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Lob der Elite: Warum wir sie brauchen
 
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Lob der Elite: Warum wir sie brauchen [Gebundene Ausgabe]

Heike Schmoll
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 173 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 1 (Januar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406570283
  • ISBN-13: 978-3406570285
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 136.576 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Heike Schmoll
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Warum wir Eliten brauchen - eine Streitschrift

Der Begriff "Elite" wird neuerdings wieder ganz unbefangen gebraucht, vor allem im Zusammenhang mit den neuen Elitehochschulen. Doch lassen sich Eliten schaffen? Und ist dies in einer Demokratie überhaupt wünschenswert? Heike Schmoll nimmt in ihrem fulminanten "Lob der Elite" die ewigen Elite-Kritiker ebenso aufs Korn wie die Wissenschafts-Planer, die eine Elite am Reißbrett schaffen wollen. Mit Blick auf die Geschichte von Eliten und ihre Bildung zeigt sie, warum wir nicht auf Eliten verzichten können und wie diese beschaffen sein müssen. In keinem der führenden Industrieländer sitzt die Abneigung gegen Eliten so tief wie in Deutschland. Für Franzosen gehört die gezielte Rekrutierung der Eliten in Wissenschaft, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft ganz selbstverständlich zu den staatspolitischen Pflichten der Republik. Denn Eliten sind für keine Staatsform so unentbehrlich wie für die Demokratie. Deshalb muß der Zugang zur Elite prinzipiell offen, die Auswahlmethode transparent sein. Sobald sich Eliten abschotten, ihre Vorrechte genießen und für sich behalten wollen, verfehlen sie ihren gesellschaftlichen Auftrag. Da weder Tradition und Herkunft noch Bildung oder Leistungsstärke allein für die Zugehörigkeit zur Elite bürgen, müssen Weitsicht, Verantwortungs- und Pflichtbewußtsein, aber auch der Mut zum Alleingang hinzukommen. Heike Schmoll zeigt, wie Eliteförderung und Persönlichkeitsbildung miteinander verbunden werden können, damit Deutschland die Eliten bekommt, die es braucht.

Über den Autor

Heike Schmoll, Dr. h.c., geb. 1962, Germanistin und Theologin, schreibt als Redakteurin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und gehört zu den profiliertesten Kritikern der deutschen Bildungspolitik. Sie wurde mit dem Deutschen Sprachpreis (2005) ausgezeichnet.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wolkenkuckucksheim 15. Mai 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch hat 6 Schwachstellen:

1. Abstraktes Ideal
Schmoll lobt nicht, wie der Buchtitel irreführend ankündigt, die real existierende Elite Deutschlands. Sie entwickelt stattdessen eine abstrakte moralisierende Idee von Elite. Tugendhaft und asketisch sei die Elite, entscheidungsfreudig, leistungsbereit und verantwortungsvoll. Dieses Tugendbild von Elite wird von Schmoll aber nicht genutzt, um Kritik an den derzeitigen Eliten zu üben. Die aktuellen Skandale um Vorstandsvorsitzende und Spitzenpolitiker erwähnt sie mit keinem einzigen Wort.

2. Versagen der Eliten
Schmoll zeigt an keinem einzigen konkreten Beispiel auf, wofür wir Eliten tatsächlich bräuchten. Im Gegenteil: Sie erwähnt selbst das mehrfache Versagen der Eliten im letzten Jahrhundert. Daraus aber zieht sie keinerlei Schlüsse.

3. Geschlossene Cliquen
Schmolls Plädoyer für plurale und offene Eliten in der Demokratie in allen Ehren! Allein - die Wirklichkeit, sie ist nicht so. Vielmehr erlebt Deutschland seit 25 Jahren den Durchmarsch einer neoliberalen Clique, die Staat und Wirtschaft wie eine Beute unter sich aufteilen. Schmoll wundert sich selbst, wie widerspruchslos beispielsweise Schulen und Unis sich in den letzten Jahren haben umkrempeln lassen.

