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Moviemans Kommentar zur DVD: Das aufwändige digitale Remastering des Weihnachts-Vierteilers hat sich wahrhaftig gelohnt. Es gibt kaum etwas auszusetzen, und das wenige erinnert uns doch mit einem warmen Gefühl an die Kindheitstage, in denen man mit Spannung auf den nächsten Teil wartete. Die Extras sind klasse, der Ton überzeugt und kleine Mängel im Bild, wie ein zu vernachlässigendes Grieseln, stören mit Sicherheit keinen.
Bild: Stellenweise sind die überaus vollen Farben (Rot- und Brauntöne von Kleid und Haar, 00:18:33, Teil 3) leicht übersättigt (Hautfarbe der Hand, 00:02:57, Teil 1). Insgesamt sind keinerlei bemerkenswerte Artefakte, nicht einmal im Nebel (00:41:08, Teil 1), allenfalls hin du wieder ein marginales Grieseln auf den riesigen Schneefeldern zu erkennen. Dabei zeichnen sich aber selbst die Konturen von kleinsten Unebenheiten im Schnee noch deutlich ab (00:37:35, Teil 2). Diese hervorragenden Kontrastwerte finden sich auch in den bewegten Konturen einer Menschenkette auf einem weit entfernten Schneehügel (00:41:31, Teil 1). Auch die Schärfewerte sind, besonders natürlich im reichlich vorhandenen Sonnenlicht, umwerfend, wie auf der Jacke des Protagonisten, von der einzelne Wassertropfen detailscharf abperlen (00:53:02, Teil 1), zu erkennen ist. Dies geht soweit, dass man die dicken Dreckkrusten auf den Gesichtern einwandfrei als Schminke entlarven kann. Lediglich während der Kamerafahrten ziehen die Schärfewerte nicht gleich der Bewegung mit. Selten ergeben sich Unschärfen wie bei den Speiseresten auf dem Tisch (00:06:12, Teil 1) einer düsteren Hütte
Ton: Die wunderbare Erzählerstimme kommt trotz Monoton warm und direkt auf den Hörer zu, genau so, wie man sich den idealen Erzähler wünscht, bzw. wie er schon immer war. Geräusche sind gut ausgebaut (Hundegebell, 00:18:51, Teil 1), selbst wenn sie aus der Ferne kommen (Knarzen der Stiefel im Schnee, 01:08:58, Teil 1). Lediglich das Rauschen von Wind kommt an manchen Stellen etwas artifiziell herüber (00:41:24, Teil 2). Der Tonspur wurde sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt, darüber berichtet fast jedes Detail. Auch die Abmischung von Erzählstimme, Dialogen, Geräuschen und Musik funktioniert blendend (In der Börse, 00:51:40, Teil 3), stellenweise sehr gefühlvoll und subtil (fliehende Tiere 00:35:23, Teil 4). Dabei ist stets auch Volumen vorhanden (blubbernde Quelle 00:53:02, Teil 4), wenngleich natürlich keinerlei Räumlichkeit entstehen kann. Eine unheimliche Musik, die wir schon bei dem herrlichen "Seewolf" zu schätzen gelernt haben, weiß auch hier wieder mitzureißen und erschaudern zu lassen. Alle Tonwerte bleiben dennoch nur im mittleren Bereich, für eine Mono-Tonspur schneiden sie dabei doch recht gut ab.
Extras: Dass man nicht nur über den Film selbst, sondern auch über die Produktionsgeschichte umfangreich in Kenntnis gesetzt wird, dafür sorgen u.a. die Produktionsnotizen. Die Bildergalerie ist nett und erinnert an die ehemalige Bildqualität, die vielen noch aus Kindheitstagen geläufig ist. Auch 23 verschollen geglaubte Szenen aus der Rohschnittfassung von 1975 sind enthalten. Außerdem gibt das zur Disc des von den Abenteuervierteiler-Experten Ulf Marek und Oliver Kellner, Autoren des Buches "Seewolf & Co", gestaltete Booklet aufschlussreiche Informationen über die Entstehungsgeschichte und ein Interview mit Darsteller Rüdiger Bahr sowie Erinnerungen des ZDF-Redakteurs Alfred Nathans sind auch vorhanden. Vorbildlich! --movieman.de
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Der damalige Zuschauer wurde nicht wie gegenwärtig überfrachtet mit sinnlosen TV-Produktionen; von endlosen dummen Soaps oder ähnlichem ganz zu schweigen. Der Adventsvierteiler war seinerzeit beim Erscheinen ein regelrechter Straßenfeger, man sprach noch Wochen später über das Gesehene mit Freunden und Bekannten. Auch das handwerkliche Geschick, welches diesen Filmen zu eigen war, bewundere ich noch Heute. Eine Massenszene wie die Überwindung des Chilcootpasses zum Klondike würde in heutiger Zeit am Computer entstehen. Damals war es noch filmisches Handwerk und der physische Einsatz zahloser Statisten und Schauspieler, welches gerade "Lockruf des Goldes" zu etwas besonderen macht.
