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Lob der Stiefmutter. [Taschenbuch]

Mario Vargas Llosa
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

2000
Seit vier Monaten ist die schöne und sinnliche Dona Lukrezia mit Don Rigoberto verheiratet. Der liebt sie leidenschaftlich, aber nicht konkurrenzlos: Alfonsito, sein Sohn, betet die Stiefmutter an.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


Produktinformation

  • Taschenbuch: 222 Seiten
  • Verlag: Diana (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453165160
  • ISBN-13: 978-3453165168
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.089.817 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Mario Vargas Llosa schreibt einen wunderbar leichten, erotischen Roman und stört sich nicht an Tabus. Don Rigoberto ist ein glücklicher Mann. Zu seiner zweiten Ehefrau erwählte er sich die sinnliche und höchst verführerische Doña Lukrezia. Gemeinsam geben sie sich Nacht für Nacht mit nicht enden wollender Leidenschaft erotischen Liebesspielen hin.

Alles könnte immer so bleiben, wäre da nicht Alfonso, genannt Foncho oder Fonchito. Der kleine fünfjährige Sohn Don Rigobertos, mit blonden Locken und großen Unschuldsaugen, beginnt, seine Stiefmutter nicht nur platonisch zu begehren und gelangt in diesem Haus aufgeladener Fantasien alsbald zum Ziel...

Der Lateinamerikaner Mario Vargas Llosa schrieb sich bisher vor allem mit ernsten Romanen in die Annalen der Weltliteratur. Nicht allein deshalb mag dieses sinnliche Kabinettstück Lob der Stiefmutter viele angestammte Leser verblüffen. Denn überraschend ist tatsächlich, wie leichtfüßig tabulos Llosa den Leser verführt, wie augenzwinkernd gescheit er die Liebesspiele inszeniert und welch wunderbare Literatur er dabei zu komponieren imstande ist. --Jana Hensel

Über den Autor

Mario Vargas Llosa, geboren 1936 in Arequipa/Peru, gehört zu den bekannten lateinamerikanischen Autoren. Sein umfangreiches Gesamtwerk umfasst neben Romanen auch Erzählungen, politische Betrachtungen, Theaterstücke und Essays. 1977 gewählt zum Präsidenten des Internationalen P.E.N.-Clubs. 1996 ausgezeichnet mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Er lebt heute überwiegend in London.

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Kundenrezensionen

4.2 von 5 Sternen
4.2 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amor und die Menschen 12. Juni 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Götter haben, wenn sie in die Leben der Menschen einbrachen, selten für reines Glück gesorgt. Amor, der geflügelte Gott der Liebe, ist hier keine Ausnahme. Im Gegenteil. Wo er schelmisch, spielerisch, kindlich und keusch erscheint, ist für den Menschen Gefahr im Verzug. Denn er wird sich nehmen, was er will, und er wird keinen Gedanken an das Schicksal der Menschen verschwenden, denen er das Leben verwirrt. Er ist der schlimmste aller Verführer: Naiv spielend, lachend, entweichend.

In dem schmalen Roman 'Das Lob der Stiefmutter' erscheint der Gott als zehnjähriger Sohn Don Rigbertos, eines wohlsituierten leitenden Angestellten einer Versicherungsgesellschaft, der sich vor kurzem erst mit der wesentlich jüngeren Dona Lukrezia verheiratet hat. Die Liebe der beiden ruht im wesentlichen auf erotischem Fundament: Die Nächte mit Lukrezia sind für Don Rigoberto ein Jungbrunnen. Mit Akribie bereitet er jeden Abend im Badezimmer mit ausgeklügelter Waschzeremonie seinen Körper und seinen Geist auf die Nacht und auf die Liebe vor.

Doch kommt ihm der Gott in die Quere. Hartnäckig nähert er sich in der Gestalt des Sohnes, Alfonsito, seiner Stiefmutter, die um des häuslichen Friedens willen dem Jungen nicht widersteht. Als der Skandal schliesslich von Alfonsito selbst in aller Unschuld seinem Vater vorgetragen wird, zerbricht das erotische Gebäude Don Alfonsitos.

Vargas Llosa hat mit 'Das Lob der Stiefmutter' einen erotischen Roman, oder besser, einen Roman über die Erotik geschrieben, der die mannigfaltigen Seiten des Themas manchmal sanft, manchmal aber auch sehr unsanft betastet. Die gewöhnlichen, alltäglichen Seiten der Erotik werden an den Beziehungen zwischen Don Rogoberto, Dona Lukrezia und Alfonsito vorgeführt. Doch jene Seiten, die ins göttliche verweisen, in die christliche Religion, die Kunst verschiedener Zeiten, behandelt Vargas Llosa in eingeschobenen Kapiteln, deren Inhalt sich an (im Buch abgebildeten) Gemälden ausrichten. In der Mitte des Romans, bei der Betrachtung eines Werks von Tiziano Vecellio (Venus mt Amor und Musik) ist es gar der Gott selbst, der spricht und sein Wirken erklärt und entlarvt. Die meisten dieser Zwischenerzählungen orientieren sich an den Handlungen der irdischen Romanfiguren, so dass ein abwechslungsreiches, im Spiegel der Kunst gebrochenes Spannungsfeld zwischen dem Geschehen des Romans und der Reflektion über dieses Geschehen entsteht.

