Produktinformation
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Diese drei Betätigungsfelder prägen ihr Buch gleichermaßen, was sowohl Grund für die Vorzüge wie für die Schwachstellen ist.
Zunächst einmal ist der Buchtitel irritierend, denn es handelt sich nicht ausschließlich und auch nicht primär um ein Yogabuch. Vielmehr ist "Living Yoga" ein Kaleidoskop, das sich aus autobiografischen Schilderungen, âsana-Impressionen ohne Anleitungen, Glaubensbekenntnissen einer praktizierenden Katholikin, Reisebeschreibungen, ungenauen Begriffsdefintionen und persönlichen Ansichten zu ethischen und ästhetischen Grundsätzen zusammensetzt. Es geht dabei auch immer wieder um Yoga, da Yoga einen wesentlichen Platz in Turlingtons Leben einnimmt, aber familiäre Belange, Sentenzen über den Buddhismus, Gedanken über den 11. September u.ä. nehmen ebenso viel Raum ein.
Christy Turlingtons Darstellungen sind immer dann gut lesbar, wenn sie über ihre subjektiven Eindrücke und Erfahrungen schreibt: Ein sympathisches Plädoyer für Yoga!
Sobald es jedoch um ihre Lese- und Studienfrüchte geht, also um Begriffe und die Geschichte des Yoga, häufen sich Fehler und Ungenauigkeiten. Da wird Hatha-Yoga beispielsweise rein esoterisch und apokryphisch mit "das Sonne-und-Mond-Yoga" übersetzt. Zum einen müsste es der Yoga heissen, zum anderen fehlt die richtige Übersetzung des Sanskrit-Wortes Hatha mit Gewalt, Bemühung, Notwendigkeit, Zwang. Auch Kundalini wird mit "Locke" falsch übersetzt, denn eigentlich bedeutet es "geringelt", "Schlange" und steht für eine feinstoffliche Energie, die man sich als Schlangenkraft imaginiert, die im Körper animiert wird.
Eine klare Fehleinschätzung ist es auch, Anfängern zu empfehlen, sich in eine "einfache Sitzhaltung wie Padmasana" zu bringen. Der Lotussitz ist für Anfänger einerseits völlig ungeeignet (es sei denn, es handelt sich um Sportstudenten oder Tänzerinnen), anderseits gibt es als Grund- oder Meditationshaltung eine ganze Reihe geeigneter Alternativen.
Fans und Verehrer von Christy Turlington kommen voll auf ihre Kosten, da sie sehr viel persönliche An- und Einsichten preisgibt und die Farbfotos (wie das Layout insgesamt) großartig sind.
Wer sich jedoch nicht so sehr für das exklusive Leben eines New Yorker Supermodels interessiert, andererseits aber etwas von Yoga versteht, dessen Lektüre wird von den zahlreichen Fauxpas, den Ungenauigkeiten und der weitschweifigen Zitatesammlung beeinträchtigt sein.
Fazit: Ein schönes und inspirierendes Buch, das keine Anleitungen für die Asana-Praxis enthält und bei den Hintergrundinformationen ebenso schwächelt wie der Buddhismus-Experte im Vorwort, aber auf verständliche Weise etwas vom Wesen und den Möglichkeiten des Yoga vermittelt.
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