4. Eliten ohne Legitimität
Schmoll betont, dass demokratische Eliten offen bleiben und Selbstabschließung vermeiden müssen. Sie präsentiert aber
selbst viele Informationen, die belegen, dass die aktuellen Eliten geschlossen sind und ihren Nachwuchs nur unter sich selbst rekrutieren. Schmoll bemerkt diesen Widerspruch nicht.

5. Altphilologie und Theologie
Schmoll ist Altphilologin und Theologin. Das trübt ihren Blick. Ermüdend lang wird über den Elitendiskurs bei Aristoteles und Platon gefachsimpelt oder den Unterschieden zwischen katholischer und protestantischer Elitenförderung nachgespürt.

6. Verlogene FAZ
Richtig ärgerlich wird Schmolls Kritik an den aktuellen Bildungsreformen. Schmoll ist Autorin der FAZ. Und es war die FAZ an vorderster Front, die das Bildungssystem sturmreif geschossen hat. Jetzt, wo die negativen Konsequenzen von Turbo- und Zentralabitur deutlich werden, will es niemand gewesen sein. Schmolls Kritik kommt von rechts: Sie will keinen Förderunterricht und keine Einheitsschule. Sie will das schlechte alte humanistische Gymnasium mit Latein und Griechisch zurück.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ursprünglich galt mein Interesse dem Buch "Gestatten: Elite. Auf den Spuren der Mächtigen von morgen" von Julia Friedrichs. Dann fiel mir das Buch von Heike Schmoll in die Hand.

Von Beginn an war klar - dies ist kein Lob der Elite. Vielmehr ein Versuch, den Begriff der Elite aus unterschiedlichen historischen/gesellschaftlichen Perspektiven heraus zu beschreiben. Dabei bleibt es aber auch. Schmoll gelingt es aber nur ansatzweise, den Begriff der Elite im Kontext unserer zukünftigen Gesellschaftsstruktur mit Inhalten zu beleben. Es bleibt offen, was "die Elite von morgen" braucht, um ihrer Verantwortung gerecht zu werden.

Dennoch bleibt das Buch lesenswert, weil es aus meiner Sicht gewissenhaft recherchiert ist und kompakt einen Überblick über die historischen/gesellschaftlichen Hintergründe von Eliten gibt.
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8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Heike Schmidt, promovierte Theologin h.c., Redakteurin bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und engagierte Bildungskritikerin hat sich in ihrem neuesten Buch "Lob der Elite" auf eine historische Spurensuche von der Antike bis zur Gegenwart gemacht und kommt zu dem für sie in keiner Weise überraschenden Ergebnis, dass insbesondere die demokratischen Gesellschaften Eliten bitter nötig haben. Sie unternimmt den Versuch das "Lob der Elite" heftig zu verteidigen. Dabei legt sie besonderen Wert darauf, dass es sich bei den Eliten nicht um selbsternannte Eliten handelt, sondern dem griechischen Begriff folgend, um auserwählte Eliten. Zum ersten Mal war im Französischen von Menschen als Elite die Rede. Davon sprach einer der genialsten Köpfe der europäischen Aufklärung, Denis Diderot, in seiner "Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers" die ab 1751 in mehreren Bänden erschienen ist. Der Begriff ist ursprünglich auf den französischen Markplätzen entstanden. Es waren Erzeugnisse mit einem bestimmten Gütesiegel, aber das wohl Entscheidende war, allein der Käufer hatte die Wahl, das heißt die "Elite" wurde von jemandem ausgewählt, nicht ernannt, denn der Käufer hat geprüft, ob die Ware den angepriesenen Qualitätsmerkmalen entsprach.

