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Der Lockvogel: Die tödliche Geschichte eines V-Mannes zwischen Verfassungsschutz und Terrorismus
 
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Der Lockvogel: Die tödliche Geschichte eines V-Mannes zwischen Verfassungsschutz und Terrorismus [Gebundene Ausgabe]

Stefan Aust
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 2 (13. September 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498000632
  • ISBN-13: 978-3498000639
  • Größe und/oder Gewicht: 22,3 x 15,1 x 3,1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 455.815 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Stefan Aust
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Aus der Amazon-Redaktion

Die tödliche Geschichte eines V-Mannes zwischen Verfassungsschutz und Terrorismus, die Stefan Aust hier erzählt, endete als einer der größten Skandale der deutschen Rechtsgeschichte. Der Lockvogel hieß Ulrich Schmücker. Von der Polizei bei der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags verhaftet und zum Spitzeldienst erpresst, wurde der 22-jährige Student, der sich aus Frustration der späteren RAF-Nachwuchskaderschmiede "Bewegung 2. Juni" angeschlossen hatte, in der Nacht zum 5. Juni 1974 im Berliner Grunewald von seinen Genossen als Verräter hingerichtet. Ob und inwieweit die Behörden von der Gefahr für ihren arglosen Informanten wussten und seinen Tod aus fragwürdigen Ermittlungsinteressen billigend in Kauf nahmen, liegt nach wie vor im Dunkeln.

In einem beispiellosen Verhandlungsmarathon, der vier Gerichte und einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss beschäftigte, war es nicht möglich, Licht in die mysteriösen Umstände dieses Fememordes zu bringen. Nach 16 Jahren staatlich sanktionierter Behinderung und Beweis-Manipulation musste die Justiz 1991 kapitulieren und das Verfahren wegen der Unmöglichkeit einer fairen Prozessführung einstellen. Offenkundige Täter kamen auf freien Fuß und mussten obendrein finanziell entschädigt werden.

Alles Schnee von gestern, könnte man meinen. Wäre da nicht die jüngste Affäre um die Unterwanderung der Neonazi-Szene mit V-Männern. Sie ist dem Spiegel-Chefredakteur mehr als zwei Jahrzehnte nach seinem ersten Buch über den "Fall Schmücker" willkommener aktueller Aufhänger, um endlich den Mord und sein unrühmliches Nachspiel noch einmal minutiös Revue passieren zu lassen. "Ich hatte mit den Behörden noch eine Rechnung offen." Nicht verschmerzt sind offenbar die unverfrorenen Desinformationskampagnen und Zensurversuche, denen sich Aust seinerzeit als Reporter ausgesetzt sah. Ganz zu schweigen von dem rätselhaften Tod eines Informanten. Ein routiniert und spannend geschriebenes Buch, das zur Aufarbeitung eines der finsteren Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte beiträgt. --Roland Detsch

Kurzbeschreibung

In der Nacht vom 4. auf den 5. Juni 1974 fanden amerikanische Soldaten im Berliner Grunewald einen sterbenden jungen Mann. Es war der 22jährige Ulrich Schmücker, der zum Umfeld der terroristischen "Bewegung 2. Juni" gehörte und von Mitgliedern eines Kommandos "Schwarzer Juni" als "Verräter" erschossen wurde - der erste Fememord in der Geschichte der Bundesrepublik. Stefan Aust zeigt, daß der Verfassungsschutz damals massiv in die Ermittlungen eingriff, um seine eigene Verwicklung in das Geschehen zu vertuschen

