Dürfte ich nur einen einzigen Film besitzen, oder nur noch einen Film im Leben sehen, dieser hier wäre es. Local Hero ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Ich besitze ihn als Video, als DVD, und wenn er gelegentlich im Fernsehen läuft, sehe ich ihn mir immer wieder an. Und immer wieder fasziniert er mich, weckt die gleichen Gefühle, und jedes Mal gibt es etwas Neues zu entdecken. Local Hero beinhaltet alles, was einen guten Film ausmacht: ein exzellentes Drehbuch, behutsame Regie, sympathische Darsteller, intelligenten Humor, faszinierende Landschaftsaufnahmen und Mark Knopflers unvergesslichen Soundtrack, der fast ein Markenzeichen für Knopfler's Musik geworden ist. Filmemacher von heute, die alles an Technik und Action auffahren, was das Budget hergibt, sollten sich diesen Film als Beispiel nehmen dafür, wie man mit einfachen Mitteln einen guten Film hinbekommt, den man nicht gleich nach dem Abspann wieder vergessen hat.
Im Wesentlichen handelt die Geschichte von MacIntyre, einem jungen Angestellten einer texanischen Ölfirma, der nach Schottland geschickt wird, um dort Land zur Errichtung einer Raffinierie aufzukaufen. Peter Riegert verkörpert diesen jungen Mann extrem einfühlsam, indem er glaubwürdig seine Wandlung vom oberflächlichen und technokratischen Yuppie zu einem Menschen darstellt, der alsbald dem Charme einer kleinen schottischen Ortschaft und seinen Einwohnern, sowie den Reizen der wunderbaren Landschaft verfällt, ohne dabei ins Sentimentale abzugkeiten. Nie habe ich eine faszinierendere Darstellung gesehen, wie jemand aus seiner Existenz schlüpft, die vor allem auf materielle Errungenschaften ausgerichtet war, und sich selbst entdeckt, neue Gefühle, und plötzlich auch eine tiefe Sehnsucht, die sich nicht mehr durch Dinge stillen lässt, die man kaufen kann. Das wird besonders deutlich in der Szene am Ende des Films, wenn MacIntyre nach Hause in seine zurückkehrt und nichts mehr ist wie vorher. In seiner Manteltasche findet er Muscheln vom schottischen Strand, und Houston blinkt und brodelt unter seinem Balkon, aber er will nur noch woanders sein. Das Ende des Films ist einer seiner stärksten Momente; er schnürt mir immer wieder die Kehle zu und treibt mir die Tränen in die Augen, und die Akustikgitarre von Mark Knopfler leistet dazu ihren Beitrag.