Wenn eine Band Blondie (Die Band, nicht den Hund) zum Vorbild ernennt, Ultravox auch und Depeche Mode (ein bisschen), riecht die Auswahl schwer nach 80er Jahren. Stimmt in Falle der Sounds mehr als irgendwo sonst in letzter Zeit. Was in diesem Land Bands wie ‚Mia' leidlich versuchen und solche wie ‚Wir sind Helden' auch schaffen (auf deren Erstling warten wir noch), nämlich Pop mit Punk zu mischen, ohne dabei plump zu wirken, schaffen The Sounds offenbar spielend.
Die 11 Songs des Debüts „Living in America" rocken erstaunlich frisch durch ihre kurzen 38 Minuten und genau so muss es sein. Knackig, schnell, aggressiv, elektronisch und nie langweilig. Der Titeltrack klingt wie Kim Wildes „Kids in America" auf, wie zu erwarten, Blondie; - „We're not livin in America - But we're not sorry" lässt die Sängerin Maja Ivarsson im entsprechenden Song wissen. Warum auch? Schweden ist sehr hübsch und von dort kommen The Sounds. Rock as Pop can.
„Unsere Musik ist fröhlich, hat Power und soll gute Stimmung verbreiten," sagen sie. Wenn nicht das, was sonst. Auch wenn „Mine For Live" beinahe unanständig nach Aquas „Barbiegirl" klingt. „I'm a Barbie Girl in a Barbie World...", der ein oder andere mag sich erinnern. Egal. Hauptsache die Stimmung hebt sich. Tut sie. Soviel steht fest.
„Living in America" ist mit Sicherheit eine der spannendsten und abwechslungsreichsten Platten dieses Jahres. Bleibt abzuwarten, ob und was dieser Scheibe folgen wird. Hoffentlich nicht die große Leere eines One-Hit-Wonder. Wäre Schade.