Vargas Llosa wäre nicht Vargas Llosa, wenn er ein Blatt vor den Mund nähme. Im Roman ist ungeschminkt von allem die Rede, was zur Liebe gehört, von den niedrigsten Bedürfnissen des Menschen (wie Defäkieren) ebenso wie von den heiligsten Gefühlen. Mit der Lust zur kraftvollen Darstellung stellt Vargas Llosa das weite Spektrum des Eros dar, dessen zarte Flügelchen darüber hinwegtäuschen, wie weitgespannt sein Einfluss ist.

Ein Roman vom Meister literarisierter Wollust. Wolllüstige Lektüre für literarische Liebhaber des Eros. Dieses Büchlein kann nur empfohlen werden als eine einschlägige Lektüre, der man sich sicher nicht schämen muss.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der unschuldige böse Junge 4. März 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Das vorliegende 196 seitige Buch des bekannten peruanischen Autoren entstand 1988 im dritten Jahrzehnt seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Fernab der sonst von Vargas Llosa geliebten Themen von Dschungel, Rebellion, Indianern und deren schwieriger Auseinandersetzung mit den seit spanischen Tagen ansässigen Weißen geht es um das Beziehungsgeflecht innerhalb einer kleinen Familie. Hauptfiguren sind Doña Lukrezia, die gerade vierzigjährige schöne Stiefmutter, Don Rigobero, Vater und Ehemann, einsamer Praktikant hygienischer Rituale und fantasievoller Liebhaber seiner geliebten Lukrezia, und der beunruhigende Alfonsito, Sohn im vorpubertären Alter, der eine alarmierende Anhänglichkeit für seine Stiefmutter bekundet und dessen engelhaftes Wesen alles ins Fließen und Wanken bringt. Die idyllische Dreiecksbeziehung in einem Haus voller Wünsche und Begierden endet in Tristesse.

Vargas Llosa hat einen erotischen Roman geschrieben, ein Buch voller natürlicher Körperlichkeit und Sinnlichkeit. Kaum ein menschlicher Körperteil oder eine Körperfunktion bleiben unerwähnt, kaum eine Sinneswahrnehmung unbeschrieben. In die durch die sexuellen Beziehungen zur weiblichen Hauptfigur bestimmte Handlung hineinverflochten sind Passagen aus dem Bereich der griechisch-römischen Mythologie und die Beschreibung von sechs (auch im Buch als Kunstdruck enthaltenen) Bildern mit erotischem Bezug. Das fordert gedanklich heraus. Bewundernswert ist des Autoren Sprache, wenn er Dinge mit ungeahntem Wortreichtum so detailliert wie harmonisch und wohlklingend beschreibt. Unübersehbar ist des Schriftstellers Zuneigung zur Antike, aus deren Reichtum an Geschichten, Sagen und Mythen er schöpft, aber auch seine Liebe zu Fremdworten.

Fazit: Die eindringliche Darstellung der sexuellen Beziehung eines Kindes zu seiner Stiefmutter. Eine so anregende wie verstörende Kombination aus Bildbeschreibung, Versatzstücken erotischer Kolportage und der dramatischen Komponente einer Perversion.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lima im Lichte des Widerscheins 20. Oktober 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Nehmen wir "die Moral von der Geschichte" vorweg, dann ist es in Verkehrung der psychologisierten Märchenwelten ausnahmsweise mal die Stiefmutter, die das Opfer der Erzählung ist - und nicht das Kind. Sie durchschaut nicht die Intrige des Kleinen. Sie ist es, die am Ende aus dem Hause geworfen wird. Triumph des gefallenen Engels.

Schneewittchen siegt dieses mal von Anfang an, fast kampflos. Aschenputtel braucht keine Linsen zu zählen. Hänsel und Gretel kommen nach Hause, die Stiefmutter muss gehen.

Die Familienverhältnisse stehen Kopf, im fernen Peru. Dort wo die Andenkordilleren auslaufen, hin zum Moloch Lima - "die Sonne in Lima (...) der Widerschein der Straße" - mit seinen sechs Millionen Einwohnern. Von dort auch stammt der vielfach ge- und verehrte, preisgekrönte Schriftsteller Mario Vargas Llosa - zumindest was einen großen Teil seiner Kindheit, die er in dieser Stadt verbrachte, betrifft. Dort - im klimatischen Ambiente subtropischer Temperaturen - am Río Rímac, nahe des Pazifik. Hier siedelt Vargas Llosa sein Familiendrama an und lässt in konfrontativer Lust den Frust des jungen Alfonso als dessen "Lob der Stiefmutter" an eben derselben - Doña Lukrezia genannt - aus: bösartig, verschlagen und hintertrieben.

