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69 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Es lebe der Genuss!, 7. Juli 2008
Textauszug aus Lizenz zum Essen: Macht immun gegen Ernährungszwänge, Schlankheitsterror, genussfeindliche Scheinwissenschaft und fördert dagegen Lebensqualität, Selbstvertrauen, Wohlbefinden.
Doch, zuallererst: Ich bin durchschnittlich schlank & bin zufrieden mit meinem Gewicht. Es passt zu mir. Weil ich meinen Körper mag, versuche ich mich bewusst & gesund zu ernähren. Ich treibe regelmäßig, aber ohne inneren Zwang Sport und fühle mich wohl. Gesundes Verhalten ist ja nicht unbedingt schwierig! 5x Obst oder Gemüse am Tag, wenig Fleisch, dafür lieber Milch- und Vollkornprodukte, Reis mit Schale, und und und. Irgendwann ist mir die 5x täglich Obst/Gemüse-Esserei auf die Nerven gegangen, ich konnte keine Äpfel mehr sehen, vor Vollkornbrot (das ich immer gerne mochte) hat mir plötzlich gegraust, wenn ich es nur roch.
Kurz: mir hing alles Gesunde zum Hals heraus! Als ich aufgrund von Darmproblemen meinen Vollkornkonsum auf Null reduzierte, ging es meinem Darm plötzlich gut. Na so was, das darf ja gar nicht sein. Vollkorn ist ja gut! Dann habe ich das Buch -Lizenz zum Essen- geschenkt bekommen. Wer hat schon die -Lizenz zum Essen- ??? Vorne am Cover eine Schwedenbombe (oder ein Dickmann) - na super!
Beim Durchlesen habe ich mich allerdings sehr häufig wiedergefunden und festgestellt, dass ich meinen gesunden Hausverstand & normalen Appetit bereits tief begraben hatte, absolut beeinflusst durch Werbung (probiot. Jogurt - rechtsdrehend, linksdrehend, Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine, fettfrei, Süßstoffe,...) und schlechtes Gewissen, auferlegen lassen von Büchern, Zeitschriften, Medien, Politik. Schließlich muss ich mich ja gesund halten, denn wir werden immer fetter, vor allem auch unsere Kinder, jeder zweite leidet unter Übergewicht, unsere Cholesterinspiegel sind jenseits von gut & böse, wer sich ungesund ernährt, liegt später allen anderen als Pflegefall auf der Tasche, wir brauchen Omega-3-Fettsäuren und unsere Vitamin-(C)-Versorgung muss unbedingt gewährleistet sein,...
Interessante Auszüge aus dem Buch:
Vitamin C (Ascorbinsäure) wird in der Nahrungsmittelindustrie (Konserven) als Konservierungsmittel verwendet, daher werden wir nur sehr, sehr schwer eine Unterversorgung an Vitamin C erleiden müssen, weil wir diese automatisch zuführen.
Habt ihr gewusst, dass Süßstoffe in der Ferkelmast verwendet werden. Die Schweinderl kriegen es nicht zum Abnehmen, sondern damit sie zulegen!!!
In den Schalen der Vollkornfrüchte sind Inhaltsstoffe, die unser Körper gar nicht verdauen kann, deswegen Blähungen & Probleme mit dem Darm.
Außerdem beinhaltet das Buch einen Streifzug durch die Welt der Bioprodukte.
...und vieles Interessante mehr...
Das heißt jetzt aber nicht, dass wir nun ohne Ende Chips, Süßigkeiten,... in uns hineinstopfen sollen. Diese Umkehr-Empfehlung darf man daraus nicht entnehmen. Es ist einfach so, dass wir kein schlechtes Gewissen haben brauchen, wenn der Bauch uns sagt, dass er z. B. Vollkornbrot nicht mag, oder uns der weiße Reis lieber ist, als der mit Schale.
Das Buch ist in jedem Fall lesenswert und ich finde es toll, dass sich ein Arzt für unser gesundes Bauchgefühl einsetzt. Mir haben sich zumindest die Augen für den Genuss geöffnet. Ich werde auf jeden Fall kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich meine Zähne in ein Steak (medium) schlage!
