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Lob der Pause: Warum unproduktive Zeiten ein Gewinn sind
 
 
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Lob der Pause: Warum unproduktive Zeiten ein Gewinn sind [Broschiert]

Karlheinz A. Geißler
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 108 Seiten
  • Verlag: oekom verlag; Auflage: 1., Aufl. (1. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865812007
  • ISBN-13: 978-3865812001
  • Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 10,6 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 200.840 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Karlheinz A. Geißler
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Immer schneller, immer mehr - das ist das Credo unseres Wirtschaftssystems. Doch mit Hochgeschwindigkeit ist nicht nur unser Finanzsystem in seine größte Krise gefahren, auch die Menschen halten nicht mehr Schritt: Immer häufiger wird das Stresssymptom "Burnout" diagnostiziert - full stop, nichts geht mehr.
Offenbar ist unser schnelles Leben nicht zukunftsfähig.
"Wir müssen unseren Umgang mit Zeit problematisieren und revidieren", empfiehlt der Zeitexperte Karlheinz A. Geißler. Und zeigt, warum wir Langsamkeit, Wiederholung und Warten wieder schätzen sollten. Die Pause als Reservoir der Produktivkraft als Zwischenzeit fürs Nachdenken, Vordenken, Abschalten und Verarbeiten.

Über den Autor

Prof. Dr. Karlheinz A. Geißler lehrt Wirtschaftspädagogik an der Universität der Bundeswehr in München. Zahlreiche Veröffentlichung zu den Themen Pädagogik und Zeit.

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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Humanistische Erbauungsliteratur, 16. September 2010
Von 
Dr. Christian Donninger "vulgo Chrilly" (Altmelon, Waldviertel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lob der Pause: Warum unproduktive Zeiten ein Gewinn sind (Broschiert)
Ich halte täglich Siesta, gehe oder laufe mit meinem Hund Bello durch den Wald, besitze weder Armbanduhr, Handy oder Fernseher. Geweckt werde ich von Bello und dem Kater Beppo (das ist allerdings erbarmungsloser als ein Wecker). Insofern rennt der Autor mit seinem Lob der Pause offene Türen ein. Ich habe mir allerdings konkrete Ergebnisse zur Zeit- und Biorythmus Forschung erwartet. Das Buch ist aber keine wissenschaftliche Abhandlung sondern humanistische Erbauungsliteratur. Im Grunde hätten bereits Cicero oder Seneca dieses Buch schreiben können. Wahrscheinlich hat sich der Autor auch die Werke dieser Autoren bis in die sprachlichen Figuren hinein als Vorbild genommen.

Dort wo der Autor aktuell wird ist er peinlich ahnungslos. So ortet er im pausenlosen High-Frequency-Trading die Ursache für den grossen Börsenkrach im Jahr 2008. Aktien werden in den USA aber immer noch zwischen 8:30 und 16:00 gehandelt. Der mit Abstand liquideste Titel sind S&P-500 Futures. Diese werden tatsächlich von Montag bis Freitag rund um die Uhr gehandelt. Allerdings ist das Handelsvolumen über Nacht minimal. Auch über Mittag sinkt an normalen Handelstagen die Aktivität stark ab. Es spielt sich eigentlich nur 2-3 Stunden am Tag, in der Früh und nach der Mittagspause am frühen Nachmittag, richtig ab. Die Aktivität der High-Frequency Trader ist auf diesen Zeitraum beschränkt. High-Frequency-Trading benötigt Liquidität (hohes Niveau von Angebot und Nachfrage) und Volatilität (auf und ab der Kurse).

