Nein, zu Schnäppchenpreisen gibt es das nicht, aber wer es einmal erworben hat, der wird es nie wieder verlassen: Lofts, so nennt man ehemalige Fabrikhallen oder Lagerräume, in die wohnliche Atmosphäre und ein sonnendurchflutetes Zuhause eingezogen sind, wo ein Arbeitsraum entstanden ist, in dem Gedanken und Kreativität wahrlich große Flügelschläge machen können. Früher eine Sache von Künstlern in New York, Paris oder London, heute der wahrgemachte Traum eines immer noch elitären, aber ungleich breiteren Kreises.
Ganz egal, wer in diesem 160-seitigen Buch blättert, ob Träumer, Fantasten oder tatsächlich und handfest Interessierte, schon das bloße optische Anteilnehmen anhand atemberaubender Bilder ist purer Genuss und lässt die außergewöhnliche Dimension dieser alles andere als alltäglichen Art zu wohnen erahnen. 25 Projekte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werden vorgestellt und zu den visuellen Eindrücken, die in dauerhafte Schwärmerei versetzen, kommen informative und detaillierte Angaben zu Bau, Renovierung, Restaurierung, Flächennutzung und den häufig nicht unbeträchtlichen Umbaukosten. Ob es eine alte Spinnerei ist, eine Schiffbauhalle oder eine Zigarrenfabrik, eine ehemalige Stadtmühle oder eine Tuchfabrik, deutlich wird stets die sensible Gradwanderung von Besitzern und Architekten, Altes einerseits zu bewahren, gleichzeitig aber "zeitgemäße Nutzungsmöglichkeiten" zu schaffen.
Egal, ob es der nicht enden wollende Platz ist, völlig neue und veränderte Wohnperspektiven, die Geschichte, die jedes dieser alten Gemäuer erzählt oder die ausgesprochene Liebe, mit der hier restauriert und renoviert wird, eines ist sicher: Menschen, die hier leben werden "süchtig nach offenem Wohnerlebnis mit Geschichte". Als Loftbewohner muss man heute also kein Künstler mehr sein, aber sicherlich ein Lebenskünstler. --Barbara Wegmann
Aus der Amazon.de-Redaktion
Was einst nur für wenige betuchte Künstler infrage kam, ist inzwischen schick geworden: wohnen und arbeiten in ehemaligen Fabrikgebäuden und Lagerhallen. "Loft" steht heute für das luxuriöse Raumgefühl hallenartiger Wohnräume mit Industrieflair. Sie werden oft von so genannten Kreativen bevölkert, die angeblich immer weniger zwischen Freizeit und Arbeit unterscheiden. Thomes Drexel widmet sich 25 gelungenen Beispielen der Umnutzung ehemaliger Gewerbeimmobilien zu Wohn- oder anderen Zwecken. Nebenbei beantwortet er auch die wichtigen Fragen: Wie finde ich ein Loft? Wie baue ich ein vorhandenes Objekt um?
Es ist Drexels sehr sorgfältiger Auswahl zu verdanken, dass sich das Buch zu diesem populären Thema nicht auf das Niveau von Hochglanzzeitschriften begibt. Auf Objekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz beschränkt, werden neben Umnutzungen zu Wohnlofts auch Umbauten zu einfachen oder gehobenen Büros, Ateliers, Galerien und einem Kulturzentrum mit Theater und Restaurant dargestellt. Die Architekturfotografien sind von durchgängig hoher Qualität. Der Textteil beschreibt jeweils die Entstehungsgeschichte und die wesentlichen Merkmale des Objekts. Diese werden durch Grundrisse und Angaben zu Baukosten, Fläche, Bauzeit, Architekten und Bauherren ergänzt. Interessant ist dabei der sehr unterschiedliche Umgang mit der vorhandenen Substanz: Das Spektrum reicht von perfekten Sanierungen bis zu Projekten, die die Ausstrahlung des alten Objekts und seine Geschichte zu bewahren suchen.
Der Band wendet sich nicht primär an Praktiker, die nach Anweisungen für eine konkrete Umnutzung suchen. Die gut ausgewählten und hervorragend illustrierten Beispiele geben jedoch viele Anregungen und wecken die Lust, sich näher mit der Umnutzung von vorhandener Bausubstanz zu befassen. --Holger Gantz