In den frühen 80ern, als das ökologische Bewußtsein auch politisch hohe Wellen schlug, kam Bill Forsyths warmherzige Komödie mit seiner (leisen) Zivilisationskritik gerade recht und avanchierte schnell zu einem Kult-Hit in den Programmkinos. Der Film hat nichts von seinem Zauber verloren, ich entdecke beim Wiedersehen immer noch zahlreiche Details, die mich erfreuen. Hier kommt keiner mit dem Holzhammer und dem Öko-Buch, hier werden Menschen gezeigt, von ihrer Umwelt geprägt, die Stadtmenschen wie der Ölmagnat Hepper (wunderbar: Burt Lancaster), der sein Büro längst zu einer Sternenwarte mit Projektor und allumfassendem visuellen Sternenhimmel gemacht hat. Sein Mitarbeiter McIntyre, der wie seine Kollegen dermaßen von Technologie und Terminkalender beherrscht wird, so sehr, daß er Gespräche mit Kollegen, die nur 2 Meter nebenan im anderen Büro stehen, übers Telefon führt, wird zusammen mit einem Assistenten zu einem kleinen verschlafenen schottischen Fischerdorf geschickt, weil hier der Standort für eine riesige Ölraffinerie günstig erscheint. Zwei Welten treffen aufeinander: Während die skurrilen Dorfbewohner das Geschäft ihres Lebens wittern, wird McIntyre mehr und mehr von der atemberaubend schönen Landschaft (gipfelnd in einer Meeresbucht, wo sich fast täglich am Sternenhimmel die farbenprächtigsten Naturschauspiele ereignen) und der Naturverbundenheit und einfachen herzlich-rauhen Mentalität der Einwohner in den Bann gezogen. Anzug und Krawatte sind schnell abgelegt, sein Assistent verliebt sich in eine schöne Meeresbiologin, die am liebsten die Bucht für sich haben möchte um eine Forschungsstation zu errichten. Und dann ist da noch der alte Ben, dessen Vorfahren seit urlanger Zeit die Bucht für sich in Anspruch genommen haben und der als Einziger Widerstand leistet gegen den Verkauf des gesamten Ortes. Hepper, angewidert von seinem tyrannisch-grotesken Psychiater (den er von einem Polizeikommando festnehmen läßt!) und besessen von seinem Traum, läßt sich täglich von McIntyre aus der einzigen Telefonzelle des Fischerdorfes informieren, was es Neues am Himmel gibt. Das Geschäft interessiert ihn schließlich überhaupt nicht mehr. Schließlich reist er selbst per Hubschrauber auf die Halbinsel, und wie sich Lancaster mit dem alten Ben zusammenrauft, gehört zu den schönsten Szenen des Films. Und schließlich machen fast alle ihre persönlichen, verborgenen oder verdrängten Träume wahr: Der Assistent kriegt seine Meeresbiologin, Hepper vergißt seine Ölpläne und macht aus dem Dorf ein astronomisches Beobachtungszentrum - und überläßt der Biologin die Bucht für ein Meeresforschungslaboratorium. Nur McIntyre muß in die Stadt zurückkehren, aber er ist nicht mehr derselbe. Bis in die kleinsten Rollen sind alle Personen lebensnahe und liebevoll gezeichnet, mit augenzwinkerndem Humor werden wir an Werte herangeführt, die das Leben wirklich lebenswerter machen und daran erinnert, daß zum Glücklichsein unser materialistisch ausgerichtetes Denken allein längst nicht ausreicht. Fünf Sterne für dieses Juwel, aber ansonsten rate ich wie meine Vorrezensenten vom Kauf der DVD ab: Diesen Streifen muß man im Vollbildformat sehen, sonst gehen die Landschaftsaufnahmen ziemlich unter - und natürlich muß man Mark Knopflers stimmungsvollen Soundtrack erwähnen, von dem er das bekannte Schlußthema "Going Home" immer regelmäßig in seine Konzerte mit den Dire Straits integriert hat.