Im 23. Jahrhundert leben die Menschen in hermetisch von der Umwelt abgeriegelten Kuppelstädten. Für alles ist gesorgt, und man kann den ganzen Tag allen denkbaren Vergnügungen nachgehen. Es gibt keine Zwänge und keine Sorgen.
An seinem dreißigsten Geburtstag jedoch muss sich jeder Mensch ins sog. Karussell begeben, wo er "erneuert" wird. Nun, eigentlich wird er dabei getötet, aber die Bevölkerung glaubt - soll glauben! -, dass diese Menschen wiedergeboren werden. Somit ist das Karussell immer voller jubelnder, glücklicher Zuschauer. Aber es gibt Leute, die nicht an die Erneuerung glauben und daher fliehen und zu "Läufern" werden. Polizisten, die sog. "Sandmänner", jagen sie und töten sie skrupellos. Bis eines Tages einer der Sandmänner selbst zum Gejagten wird...
Der Film "Logan`s Run" (der im Deutschen den bekloppten Titel "Flucht ins 23. Jahrhundert" trägt, was nach einer Zeitreise klingt) basiert auf dem gleichnamigen Roman von George Clayton Johnson und William F. Nolan. Im Buch findet die Erneuerung sogar schon mit 21 statt, und eingeführt wurde das Ganze, weil die gesamte Erde einfach hoffnungslos überbevölkert war. Im Film hat man den Eindruck (obwohl es nie gesagt wird), dass die Menschheit sich durch Kriege nahezu ausglöscht hat und dann in schützenden Kuppelstädten Zuflucht fand, wo nun darauf geachtet werden muss, dass es nicht zu viele Menschen gibt.
Nach meinem Erachten haben die Zukunftsvisionen der Siebziger ein ganz besonderes Flair. "Logan`s Run" ist mit seiner herrlichen Ausstattung, den wunderbar ausgearbeiteten Trick-Modellen der Kuppelstadt und den Kostümen ein Musterbeispiel dafür. Dies ist übrigens einer der ersten Filme, die echte Lasereffekte verwenden, und es ist sogar der allererste, der auch Laser-Hologramme einsetzt. Auch alle anderen Tricks sind beachtlich. Verdienterweise gab es 1976 für die Trickeffekte einen Oscar.
Die DVD ist in Widescreen, was - gerade bei einem solchen Film - das einzig Wahre is. Auf der US-DVD befindet sich zusätzlich noch die Vollbild-Version und auch etwas Bonus. Das Bild dürfte wie auf der US-Version sein, also sehr anständig.
Interessante Fakten:
- In den ersten fünf Tagen spielte der Film bereits 2,5 Millionen Dollar ein. Er wurde ein Kassenhit. Die Kritiker mochten ihn indes nicht sonderlich.
- Die Farben der Kostüme der Darsteller entsprechen den Farben ihrer Lebensuhr. Man kann anhand der Kleidung erkennen, in welcher Altersstufe sich jeder befindet, auch ohne seine in der Handfläche befindliche Lebensuhr zu sehen.
- Der Film zog eine kurzlebige und sehr erfolglose gleichnamige Fernsehserie nach sich, die bei uns aber nie gelaufen ist.
- Wer in der Schlussszene genau hinsieht, wenn die Stadtbewohner den alten, graubärtigen Peter Ustinov umringen, wird entdecken, dass einer, der seine Hand hochreckt, ganz kurz den vulkanischen Gruß mit den auseinander gespreizten Fingern macht. Da war wohl ein Trekkie unter den Statisten!
Viel Spaß beim Ansehen! Toller Film!