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112 von 117 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das ist es, 2. Juni 2008
In diesem Buch zu lesen ist geradezu befreiend. Endlich mal ein Fachmann, der uns ermuntert, so zu essen, wie wir es taten, als wir noch (von alleine) schlank waren: unseren Vorlieben folgend, mit Genuss und immer so viel, dass wir auf wohlige Art satt wurden. Nicht mehr - aber auch nicht weniger. Auf diese Art findet der Körper instinktiv sein ideales Gewicht und hält es, ohne dass wir uns Gedanken machen müssen. Ohne dass wir ins Fitness-Studio traben, wo es nach Schweiss stinkt, grässliche Musik unsere Gehörgänge quält und wir uns mit abstrusen "Kraftmaschinen", "Laufbändern" und "Steppern" abplagen müssen. Stattdessen ein schöner Abendspaziergang an der lauen Luft, ein Feierabendbierchen im Freien - und man schläft viel besser, als wenn man, fix und fertig vom Sport, wie eine lebende Leiche vorm flackernden Fernseher abhängt und Rohkost mümmelt. Vorbei die Zeit, als Vollkornnudeln und Körnerbrot einem den Bauch blähten, zwanghaft Punkte oder Fettaugen gezählt wurden, man sich zum Sport quälte - und letztendlich immer dicker wurde. Denn in den Phasen der Völlerei, die den Askeseprogrammen so sicher wie das Amen in der Kirche folgen, legt der ausgehungerte Körper wieder kräftig zu. Nach der Lektüre von Franks Buch gönne ich mir wieder mein geliebtes Weissbrot und die knusprigen Croissants vom Franzosen an der Ecke. Ich koche mein Gemüse wieder und tue einen ordentlichen Klacks Butter drauf. Das Fitness-Studio habe ich gekündigt, die 60 Euro monatlich werden nun für eine ayurvedische Massage angelegt.Ein Traum! Vom gigantischen Abspeckstress befreit habe ich - oh Wunder - in fünf Wochen zwei Kilo abgenommen, vermutlich, weil die Fressattacken entfallen. Ich bin ja immer satt und zufrieden, Körper und Seele bekommen, was sie brauchen. So einfach kann das alles sein - unglaublich. Franks Buch ist ein ideales Geschenk für Diätgeschädigte - noch besser wäre es, wenn es in jeder Arztpraxis ausliegen würde.
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214 von 228 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
neueste Erkenntnisse statt vermeintlicher Binsenweisheiten, 4. März 2008
Gunter Frank, Arzt für Allgemeinmedizin und Ernährungsberatung, stellt in diesem Buch das, was wir über Abnehmen und gesunde Ernährung zu wissen glauben, den durch wissenschaftliche Untersuchungen gesicherten Fachkenntnissen gegenüber. Dabei enthüllt er viele weit verbreitete Irrtümer, die einem bei gründlicher Beobachtung auch selbst hätten auffallen können. Beispielsweise ist einer der beliebtesten Mythen, dass man sein Gewicht doch schlicht dadurch reduzieren könne, dass man durch Sport mehr an Kalorien verbraucht, als man durch Nahrung zu sich nimmt. Klingt zunächst logisch - tatsächlich aber quälen sich zahllose Mollige mit Dauerfasten, während sie sich gleichzeitig in Fitnessstudios abstrampeln, bis sie schweißüberströmt sind, und werden doch nur immer dicker. Zu allem Übel bekommen sie dann von dünnen Leuten noch unterschwellige Vorwürfe zu hören, wie dass sie offenbar noch nicht GENUG Selbstdisziplin besäßen, irgendwo "schummelten" oder einfach irgendetwas grundsätzlich falsch machen - also praktisch dick UND doof seien.
Gunter Frank zeigt auf, dass diese allgemein vorherrschende Denkweise in mehrfacher Hinsicht falsch ist: Mollige nehmen tatsächlich oft weniger Kalorien zu sich als Dünne. Sowohl das Hungern als auch der widerwillig ertragene Sport richteten häufig mehr Schaden an, als Nutzen zu bringen. Alle medizinischen Fachgesellschaften, die empfehlen abzunehmen, räumen mittlerweile ein, dass die Langzeitergebnisse ihrer Programme äußerst bescheiden sind. Manche Personen, insbesondere mollige Kinder, nehmen durch Abspeckprogramme sogar eher zu. Fettreduzierte Nahrung macht genausowenig schlank wie Süßstoff statt Zucker, und auch Vollwertkost ist keineswegs so gesund, wie immer getan wird. Dafür belegt eine ganze Reihe von Studien, dass zwischen der Menge an Snacks, die man z. B. beim Fernsehen futtert, und der Gefahr übergewichtig zu werden, kein Zusammenhang besteht. Und es kommt noch besser: Dicke sind in vielerlei Hinsicht gesünder als Dünne und leben länger. Sogar fettleibige Herzkranke, das ergab 2006 eine Untersuchung über 250.000 Betroffene, leben länger als ihre normalgewichtigen Leidensgenossen.
Es gebe zwar durchaus Möglichkeiten, zumindest eine Kleidergröße abzunehmen, führt Frank aus. Diese Erfolge bestünden allerdings gerade nicht in der momentan geradezu fanatisch betriebenen Missionierung zu mehr Selbstgeißelung und Askese, sondern zeigten sich bei seinen Patienten bezeichnenderweise erst dann, sobald es ihnen gelungen sei, "über die jahrelange gehirnwäschegleiche Berieselung von wegen Fettfallen im Essen, falschem Essverhalten und sonstigen Diätschwindeleien nur noch zu lächeln". Erfreulicherweise erkennen inzwischen immer mehr Fachkollegen Franks, dass die momentan so weit verbreiteten Ratschläge zu wenig anderem als zum Entstehen von immer mehr Essstörungen dienen. Längere Zeit war Udo Pollmer hier fast der einsame Rufer in der Wüste, und als Leser war man sich nie sicher, ob Pollmer nicht vielleicht nur eine sehr fragwürdige Minderheitsmeinung vertrat. Tatsächlich aber lassen die neuesten Erkenntnisse die Auffassungen von Pollmer, Frank und Co. immer solider erscheinen.