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine deutsche Geschichte, 22. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Der Lockvogel: Die tödliche Geschichte eines V-Mannes zwischen Verfassungsschutz und Terrorismus (Gebundene Ausgabe)
Im Juni 1974 wurde der erst 22 Jahre alte Ulrich Schmücker von einem Kommando „Schwarzer Juni" im Berliner Grunewald erschossen. Es war eine Hinrichtung. Begründet wurde sie mit dem Verrat, den Schmücker an der „Bewegung 2.Juni" begangen haben soll, einer terroristischen Vereinigung.
Dies ist nur der offizielle Teil eines Puzzles, welches der Autor und Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust in seinem Buch vor den Augen des Lesers zusammensetzt, wodurch es ihm wieder einmal gelingt (siehe auch „Der Baader-Meinhof-Komplex"), neben der Tragödie Schmückers ein in mancher Hinsicht sicherlich auch heute noch gültiges Bild Deutschlands zu entwerfen: im großen bemüht, nach außen eine gut funktionierende, stabile Musterdemokratie darzustellen, sich aber, um dieses zu erreichen, aller verfügbaren Mittel bedient, seien sie auch noch so verwerflich oder sogar mit dem Rechtsstaat unvereinbar, zumindest solange man nicht dabei erwischt wird.
Gerade jüngeren Lesern (20-) sei dieses Buch zum vielleicht interessantesten Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte empfohlen, da es einen Einblick in eine Zeit gewährt, in der es sich ein paar junge Menschen zur Aufgabe machten, die Welt, in der sie leben, zu verbessern, wenn auch auf eine Weise, die sie aus heutiger Sicht zum Teil sehr naiv, ja weltfremd erscheinen läßt, zumal die Ziele mit Gewalt erreicht werden sollten, der Verlust von Menschenleben wurde billigend in Kauf genommen. Ihr Scheitern verursachten sie selbst. Von der irrigen Annahme, sie könnten zur Massenbewegung werden, eine Revolution auslösen, mal abgesehen, standen die Mitglieder in ständiger gegenseitiger Konkurrenz, sich innerhalb der Gruppe zu profilieren, das größte Ego zur Schau zu stellen oder sich den deutschen Geheimdiensten als Informanten anzudienen, was auch Ulrich Schmücker nach einer Verhaftung zum Verhängnis wurde, da er nicht in der Lage war, den von ihm getätigten Balanceakt zwischen den Fronten zu bewältigen. Hin- und hergerissen zwischen seiner Tätigkeit als Informant des Verfassungs-schutzes und seinem Versuch, sich in der politischen Szene zu etablieren, übersahen er und der Verfassungsschutz(wobei dessen Rolle bis heute nicht eindeutig geklärt ist; es gibt Mutmaßungen, laut denen dieser mit einem Observationsteam bei Schmückers Erschießung zugegen war und dies womöglich hätte verhindern können) die von einem anderen in der Szene platzierten Informanten ausgesprochenen deutlichen Warnungen, es könne etwas gegen Schmücker geplant sein. Es folgten sechzehn lange Prozeßjahre, wobei nur ein Mittäter rechtskräftig verurteilt blieb und die anderen wegen Versäumnissen des Rechtsstaates hinsichtlich des Mordes an Schmücker freigesprochen wurden.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Sekundärliteratur zur jüngeren Deutschen Geschchte, 25. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Der Lockvogel: Die tödliche Geschichte eines V-Mannes zwischen Verfassungsschutz und Terrorismus (Gebundene Ausgabe)
Stefan Aust beschreibt - sehr - ausführlich die Vorgänge im Frühjahr 1974 aus verschiedenen Blickwinkeln und versucht dem Leser ein Bild der Ereignisse, soweit es aus den Protokollen und Aufzeichnungen der Beteiligten möglich ist, darzustellen. Dies hat aufgrund der Schilderungen aus verschiedenen Positionen durchaus seine Längen, ist in meinen Augen aber trotzdem unverzichtbar als Beschreibung der jungen Geschichte der BRD und der RAF nach der ersten Generation und wird sicherlich als Standardwerk neben "Der Baader-Meinhof Komplex" (Aust) und das "RAF-Phantom" (Wisnewski) sehr wichtig sein. - Also ein Muss.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Bleibt hinter "Der Baader-Meinhof-Komplex" deutlich zurück, 15. Juni 2005
Von Ein Kunde
Nachdem ich "Der Baader-Meinhof-Komplex" gelesen habe und begeistert war von Stefan Austs zugleich faktischer, aber doch spannender Erählweise, die mich über mehrere hundert Seiten in ihren Bann gezogen hat, habe ich bei "Der Lockvogel" auf mehr davon gehofft - bin aber leider ziemlich ettäuscht worden.

Vielleicht liegt es daran, dass die Geschichte des Jugendlichen Schmücker, der zwischen die Fronten einer revolutionären Gruppe und des Verfassungsschutzes gerät, nur in eben dieser Kurzfassung wirklich spannend klingt - und ansonsten einfach deutlich weniger hergibt als die action-geladene Story über eine Gruppe von "Top"-Terroristen.

Jedenfalls liest sich "Der Lockvogel" ganz schön schleppend. Die ersten zwei Drittel des Buches erweisen sich als eine weitgehend emotionslose, stellenweise einfach langweilige Aneinanderreihung von Fakten, die man sich am Ende deutlich kürzer gefasst gewünscht hätte, wie z.B. seitenlange Wiedergaben von Dialogen, die sich inhaltlich auf einen bloßen Absatz hätten reduzieren lassen. Dabei zeigt sich doch immer wieder an einzelnen Stellen das handwerkliche Potential, über das der Autor eigentlich verfügt. Leider bloß zu halbherzig durchgezogen!

Fazit: zum Aufwärmen sicher nicht schlecht, insgesamt aber leider nur mittelmäßig, und im direkten Vergleich zu "Der Baader-Meinhof-Komplex" einfach zu schwach.

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