ich bestätigen, dass ich die Verbindung wechseln will. Wozu? Wenn ich "Internetradio" bei laufender USB-Musik ausgewählt habe, dann kann mir das Kästchen schon glauben, dass ich jetzt tatsächlich Radio hören will. Mein Receiver fragt auch nicht erst nach, wenn ich den Eingang von "CD" auf "Tuner" wechsele. Genau das würde ich mir auch von der Squeezebox wünschen.
Noch eine Anmerkung zum Schluss: Die Squeezebox kann nicht mit Umlauten umgehen. Die Suche nach dem Interpreten "Grönemeyer" ist also nicht möglich - zum Glück kann man das in diesem Fall bei meiner Musiksammlung noch durch eine Suche nach "Herbert" umschiffen. Überdies werden Umlaute auch nicht immer korrekt angezeigt. Manchmal sieht man stattdessen kryptische Sonderzeichen.