Die Ursache der Finanzkrise war das Platzen einer Immobilienblase in den USA. Das hat sich auf die Börsen weltweit fortgepflanzt, weil die Immobilienkredite zu immer komplexeren Anleihen gebündelt wurden und die Absicherung dieser Anleihen plötzlich nicht mehr gewährleistet war. Ausserdem haben branchenfremde Mitspieler, angefangen von Versicherungen bis hin zu Dorfbürgermeistern, im grossen Stil Credit-Default-Swaps (Konkurs-Ausfallhaftungen) verkauft. Diese wurden zur Überraschung aller auf einmal schlagend. Der Grossteil dieser Titel wurde gar nicht auf Börsen sondern OTC (Over-The-Counter) gehandelt. OTC ist dem Wesen nach eine langsame Transaktion, weil es nicht um genormte Produkte geht, sondern sich die Vertragspartner die Bedingungen erst ausschnapsen müssen. High-Frequency-Trading trägt zweifellos ein Scherflein zu Destabilisierung der Finanzmärkte bei. Mit der Krise von 2008 hat es aber so gut wie nichts zu tun. Im Grunde gibt es Börsenkrachs seit es Börsen gibt. Der Tulpenkrach in Holland, South-Sea-Bubble in England. Die waren von den ökonomischen Auswirkungen auch mindestens so gravierend wie die aktuelle (siehe Mackay). Der Autor kennt sich offensichtlich besser bei Cicero und Goethe als auf Finanzmärkten aus. Dann soll er aber dieses Thema nicht behandeln.

Die Beurteilung des Buches ist eine Geschmacksfrage. Wer auf elegant geschriebene humanistische Erbauungsliteratur steht wird sehr zufrieden sein. Wer mehr von konkreter Wissenschaft hält kommt nicht auf seine Rechnung. Auf alle Fälle kann man es auch ohne Pause in einem Zug durchlesen.

Ohne Einschränkungen empfehlen kann ich hingegen R.Levine: Eine Landkarte der Zeit: Wie Kulturen mit Zeit umgehen

Die klassische Beschreibung von frühen Börsenkrachs findet sich in Charles Mackay: Extraordinary Popular Delusions and the Madness of Crowds.

Die primäre Funktion des Zitierens von Cicero, Goethe & Co. ist Prestige. Man muss das knappe Gut Muße haben um derartiges zu lesen. Siehe dazu

Thorstein Veblen: Theorie der feinen Leute.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein kleiner Buchschatz für gestreßte Frauen und Männer, 15. März 2010
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lob der Pause: Warum unproduktive Zeiten ein Gewinn sind (Broschiert)
Der bekannte Autor und Hochschullehrer für Wirtschafts- und Sozialpädagogik an der Universität der Bundeswehr in München Karlheinz A. Geißler ist als Autor mehrerer Bücher über den Umgang mit der Zeit bekannt geworden. Dabei geht es ihm im Unterschied zu anderen Büchern über Zeit-Management nicht um immer mehr Zeit-Produktivität , sondern es geht ihm immer darum , dass die Seele des Menschen, auch und gerade des vielbeschäftigten Mannes oder der vielbeschäftigten Frau, in alle dem Stress der heutigen Zeit nicht zu kurz kommt.

Für die neue Taschenbuchserie des Münchner Oekom Verlags, die mit drei tollen Titeln in diesem Frühjahr den Buchmarkt betritt, hat Karlheinz A. Geißler einen kurzen Essay über etwa 100 Seiten vorgelegt mit dem Titel "Lob der Pause. Warum unproduktive Zeiten ein Gewinn sind".

Ein kleines, gut und schnell lesbares Meisterwerk, das sehr gut im Zug auf der Heimfahrt von der Arbeit zu lesen ist. Um es auf sich wirken zu lassen, erst recht, um einiges davon im eigenen Alltag auszuprobieren und umzusetzen, sollte man allerdings sich mehr Zeit nehmen und nicht den Zug wählen.

Es ist, so möchte ich sagen, ein spirituelles Buch ohne Spiritualität. Denn Geißler gelingt es meisterhaft, all die Erkenntnisse, die es in den Klöstern seit Jahrhunderten gibt, zu übersetzen in eine Sprache, die auch der heutige, in der Regel religiös nicht ansprechbare Mensch in seinen Alltag aufnehmen und in sein Leben sinnvoll integrieren kann.

Also: Sie leiden unter Stress, haben das Gefühl, Sie kommen zu gar nichts mehr, was Ihnen wichtig ist, dann greifen Sie mal in einer Stunde, die sich allerdings nehmen müssen, zu diesem kleinen Buchschatz.