Für mich als Medienwissenschaftler ist Franks Buch an jenen Punkten besonders interessant, an denen es grundsätzlich wird. Ich habe in einem ganz anderen Themengebiet (der Geschlechterdebatte) erlebt, dass das, was Medien und Politik als allgemeinen Kenntnisstand verbreiten, sich fundamental von dem tatsächlich seit Jahrzehnten etablierten Stand der Wissenschaft unterscheidet. Längst widerlegte Ansichten werden fröhlich weiterkolportiert, weil ein Journalist vom anderen abschreibt und die Politiker, die unmöglich allesamt Fachleute für die verschiedensten Unterthemen sein können, glauben, auf Nummer sicher zu gehen, wenn sie sich mit ihren Forderungen dem Medientrend anschließen.
Beim Thema Ernährung scheint es nicht anders zu sein. "Würden sie nur einmal einen Tag in eine ordentliche Recherche investieren", befindet Gunter Frank, "dann müssten allen kompetenenten Journalisten Zweifel kommen" an den verschiedenen Auffassungen, die sie tagtäglich verbreiten. Als beispielsweise im Frühjahr 2007 durch die Presse ging, drei Viertel aller deutschen Männer seien zu dick, war das "eine statistische Ente, die man mit ein bisschen Recherche leicht hätte entlarven können, aber trotzdem ist sie durch alle Redaktionen geflattert, von der Boulevardpresse bis zu den angesehenen Zeitungen und Nachrichtensendungen". Die deutsche Politik reagierte darauf sogar mit einer Regierungserklärung ("Aktionsplan gegen Übergewicht"). Gefördert werde dieser Unfug zwar durch eine große Zahl von akademisch verbildeten Ernährungsberatern, die Essen nicht mehr genießen können und aus dieser Einstellung eine Art staatlicher Ersatzreligion machen: "Sie alle brauchen nämlich einen Job, sie drängen in die Gesundheitsämter und Krankenkassen, Landratsämter, Gesundheitsbehörden. Dort versuchen sie, alle anderen mit ihrem dürren Weltbild zu missionieren und üben starken Druck aus." (Auch das kommt mir vom Grundprinzip her aus dem Themenbereich Geschlechterdebatte und Feminismus bekannt vor.) Aber wie Frank zutreffend schreibt, entschuldigt das die einseitige und nachlässige Recherche vieler Journalisten keineswegs, die er auch aus eigener Erfahrung kennt: "Wenn ich Anfragen von der Presse bekomme, merke ich immer wieder, dass kaum Interesse an den wirklichen Hintergründen besteht. Oft wird (...) jegliche journalistische Sorgfalt unterlassen. Das gilt leider auch für anerkannte Medien wie STERN, SPIEGEL, FOCUS, STIFTUNG WARENTEST etc., die sicher bei anderen Themen ihre Verdienste besitzen, wenn es um Anprangerung von gesellschaftlichen Missständen und Aufklärung geht. Beim Thema Ernährung versagen sie jedoch und beteiligen sich im Gegenteil an der Hexenjagd auf mollige Mitmenschen."
Das letztgenannte ist der einzige Punkt, bei dem ich Frank definitiv nicht zustimmen würde. Die Ernährung ist lediglich das Thema, bei dem Gunter Frank die Mängel des deutschen Journalismus auffallen, weil er dort selbst Fachmann ist. Interessanterweise entdecke ich dieselbe Nachlässigkeit bei den zwei oder drei Themenbereichen, bei denen ich mich selbst besonders gut auskenne. Das deutet schon sehr darauf hin, dass hier ein generelles Problem vorliegt und auch in anderen Feldern die Kluft zwischen dem gesicherten Fachwissen und der Berichterstattung in den Medien recht groß ist.
Nun könnte man alles, was Frank in seinem Buch schildert, auch auf eine langatmige und akademisch trockene Weise ausführen. Das aber tut Frank keineswegs: Sein Buch ist so eine Freude zu lesen, dass man es kaum aus der Hand legen kann. Dies ist das erste Buch in meinem Leben, von dem ich mir ernsthaft überlege, mehrere Exemplare zu kaufen und Bekannte damit zu versorgen. Das, was Frank aufdeckt, gehört eigentlich auf die Bestsellerliste. Deshalb gibt es von mir eine dringende Leseempfehlung für dieses Buch.
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