Es geht um einen falschen Engel, den hübschen Angelus Alfonso, den zarten Alfonsito. "Im gelblichen Lichtkegel der kleinen Nachttischlampe tauchte erschreckt ein kleines Engelsgesicht hinter einem Buch von Alexandre Dumas auf. (...) Ein Krippenengel (...) / (...) Seine frische und soglose Stimme machte die Nacht jung." Es geht um Verführung. Viel geht ab auf "der granatroten Bettdecke, die mit einem Muster in Form von Skorpionen bedruckt war (...) [im] Widerschein der Straße". Bisschen viel reflexives Licht auf den Straßen der besseren Viertel Limas.

An der Geschichte gibt es nichts auszusetzen. Doch einiges an einer unnötigen detaillierten Schilderungen der großen Geschäfte - nicht die der kommerziellen - des Vaters.

Das literarische Drumherum, die kapitelweise Vorstellung der erotischen Kunst im Hause der Familie, deren Brückenschläge in die parallele Handlung der Verführungsgeschichte vortrefflich passen, das alles hat schon viel für sich. "Die da links bin ich, Diana Lukrezia. Ja, ich, die Göttin des Eichbaums und der Wälder, der Fruchtbarkeit und der Geburten, die Göttin der Jagd. Die Griechen nannten mich Artemis. Ich bin mit dem Mond verwandt, und Apollo ist mein Bruder."

Mario Vargas Llosa spielt die gesamte Partitur seiner erotischen Formulierungskünste. Wir lesen von der "Folterbank der Liebe". Wir erfahren von der "Kruppe von Lukrezia". "Kruppe. Nicht Hintern, nicht Arsch, nicht Gesäß, nicht Hinterbacken, sondern Kruppe. (...) eine feste Kruppe. (...) Jede Halbkugel ist ein fleischliches Paradies (...)". Wir erleben "eine halbe Erektion". Wir finden uns wieder in der "Abtei der Unkeuschheit", dort im "Matratzen-Garten, in dem die Blüten (...) sich öffnen und für [den] privilegierten Sterblichen ihre geheimen Essenzen verströmen."

Viel wurde geschrieben zum Hauptsujet der Erzählung. Keine Frage: Es handelt sich um den gesellschaftlich verpönten und auch juristisch nicht unproblematischen Missbrauch eines Minderjährigen durch eine erwachsene Frau - auch wenn die zugrunde liegende Verführung durch den Buben ausging. War die unmärchenhafte Verkehrung von Täter und Opfer - die im Sturz der vermeintlich lieben Stiefmutter von den Stufen geliehener Mutterschaft kulminierte - am Ende die unvermeidliche Moral der Geschichte dieser Geschichte? Wie heißt es bei Kleist - nicht beim berühmten Heinrich von, sondern beim zwei, drei Generationen vorher gelebten, weniger bekannten Dichter Ewald Christian von Kleist - so schön? "Die Henne jammert ums Ufer, und ruft die gleitenden Entchen, die sie gebrütet; sie fliehn der Stiefmutter Stimme, durchplätschern die Fluth, und nagen am Schilf."

Bei Mario Vargas Llosa hat die Henne ihre Schuldigkeit getan. Es bleibt der ruhmlose Abtritt. Trotz alledem: Der Engel ist der Bengel. Sein Lachen "erfüllte die ganze Nacht und schien bis zu den Sternen emporzusteigen, die endlich einmal sichtbar waren am lehmfarbenen Himmel Limas", dort im Widerschein falscher Gefühle.
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Vor 18 Monaten von Gotthard Biallas veröffentlicht
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Vor 23 Monaten von esc veröffentlicht
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mich irritiert die Zuordnung in den erotischen Bereich. Hatte mir von diesem Buch und der Beschreibung mehr erhofft. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Dezember 2008 von Daniko
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Veröffentlicht am 8. Januar 2007 von RaphaelSinclair
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Veröffentlicht am 23. November 2005 von leolina
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die Stiefmutter, der Stiefsohn, der Vater, der Ehemann ... interessant beschriebene Beziehungsverwicklungen! Lesen Sie weiter...
Am 11. Juli 2000 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sinnlich.Einfühlsam.Erotisch.Und sooo menschlich.
Mit diesem Buch hat der Autor ein Werk geschaffen, das vielschichtig und höchst sinnlich ist. Facettenreiche Wortmalerei läßt immer wieder anderen Lesegenuss zu. Lesen Sie weiter...
Am 29. April 2000 veröffentlicht
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