Die Autorin weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass zwischenzeitlich Elite ein Label geworden ist, welches aus Marketinggründen an alles Mögliche angeklebt wird. Es gibt Hausmarken, Zeitarbeit oder Partnervermittlungen die sich Elite nennen. Man muss also sehr wohl unterscheiden, wann ist Elite ein Marketing Label, wann eine Verwechslung mit Prominenz und wann hat es tatsächlich mit den Auswahlkriterien zu tun. Die Kriterien sind das Entscheidende, man kommt nicht zu einem passablen Ergebnis, wenn man die Auswahlkriterien allein auf Leistungselite, Funktionselite oder Verantwortungselite bezieht, sondern dem Verständnis von Heike Schmoll entsprechend muss von all dem etwas vorhanden sein, denn Alleinfunktionselite überzeugt sie überhaupt nicht. Funktionseliten sind im Grunde ein Ausweg, um sich vor der Definition nach Kriterien und Leistung zu drücken. Also wenn man jeden in einer herausgehobenen Position mit relativ viel Verantwortung zur Elite zählt, dann ist man so zu sagen eigentlich der wahren Bestimmung, warum er eigentlich dazu zählt, enthoben. Das ist zwar politisch korrekt, entspricht auch der klassischen Definition von Elite, das heißt es sind diejenigen, die regelmäßig Einfluss auf gesamtgesellschaftlich bedeutsame Entscheidungen nehmen, aber es macht den Begriff ungemein nichts sagend. So hat die Autorin in dem Buch dem Begriff Elite" tatsächlich zahlreiche, inhaltlich auch durch Tugenden gefüllte Definitionen gegeben. Sie beschreibt einen modernen Elitemenschen als jemand mit sehr viel historischer Kenntnis, der zum Beispiel die Fähigkeit besitzt, bestimmte Entwicklungen in der Gegenwart sofort zu durchschauen, fadenscheinige Illusionen aufzudecken weil er auf Grund seiner Kenntnisse auf Demagogien nicht hereinfällt. Ein Mensch, der in ganz besonderem Maße demokratiefähig ist.

Die Autorin verweist ferner darauf, dass auch niemand auf Dauer Elite ist. Wer das versucht, der erleidet Schiffbruch, vielmehr sorgen kluge Eliten in ausgewählten Sektoren dafür, dass die Rekrutierungen rechtzeitig stattfinden, dass der Elitenaustausch zeitlich und personell passend funktioniert. Eine aristokratische Elite hat es in Deutschland ja eigentlich höchstens noch in der Aristokratie gegeben, aber danach nicht mehr. Deutschland zeichnet sich durch plurale, inhomogene Eliten aus. Deshalb ist es als wichtige Funktion anzusehen, dass, wenn es plurale Eliten gibt, das heißt mehrere Eliten in unterschiedlichen Sektoren, permanent entsprechend notwendige Kontrollen stattfinden.

Zur Charakterisierung von Elite und zur Funktionsbestimmung von Elite verwendet die Autorin zwei altmodische anmutende Begriffe, nämlich Einsamkeit und Askese, beide stehen unserer Gesellschaft gut zu Gesicht, denn neben einem hohen Maß an Unabhängigkeit gehört zu Eliten auch der Mut sich ins Abseits zu stellen, öffentlich zu widersprechen und dafür die Konsequenzen zu tragen. Das meint die Autorin mit Einsamkeit, nämlich Einsamkeit auszuhalten. Unabhängige, starke Persönlichkeiten zeichnen sich nicht nur durch ein hohes Maß an überdurchschnittlicher Leistungsbereitschaft aus, sondern sie verfügen darüber hinaus auch über ein hohes Maß an Widerstandskraft. Ein wichtiger Weg dahin ist eine umfassende gute, qualitätsvolle Breitenbildung für alle. Man kann nicht vorher auswählen, sondern je höher das Niveau des allgemeinen Schulsystems ist, desto sozialer und desto gerechter ist es auch. Je umfassender die Breiten- und Persönlichkeitsbildung ist, desto freier, unabhängiger, selbstbewusster und mündiger sind schließlich die Individuen und besonders die "Eliten".

Heike Schmoll warnt schließlich vor den Folgen der Abschottung, denn das Ende von Eliten ist immer dann immer vorauszusehen, weil sie dann auch keine neuen wenn sie sich abschotten, denn dann können sie auch keine neuen Eliten mehr kooptieren.

Ein rasant und atmosphärisch dicht geschriebenes, sehr kluges, rundum perfektes Buch.
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