Sie werden es nicht bereuen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Mach mal Pause!, 3. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Lob der Pause: Warum unproduktive Zeiten ein Gewinn sind (Broschiert)
Über 30 Jahre lang hat Karlheinz Geißler sich als Professor für Wirtschafts- und Sozialpädagogik mit dem Thema Zeit beschäftigt und dazu auch eine ganze Reihe von Büchern verfasst. Er ist Initiator der "Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik" und hat mit seinen Mitstreitern im Laufe der Zeit so manches Wörtchen bei gesellschaftspolitischen Weichenstellungen der Zeit mitgeredet.

Nach seiner Emeritierung hatte er nun offenbar genug Zeit, sich mit einem ominösen Phänomen im Zeitkontinuum zu beschäftigen - der Pause. Denn, so schreibt der von ihm zitierte Walter Benjamin: "Zum Denken gehört nicht nur die Bewegung der Gedanken, sondern ebenso ihre Stilllegung."

Doch die Pause steht den Versuchen, den Menschen und seine Arbeitskraft auf Daueraktivität zu programmieren, gewaltig im Weg. Es war die Ungeduld, schrieb Franz Kafka, "die den Menschen aus dem Paradies vertrieb und ihn daraus immer weiter entfernt."

Der zivilisierte Mensch kennt kaum noch Ruhe, Zeiten der Muße. Langeweile ist nicht tolerabel. Kurzweilig muss das Leben sein. Und schnell. Alles Langsame wird auf die rechte Spur geblinkt. Sich Zeit nehmen, kommt Diebstahl gleich. Wer Ruhe hat, weckt den Verdacht, dass er nicht mehr gefragt ist ("Ruhestand").

Früher gab es auch im deutschen Fernsehen noch Pausen. Heute verdienen man in dieser Zeit einige Hunderttausend Euro mit Werbung. Denn Pause, das ist verschenkte Zeit, und das will sich unsere Gesellschaft zunehmend weniger leisten.

Jeder Mensch braucht Pausen. Niemand kann acht Stunden konzentriert durcharbeiten. Wer erfolgreich sein will, muss Pausen machen. Nur, wer pausiert, kann wahrnehmen, was gelungen ist. "Was ich in einer Stunde geträumt habe, ist mehr wert, als was Ihr in vier getan habt." (Lorenzo do Medici - noch am späten Vormittag häufig im Bett anzutreffen).

Das hat Konsequenzen für Arbeit und Lernen: Pausen zur rechten Zeit! Und zwar nicht erlaubt oder geduldet sondern als Pflicht. Denn wer Pausen, die er braucht, nicht macht, schadet möglicherweise sich und dem Unternehmen: Wer sich nicht erholt, kann nichts leisten, von Fehlern gar nicht zu reden.

Das Wesen der Pause ist die Unterbrechung, die Lücke im Kontinuum von Tätigkeit und Tempo. Gäbe es Pausen nicht, wären Theaterstücke, Kompositionen und Seminare unerträglich. Pausen bedeuten eine kurze Erlösung von der immerwährenden Betriebsamkeit. Nur wer sich lösen kann, der kann bei der Sache bleiben. Die Natur gibt den Wechsel vor: Nach Phasen der Anspannung müssen immer Phasen der Entspannung folgen. "Ich bin immer, auch im Leben, für Ruhepunkte; Parks ohne Bänke können mir gestohlen bleiben", schrieb schon Theodor Fontane.

Dies ist vermutlich Karlheinz Geißlers kleinstes Buch - im praktischen Taschenformat - doch möglicherweise sein bestes. Hierin kulminiert all sein Wissen über die Zusammenhänge von Philosophie, Gesellschaft und Zeit. Wunderbare und treffende Zitate leiten die Kapitel ein. Ein jedes verleitet zum Nachdenken. Mit spitzer Feder beherrscht der Autor das Wortspiel, wie hier: "Wer schneller ist, ist nicht schneller am Ziel, sondern schneller am Ende."

Fazit: Ein ideales Geschenk für gehetzte Freunde, Kunden und Kollegen - ich habe es gleich im Zehnerpack bestellt. Denn für uns alle gilt die Gleichung: Zeit = Leben.
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