Wussten Sie, dass man in Japan im Sushi-Restaurant niemals zu viel Wasabi zu sich nehmen sollte? Diese dem Meerrettich ähnliche Beilage ist gewöhnlich sehr scharf und kann schon mal zu kräftigem Naselaufen führen. Aber Vorsicht: niemals schnäuzen - in Japan schnupft man hinauf!
Auch sollten Sie gewappnet sein, wenn Sie in Syrien einen Hamam betreten. Dort kann es durchaus vorkommen, dass Sie meinen, in der Hölle persönlich zu sein, denn eine traditionelle Waschung mutet einem Europäer eher wie eine teuflische Karthasis an.
Und wer misst schon so einem "gewöhnlichen" Ereignis wie einer Sonnenfinsternis große Bedeutung bei, wenn in einer Kleinstadt in Ghana partout kein Geschäft zu finden ist, das Ansichtskarten verkauft.
Skurilles, Komisches, Nachdenkliches und Interessantes hat der österreichische Autor Martin Amanshauser in seinem "Logbuch Welt" verewigt, welches nicht mit einem herkömmlichen Reiseführer al la Marco Polo verwechselt werden darf. Das Buch ist eher ein Sammelsurium aus länderspezifischen Kuriositäten, menschlichen Eigenheiten oder interessanten "Nebensächlichkeiten" und gleichfalls eine Reise durch das Leben des Autors selbst.
So erfährt der Leser von Amanshausers erster Enttäuschung mit dem weiblichen Geschlecht auf einem Luxuskreuzfahrtschiff oder dem unfreiwilligen Zustandekommen eines Titelfotos in einer portugiesischen Zeitung, auf dem er - zwanzigjährig - mit seinen Freunden abgebildet war. In einer anderen Geschichte, die in China handelt, rächt sich der bekennende Nicht-Hundefreund Amanshauser an einer in der Kindheit erfahrenen Schmach, und zwar mittels eines lecker zubereiteten Eintopfgerichtes aus Datteln, Knoblauch, Chili, Glasnudeln, Zwiebeln und... "Esshund", mit interessanten Nebenwirkungen.
Doch Reisen ist offensichtlich nicht immer nur amüsant.
Vor allem wenn man in südamerikanische Länder fährt, wo es solch "possierliche Tierchen" wie die Scabies gibt, die man in heimischen Gefilden - gottlob - nicht antreffen wird. Scabies? Fragen Sie lieber nicht (oder lesen Sie Martin Amanshauser) - eine sehr unangenehme Erfahrung! Da waren die Brusthaare fressenden Zebrafische beim Schnorcheln auf den Seychellen vergleichsweise harmlos.
Trotz allen Humors schlägt Martin Amanshauser auch leise und nachdenkliche Töne an. So endet sein "Länderhopping" bei Jimmy, dem obdachlosen Poeten am Bondi Beach in Sydney, dessen Schicksal tief berührt. Ganz bewusst nimmt der Autor den euphorischen Blick etwas zurück und regt zum Nachdenken an: darüber, dass Reisen nicht für Jeden die gleiche Bedeutung hat.
Fazit:
Auch wenn die "habituelle Unfreundlichkeit" seiner hauptstädtischen Landsleute nicht immer Wonnegefühle verströmt, so bieten Martin Amanshausers Anekdoten einen bunten, individuellen, pointierten und intelligenten Auszug seiner Reiseerlebnisse in großartiger Erzählqualität und optisch sehr ansprechender Aufbereitung.