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Gerade auch in Frankreich, wo sich Regisseur Robert Salis des Themas Naturismus mit seiner Dokumentation Living Naked angenommen hat, besitzt diese eine lange Tradition. Schon 1778 fand der Begriff Freikörperkultur oder Naturismus durch den französisch sprechenden Belgier Planchard Einzug in den Sprachgebrauch. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde FKK bereits zu einer regelrechten Modewelle in Frankreich. Und heutzutage gibt es in wohl keinem anderen Land der Welt mehr Anhänger des Nudismus, als in Frankreich. Hunderttausende von Franzosen zieht es alljährlich in den Ferien in speziell eingerichtete Nudisten-Camps an der Küste, wo dieser Leidenschaft unbeschwert und ausgiebig gefrönt werden kann.
Und genau diesem Phänomen folgt Living Naked aus dem Jahre 1998 mit der Kamera. Schon 1993 machte sich der Franzose Robert Salis erstmals auf, um diese Menschen und ihre Motive mit der Kamera festzuhalten. Dabei ist eine wunderschöne Hommage an die Freizügigkeit entstanden, ohne anzügliche oder gar drastische Absichten dahinter. Nun ist Robert Salis fünf Jahre später noch einmal an die alten Schauplätze zurückgekehrt, um zu erfahren, wie sich das Bild der Nudisten seitdem in der Öffentlichkeit gewandelt hat.
Das Ergebnis, die faszinierende Dokumentation eines Lebensgefühls: Nackte, tiefbraune Menschen braten in der Mittagssonne. Andere joggen am Strand entlang, ganz nackte, halb nackte. Alte Männer bauen Sandburgen, Frauen sammeln Muscheln. Ein ganz normaler Tag am Strand, mit dem einzigen, aber entscheidenden Unterschied, dass niemand einen Fetzen Stoff am Körper trägt.
Living Naked zeigt uns eine Welt voller Menschen ohne Hemmungen. Menschen, die sein wollen wie Kinder, für die ihre Nacktheit ganz natürlich ist, entlastet von Konventionen und gesellschaftlichen Zwängen. Hier ist man nackt, weil man nichts zu verbergen hat oder zumindest nichts verbergen will...
Mit Interviews und kleinen Dokumentationen gibt Regisseur Salis einen faszinierenden Einblick in die Welt der Nudisten. Gefühlvoll, stilsicher und niemals aufdringlich, sodass den Protagonisten ihre selbst gewählte Freiheit zu keiner Zeit zum Verhängnis wird. Im Gegenteil, es sind ganz besondere Menschen, die sich hier vor der Kamera einfinden. Ihr Stolz und ihre Verbundenheit zur Natur und vor allem zu sich, zeichnen ein Bild jenseits aller Klischees.
Diese 100-minütige Dokumentation macht Lust auf nackt sein! Eine sehenswerte Dokumentation des nackten Frankreichs, das sich mit dieser Leidenschaft keinesfalls entblößt... Nacktheit fasziniert, Nacktheit ist aufregend und befreiend. Das ist die Botschaft von Lving Naked. Wirklich meisterhaft, wie es Robert Salis gelingt, die Adam-und-Eva-Seite in uns zu wecken!
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