Sportsfreund Eilenberger hat das beste, ansruchsvolle Buch zur Fußball-WM geschrieben. Wo sich andere Intellektuelle redlich abmühen, spaziert Eilenberger leichtfüßig durch den Strafraum und netzt eine gute Geschichte nach der anderen ein. Kenntnisreich setzt er sich mit den fundamentalen Fragen des Spiels auseinander. Er fragt sich etwa, ob Stürmer die besseren Trainer sind. (Offenbar nicht,gell Herr Klinsmann.) Er zeigt, wie eindimensional die Fußballkünste eines David Beckham daherkommen. Und er erklärt uns auch, warum pünktlich zu jeder WM Pseudofans auftauchen, die uns wahren Jüngern des runden Leders nicht nur die Sicht versperren, sondern auch noch ihren Fußballunverstand ins Ohr säuseln müssen. Eilenberger analysiert Fangesänge und Taktikmuster. Er weiß, warum nicht nur philosophisch gesehen, Arsenal eine heiße, Chelsea aber eine kalte Mannschaft ist.
Seinen Texten merkt man an, daß Eilenberger aus einen reichen Erfahrungsschatz als Spieler, Trainer und eben promovierter Philosoph schöpfen kann. Eine solche Kombination haben wir seit dem argentinischen Trainergott Cesar Menotti nur selten erlebt. Daß man bei seinen philosophischen Aus- und Anflügen oftmals noch schmuzeln oder gar laut lachen kann, macht das Buch noch lesenswerter. BP