Produktinformation
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Salmon definiert die Logik sehr viel bescheidener, als andere Logiker es noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts getan haben: Logik ist für ihn nicht die Lehre vom Schluss und damit vom richtigen Denken, sondern die Lehre vom Argument und damit vom richtigen Diskurs. Salmons "Logik" umspannt in Wirklichkeit aber weit mehr: Ohne erkenntnistheoretisch zu sein, ist sein Thema doch ganz allgemein die Möglichkeit der Erkenntnis von Wahrheit.
Das Buch erläutert die formalistischen Analysemethoden der deduktiven Logik und enthält dem Leser weder einige scholastische Terminologie noch Wahrheitstafeln und Quantoren vor. Aber ebensoviel Platz widmet es der induktiven Logik, während die meisten anderen deutschsprachigen Logik-Einführungen von einem törichten Diktum geleitet zu sein scheinen, das Bertrand Russell zugeschrieben wird: "Es gibt zwei Arten von Logik: deduktive und schlechte." Auch der Sprachphilosophie widmet Salmon ein eigenes Kapitel.
Salmons "Logik" erschien erstmalig 1963 in einer "Grundlagen der Philosophie"-Reihe. Das Reclam-Buch ist die deutsche Übersetzung der zweiten Ausgabe von 1973. Auf Englisch ist das Buch vergriffen. Wesley C. Salmon starb 2001 an den Folgen eines Autounfalls.
Das Buch ist in vier Kapitel unterteilt. Kapitel 1 liefert eine Basiseinführung in die Logik,, wichtige Fragen wie "Was ist ein gültiger Schluss?" oder "Was ist eine Begründung?" werden in Angriff genommen. Das zweite Kapitel widmet sich ausführlich der Deduktion, der mathematisch unerfahrene Leser sollte sich von den Quantoren, den Venn-Diagrammen und der formalen Sprache jedoch nicht abschrecken lassen, denn im Text gibt es immer gut nachvollziehbare Beispiele. Ich halte dieses Kapitel für das wichtigste, und der Leser wird vermutlich häufiger auf es zurückgreifen. Nun kommt ein Abschnitt über induktive Logik, hier hat Salmon eine schöne Palette an häufigen Fehlschlüssen aufgelistet - daher ist dieses Kapitel für die Praxis sehr interessant. Als Beispiel seien nur statistische und kausale Fehlschlüsse genannt, die man mit ein bisschen Aufmerksamkeit jeden Tag in den Medien entdecken kann. Kapitel 4 widmet sich dem Komplex "Logik und Sprache", hier steht die Frage nach Definitionen im Mittelpunkt. Speziell für wissenschaftliches Arbeiten sind diese Ausführungen sehr wichtig, und Salmon zeigt an einigen Beispielen deutlich, wie man durch "Wortmagie" bestimmte Schlussfolgerungen erzwingen kann, etwa durch das Verwechseln von konträren und kontradiktorischen Gegensätzen.
Fazit: Für wenig Geld erhält man eine sehr brauchbare anwendungsorientierte Logik-Einführung. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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