Aber nicht nur die Massenszenen machen das gewisse Etwas aus! Vielmehr sind sämtliche Adventsvierteiler ein lebendiges Stück deutscher Fernsehgeschichte und es ist schön, das nach dem ganzen "Serienmist" der heutzutage produziert wird, diese schönen, meist Literaturverfilmungen, durch das Medium DVD dem Zuschauer erhalten bleiben.
Mit dem Erscheinen von "Der Seewolf", "Lockruf des Goldes", "Lederstrumpf" und "Die Schatzinsel", wurde hoffentlich nur der Anfang gemacht! Es würde mich persönlich sehr freuen, wenn nach und nach auch die anderen Verfilmungen eine DVD-Würdigung erhalten werden. Dann ist man nicht mehr auf das in den letzten Jahren erscheinende katastrophale TV-Weihnachtsprogramm angewiesen. Mit dem Anschauen dieser Filme, gerade in der Adventszeit erinnere ich mich gerne an früher, wo man sich als Zuschauer auf ein Fernsehereignis freuen konnte.
Mit Ausnahme der Heinrich Breloer-Verfilmungen ("Die Manns" sowie "Speer und Er" etc.), ist mir dieses Gefühl leider gänzlich abhanden gekommen!
* Lockruf des Goldes ist wieder als Digi erschienen, mit fettem Booklet! Ich finde es ganz toll gestaltet.
* Das Bild des Hauptfilms ist beamertauglich, soll heißen: natürliche Farben, ordentlich scharf, keine Doppelkonturen. Negativ ist, die Datenrate ist manchmal zu gering (über 180 Min. Film pro DVD + Extras), so dass bei komplexen Bildern mit Schwenks Nachzieh-Effekte auftreten (nicht sehr häufig). Anfangs bei Teil 3 ist mir aufgefallen, dass der linke Bildrand ein paar mal reinrutscht (fällt wohl nur bei Nicht-Overscan-Beamer auf).
War das jetzt eine Neu-Abtastung des 35mm-Materials für diese DVD oder doch noch eine andere ältere Vorlage? Würde sich das Bild mit höherer Datenrate noch mal verbessern? Für mich steht fest, wenn der „Der Seewolf" so gekommen wäre, hätte es diese ganzen Negativpostings (u.a. auch hier bei Amazon) nicht gegeben.
* Der Ton ist Mono (eh klar), kommt leider nur aus dem Center. Ich persönlich mag das nicht so, da ist mir Doppel-Mono aus den Hauptlautsprechern lieber. Asynchronität ist mir jetzt richtig nur beim Gesang von "Cat" aufgefallen und zwar beim ihrem Abschieds-Lied ziemlich am Anfang des dritten Teils. Im Menü ist die Musik stereo und deutlich lauter als im eigentlichen Film, man muß die Lautstärke nachregeln. Der blöde Raubkopiererspott beim einlegen ist überlaut und weckt schlafende Kinder auf (muß dass sein?).
* Extras gibt's auch, und zwar geschnittene bzw. anders arrangierte Szenen (Rohschnitt, die in der Bildqualität abfallen) sowie noch ein paar Produktionsnotizen. Letzteres auf beiden Disks das gleiche. Im Booklet gibt's auch einiges zu lesen, u.a. ein Interview.
Fazit: Nach dem „Der Seewolf" jetzt der „Lockruf des Goldes". In der Bildqualität hat es einen Quantensprung gegeben. Aufrichtige Kaufempfehlung!
Angeblich steht uns ja 2005 noch zwei weiterer ZDF-Weihnachtsvierteiler bevor. "Die Schatzinsel" und "Lederstrumpf-Erzählungen" sollen Weihnachten 2005 erstmals veröffentlicht werden. Ich persönlich hätte noch gerne den „Robinson Cruose", und vor allem „Die Abenteuer des David Balfour"!
Alles in allem ist die Box ohne weiteres zu empfehlen!!!
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